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Quito – Urlaub in der Mitte der Welt

Quitos Altstadt bei Nacht

Quitos Altstadt bei Nacht

Zugegeben, in der Mitte der Welt liegt die ecuadorianische Hauptstadt Quito nicht, dafür aber nur rund 20 Kilometer südlich des Äquators. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum man ein Urlaub in Quito empfehlenswert ist. Quito liegt 2.850 Meter über dem Meeresspiegel, eingebettet in ein vier Kilometer schmales Andenbecken. Mittlerweile hat sich Quito von Nord nach Süd auf eine stolze Länge von 40 Kilometern ausgedehnt, im Westen und Osten begrenzen die Ausläufer des 4.794 Meter hohen Vulkans Pichincha die Stadt. In den neueren Stadtvierteln (z.B. Mariscal) sehr modern. Hier strecken sich Wolkenkratzer großer Firmen in den Himmel.

Spaziergang durch Quitos Altstadt

Einen starken Kontrast zum modernen Quito erlebt man in der kolonialen Altstadt, die 1978 als allererste Stadt zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt wurde. Diese Ehrung geschah nicht grundlos, schließlich hat sich in der Altstadt von Quito seit der Gründung durch die Spanier kaum etwas verändert, wovon man sich im Ecuador-Urlaub persönlich überzeugen kann. Schmale Gassen, weiß getünchte Häuser mit roten Adobe-Ziegeln und hübsche Barockkirchen prägen die Altstadt Quitos seit Jahrhunderten.

 

Die Kathedrale von Quito

Die Kathedrale von Quito. Foto: CC/Putneymark

Was Quito an kolonialem Erbe aufzuweisen hat, fehlt der Stadt an präkolumbischen Bauwerken. Einst war Quito die nördlichste Hauptstadt des Inka-Reichs, doch als Rumiñahui, der Heerführer des Inka-Herrschers Atahualpa, sah wie erfolglos die Verteidigung Quitos gegen die Konquistadoren war, ließ er die Stadt mit ihren herrlichen Tempeln und Pyramiden niederbrennen. Zurück blieb nur die steinernen Fundamente, auf denen die spanischen Eroberer Quito am 6. Dezember 1534 nach spanischem Vorbild wieder aufbauten.

 

Das Zentrum der Altstadt von Quito bildet die Plaza de la Independencia, im Volksmund auch oft Plaza Grande genannt. Sie wird von der Kathedrale, dem Regierungspalast, dem Palast des Erzbischofs und einem modernen Rathaus flankiert. Zu Beginn bestand die Kathedrale aus einem Lehmbau mit Strohdach. Dieser wurde jedoch 1667 durch einen Steinbau ersetzt, nach einem Erdbeben erfuhr die Kathedrale eine weitere Umgestaltung. Seit 1755 ziert der klassizistische Bau nun die Plaza de la Independencia. Das Innere der Kathedrale ist zwar eher schlicht, doch dafür schmücken Schnitzereien von Künstlern der Schule von Quito die Wände und Säulen der Kathedrale. Ein deutlich üppigeres Innendesign erhielt die San Francisco Kirche, deren Besichtigung beim Urlaub in Quito nicht fehlen darf.

 

Der Cerro Panecillo im Herzen von Quito

Der Cerro Panecillo im Herzen von Quito

Außer der Kathedrale gibt es in Quitos historischem Zentrum noch etwa 100 weitere koloniale Bauten wie Kirchen, Klöster, Wohnhäuser und Museen zu besichtigen, die man am besten bei einem Spaziergang entdecken kann. Die Altstadt hat sich in den letzten Jahren prächtig entwickelt: Händler von Kunsthandwerk und anderen ecuadorianischen Andenken erhielten feste Plätze, eine spezielle Touristenpolizei sorgt für mehr Sicherheit und dank autofreien Sonntagen und anderen Umweltaktionen konnte auch das Smog-Problem weitgehend behoben werden.

Cerro Panecillo - Ausflug zu Quitos Hausberg

Wer sich einen Überblick über das Häusermeer von Quito verschaffen möchte, begibt sich am besten auf den Hausberg Cerro Panecillo, der seinen Namen seiner Brötchen-Form verdankt. Der Cerro Panecillo liegt südlich der Altstadt und wird von einer Jungfrauenstatue gekrönt. Auf den Gipfel des Hügels gelangt man am besten mit dem Taxi oder der Seilbahn (Teleférico). Der Aufstieg zu Fuß ist nicht zu empfehlen, da es häufig zu Überfällen kommt. Bei gutem Wetter hat man vom Cerro Panecillo einen tollen Blick auf Quito. Vom Cima de la Libertad und vom Cruz Loma genießt man ebenfalls eine spektakuläre Aussicht auf die ecuadorianische Hauptstadt.

Mitad del Mundo – willkommen am Äquator

Mitad del Mundo - Denkmal am Äquator

Mitad del Mundo - Denkmal am Äquator. Foto: CC/Martin Zeise

Etwa 20 Kilometer nördlich von Quito verläuft der Äquator. Nahe dem Dorf San Antonio legte eine französische Expedition 1736 den Äquator fest und ließ dort das pompöse Denkmal „La Mitad del Mundo“ errichten. Schade nur, dass sich die Forscher bei ihren Berechnungen irrten und die Äquatorlinie in Wirklichkeit 240 Meter südlich verläuft, so wie es indianische Beobachter schon lange Zeit vorher berechnet hatten. Dort steht das Museo Solar Intiñan, das weitaus sehenswerter ist, als „La Mitad del Mundo“, wo man kaum mit Informationen versorgt wird. Ganz anders ist dies im Museo Solar Intiñan, in dem einem die Unterschiede zwischen Nord- und Südhalbkugel und der Koriolis-Effekt anhand von Experimenten vor Augen geführt werden. Vor allem zur Tagundnachtgleiche am 21. März und 21. September (in manchen Jahren variieren diese Daten!) lohnt sich der Besuch. Dann fällt das Sonnenlicht mittags senkrecht ein.

 

Die Nähe zum Äquator spürt man auch am Klima. Vier Jahreszeiten wie hierzulande gibt es nicht, obwohl die Bewohner der ecuadorianischen Hauptstadt behaupten, dass man in Quito alle vier Jahreszeiten an einem einzigen Tag erleben kann. Ob das stimmt, kann man im Ecuador-Urlaub herausfinden. Insgesamt gilt das Klima von Quito als sehr mild, weshalb die Ecuadorianer ihre Hauptstadt „Stadt des ewigen Frühlings“ nennen.

 

Daniela Hesse


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