URLAUB AUF TENERIFFA - PUERTO DE LA CRUZ
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Puerto de la Cruz und Orotava
An der Nordküste Teneriffas liegen die Ortschaften Orotava und Puerto de la Cruz. Orotava gefällt durch prächtige Patrizierhäuser, Puerto bietet trotz seiner von Hotelbauten geprägten Silhouette Ruhe, Bade- und Gaumenfreuden. Und den an Papageienarten reichsten Zoo der Welt.
Puerto de la Cruz

Fischrestaurant in Puerto de la Cruz. Fotos: Berit Böhme
Bis zum 19. Jahrhundert war Puerto de la Cruz ein gewöhnliches Fischerdorf. Dann entdeckten Reisende den Ort. Sie erholten sich von den durch die Industrialisierung verpesteten Großstädten Europas, oder kurierten Lungenkrankheiten aus. Heute bietet Puerto moderne Wellnesszentren und etliche Hotels.
In Puertos Stadtbild dominiert die Urlaubergeneration „50plus“. Westlich der Plaza de Charcos laden die Calle Quintana und der Paseo de Telmo zum Flanieren ein. Einige Freiluftgrills servieren preisgünstige lokale Leckereien, viele werben mit deutschsprachigen Menütafeln. Sogar deutsche Backwaren können am Paseo San Telmo erstanden werden.
Puerto hat ein schönes Meerwasserschwimmbad, das „Lago Martinez“. Im Gegensatz zu den modernen Hotelkomplexen steht das Altstadtviertel La Ranilla. Freunde von Fischgerichten sollten im Innenhof des „Casa Régulo“ Platz nehmen. Das Lokal ist in einer ehemaligen Zigarrenfabrik in der Calle Pérez Zamora untergebracht. Östlich des Stadtzentrums liegt der wegen seiner 353 Papageienarten bekannte Zoo „Loro Parque“. Neben Vögeln sind dort beispielsweise Wale, Delfine und Galapagos-Schildkröten zu bewundern. Von der Inselhauptstadt Santa Cruz ist Puerto etwa 40 Kilometer entfernt, vom Südflughafen Teneriffas 110 Kilometer.
Orotava: Aschebilder und Balkone

Das Haus der Balkone - "Casa de los Balcones"
Wenige Kilometer landeinwärts von Puerto erheben sich die Patrizierhäuser von Orotava. Das hügelige Städtchen ist bekannt für seine zahlreichen Balkone. Auf den Kanaren arbeiteten vor allem Handwerker aus Andalusien, Kastilien und Portugal. Die Stile ihrer Heimat hinterließen sie auch auf Teneriffa. In Orotavas Gassen finden sich zahlreiche Gebäude mit prachtvollen Holzbalkonen und Holzgalerien und lichtdurchfluteten Innenhöfen. Als Material für die Holzsäulen und Balkonbrüstungen diente häufig geteerte kanarische Pinie. Ein prachtvolles Beispiel ist das „Casa de los Balcones“ (Haus der Balkone). Es birgt heute einen üppigen Souvenirshop, der meist von Reisegruppen verstopft wird. Dennoch lohnt sich der Gang bis zum Innenhof, wo zahlreiche Pflanzen und Kanarienvögel für Atmosphäre sorgen.
Bekannt ist Orotava auch für seine Bilder aus verschiedenfarbiger Vulkanasche. Jedes Jahr zu Fronleichnam entsteht auf dem Rathausplatz ein großes Aschebild. Anlässlich der Prozessionen legen Einwohner zudem Bilderteppiche aus, die schönsten werden prämiert.
Nahrhaftes Pulver: Gofio
In Orotava sind noch ein paar „Gofio“-Mühlen in Betrieb. Gofio ist ein spezielles Mehl aus geröstetem Getreide, teilweise mit Nüssen oder Salz versetzt. Gofio rühren vor allem ältere Einwohner Teneriffas in ihre Frühstücksmilch. Verwendung findet es auch beim Backen und Kochen.
Auf der Insel sind zahlreiche Kochbücher mit Gofiorezepten - auch in deutscher Sprache - erhältlich.
Gofio ist nach dem Mahlen rund sechs Monate haltbar, 500 Gramm kosten rund 90 Cent. Das Mehl kann direkt in den Mühlen erworben werden.
Autorin: Berit Böhme


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