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Die präromanische Weltkulturerbe-Kirche Santa María del Naranco unweit von Oviedo

Kirche Santa María del Naranco

Kirche Santa María del Naranco. Fotos: Hans-Joachim Franzen

Die meisten Autoren glauben, daß Santa María del Naranco als eine Art Sommerpalast auf dem Lande von Ramiro I errichtet wurde; vor Ende des 9. Jahrhunderts wurde es in eine Kirche umgestaltet. Es ist ein rechteckiges Gebäude mit zwei vorstehenden Baukörpem an den Längsseiten; es besteht aus zwei Stockwerken mit gleicher Raumaufteilung, jeweils aus einem Zentralraum und zwei kleineren Seitenräumen. An der Nordfassad führt eine doppelseitige Treppe zum Obergeschoß. Im niedrigeren Untergeschoß ist der Zentralkörper von einer Wölbung überspannt, die direkt auf dem Sokkel aufliegt, der das Gebäude einfaßt.

Durch den Krypta-Charakter wird man an die Kapelle der Cämara Santa in der Kathedrale von Oviedo erinnert, womit viel Ähnlichkeit besteht.

Die beiden Seitenräume haben eine Holzeindeckung. Den westlichen Raum kann man nur von außen betreten; der östliche dagegen ist durch eine kleine Rundbogentür in der Südwand mit dem Hauptraum verbunden.

Die beiden Seitenräume mit Blendarkaden und einer entsprechenden Außentür haben auch Rundbogenfenster, durch die reichlich Licht hereinkommt.

Die Dekoration des Palastes zeigt eine einheitliche Konzeption. Wie im gesamten Gebäude herrscht hier Übereinstimmung und Bauharmonie.

Hervorzuheben sind: Die Medaillons, die Kapitelle, die Überhöhten Bögen und die Säulen mit Kordelmuster, genauso wie die Eleganz und Symetrie der äußeren Strebebögen.

San Miguel de Lillo

Die präromanische Kirche San Miguel de Lillo

Die präromanische Kirche San Miguel de Lillo

Ganz in der Nähe von Sta. Maria de Naranco, zwei Minuten Fußweg bergauf, steht die dem Erzengel Michael geweihte Kirche San Miguel de Lillo.

Nach der Crönica Albendense handelt es sich ohne Zweifel um die Kirche, die König Ramiro I hier in der Nähe seines Palastes baute. Nur noch 1/3 des Baues ist heute erhalten, da schon im 13. Jahrhundert oder noch früher der Bau zur Ruine wurde. Grund dafür war eher der schlechte Bodenuntergrund als Bauunfähigkeit der Architekten.

Es ist eine Basilika mit drei Schiffen, ein schlanker Bau mit originellen Elementen. Wie bei Sta. Maria de Naranco hat der Erbauer auch hier großen Wert auf die Proportionen gelegt, denn die Höhe beträgt dreimal die Breite der Schiffe. Komplett eingewölbt bietet diese Kirche ein System großer Komplexität.

Zum ersten und einzigen Mal in der Asturischen Baukunst sind hier die Schiffe nicht durch Pfeiler sondern durch Säulen getrennt, die auf quadratischen Basen aufsitzen und mit skulpturellen Figuren geschmückt sind, deren Bedeutung schwer zu entschlüsseln ist.

In den Würfelkapitellen mit byzantinischem Einfluß kommt das Kordelmuster auch als Rahmen für florale Motive vor. Die gesamte bildhauerische Dekoration zeigt den gleichen byzantinisch-orientalischen Einfluß.

Die interessantesten Stücke sind die Reliefs in den Türbögen, für die der Künstler möglicherweise das byzantinische Konsulardyptichon des Konsuls Areobindus als Vorbild benutzte, von dem ein Exemplar im Museum in Leningrad aufgehoben wird. Wir sehen Zirkusscenen: ein Akrobat macht Handstand auf einem Stock neben einem Domteur, der mit einer Peitsche einen Löwen zum Männchen-machen bringt.

In Lillo sieht man noch Fragmente von Wandmalereien. Aus der Epoche von Alfonso II. stammen die dekorativen Muster, aber die dargestellten Figuren sind eine Neuheit von großer Bedeutung. Leider sind sie nur noch fragmentarisch vorhanden, was ihre darstellerische Einordnung erschwert.

Das Äußere des Gebäudes mit dem Stützpfeilern deutet auf die ehemalige Einwölbung hin. Die Fassade wirkt monumental, sodaß Schiunk sagen konnte, daß es sich hier um die erste Fassung einer Fassada in der spanischen mittelalterlichen Architektur handelt. Wir finden Fensteröffnungen, die mit herrlichen, aus Stein gehauenen Celosias geschlossen sind.

Man muß den enormen Schritt zwischen diesen Celosias und den Keramiken von Santullano beachten. Hier stehen wir vor echten Ornamentwerken, in denen die Säulchen und durchbrochenen Kreise von großem Können zeugen.

Merkmale der asturischen Präromanik

ASTURISCHE VORROMANIK

Die asturische Architektur wird gemäß ihrer Bauformen und Dekorationen als vorromanisch mit sichtbarem karolingischen Einfluß angesehen.

Ihre Architekten verraten große Kenntnis der christlichen Architektur.

Alle diese Werke wurden im 9. u. 10. Jahrh. geschaffen, zeitgleich mit den ersten Jahren der Recon-quista, die im Königreich Asturien ihren Ausgang nahm.

MERKMALE:

Hauptgeschoß mit Vorhalle (Loggia) Holzeindeckung oder Tonnengewölbe Rundbögen aus Ziegeln oder Hausteinen Chorschranke, die Altar- vom Kirchenraum trennt Celosias, Fensterfüllungen aus filigranartigen durchbrochenen Stein- oder Keramikplatten, Säulen mit Kapitellen und Basen Malereien Medaillons Gurtbögen

1. Epoche: Alfonso II (791 - 842)

Cämara Santa, Santirso, Santullano, Bendo nes, S. Pedro de Nora

2. Epoche: Ramiro I (842 - 850)

Ramirischer Stil: Sta. Maria de Naranco, San Miguel de Lillo, Sta. Cristina de Lena

3. Epoche: Alfonso III, der Große (866- 910)

Valdediös, Tunön, Gobiendes, Priesca, Foncalada.

Die Monumente, die König Ramiro I rund 3 km von der Stadt Oviedo entfernt am Naranco-Berg errichtete, sind die schönsten und vollkommensten der Asturischen Baukunst. Die Gebäude sind genauestens dokumentiert.


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