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Portugal – Urlaub im Land der Sehnsüchte

Surfer an der Costa do Estoril

Surfer an der Costa do Estoril. Foto: Joao Barbosa

Obwohl Portugal auf eine bewegte Geschichte voller Entdeckungen und Eroberungen zurückblicken kann, war es in den letzten hundert Jahren von Armut, Unterdrückung und Isolation gezeichnet. Im Mittelalter nannte man das Cabo da Roca das Ende der Welt. Im 15. und 16. Jahrhundert begannen die portugiesischen Seefahrer die Welt zu erobern.

 

Nach den ersten Kolonialisierungen in Südamerika, Afrika und Asien kam bald der Fall Portugals. Reichtum und Gloria schwanden, Portugal kam unter den Einfluss des großen spanischen Nachbarn. Im 20. Jahrhundert folgte die Diktatur, die zur Isolation des Landes führte und schließlich 1973 der Befreiungsschlag – die friedliche Nelkenrevolution. Von da an ging es wieder langsam bergauf und mit dem Ende der Isolation begann auch der Tourismus in Portugal.

 

Steilküste an der Algarve

Steilküste an der Algarve. Foto: Jose Manuel

Seitdem hat sich viel getan in dem kleinen Land. Das einstige „Armenhaus“ Westeuropas konnte bei der Expo 98 und der Fußball-EM 2004 nicht nur als Gastgeber glänzen, sondern auch als fortschrittliches EU-Mitglied. Trotzdem ist auch noch das „alte“ Portugal zu spüren, zum Beispiel im ursprünglichen Binnenland oder in den melancholischen Fados, den traditionellen Gesängen von Sehnsucht und Liebe.

 

Viele Urlauber zieht es an die Algarve, die wilde zerklüftete Südküste Portugals, die mit einer faszinierenden Steilküste, goldgelben Stränden, 3.000 Sonnenstunden pro Jahr und Top-Golfplätzen lockt. Durch den großen Andrang nationaler und internationaler Touristen musste die Algarve zwar etwas von ihrem natürlichen Charme einbüßen, doch wer sich im Urlaub mit dem Mietwagen ins Hinterland der Algarve begibt, findet dort noch viel von der portugiesischen Ursprünglichkeit.

 

Reiterdenkmal auf dem Praça do Comercio

Reiterdenkmal auf dem Praça do Comercio

Lissabon ist das Ziel vieler Kurzurlauber und als Hauptstadt auch das Aushängeschild Portugals. Hier treffen Tradition und Moderne aufeinander. Bei einem Urlaub in Lissabon kann man zahlreiche architektonische Schätze der Vergangenheit und Moderne entdecken. Die typisch portugiesischen „Azulejos“ – bunt bemalte oder gemusterte Kacheln – zieren fast jedes Gebäude. Die schönsten Gebäude findet man im Zentrum und in den Stadtteilen Bairro Alto, Alfama und Belém. Moderner geht es im Parque das Naes zu, dem ehemaligen Geländer der Expo 98. Mittlerweile locken hier das riesige Shopping-Center Vasco da Gama und ein Ozeanarium Besucher an.

 

Lissabon liegt etwas im Landesinneren am Ufer des Tejo. Fährt man Richtung Westen, gelangt man an die raue Westküste Portugals. Im Gegensatz zur Algarve findet man an der Costa de Prata und der Costa do Estoril noch einsame Strände und außerdem optimale Bedingungen für Surfer und Segler, die sich hier auch regelmäßig zu Wettbewerben treffen.

 

Landschaft im Alentejo

Landschaft im Alentejo. Foto: Francisco Almeida Dias

Fährt man von Lissabon aus Richtung Osten, landet man im Alentejo, einer der ländlichsten und ursprünglichsten Regionen Portugals. Mit einem Mietwagen kann man malerisch weiße Dörfer, Korkeichenwälder und Märkte des Alentejo erkunden und dabei eine ganz andere Seite von Portugal kennenlernen. Die Region macht etwa ein Drittel der Fläche Portugals aus, ist aber eine der bevölkerungsärmsten. In den kleinen Dörfern bleiben oft nur die Alten zurück, während die jungen Leute in die Städte ziehen. Der Grund dafür sind die harten Lebensbedingungen, oft arbeiten die Bauern mit einfachen Methoden und müssen mit wenig auskommen. Seit Beginn der 90er konnte sich das Alentejo auch einen Namen unter Weinkennern machen, es lohnt sich also zu den deftigen Spezialitäten der Region einen kräftigen Alentejo-Wein zu probieren.

 

Der Tejo teilt Portugal in zwei Hälften. So ist der Süden eher karg und spärlich bewachsen. Ein weiteres Markenzeichen des Süden sind die weiß gekalkten Dörfer, in denen deutlich der Einfluss der Mauren zu erkennen ist. Im gebirgigen und üppig grünen Norden findet man hingegen zahlreiche Schlösser, Burgen und prächtige Landsitze. Während der trockene Süden traditionell eher arm ist, ließen sich im Norden Adlige und Wohlhabende nieder.

 

Porto in der Abenddämmerung

Porto in der Abenddämmerung. Foto: Paulo Magalhaes

Porto ist die zweitgrößte Stadt des Landes und wird auch häufig als „Hauptstadt des Nordens“ betitelt. Obwohl es die meisten Urlauber in die Hauptstadt Lissabon zieht ist auch die Heimatstadt des berühmten Portweins einen Besuch wert. Porto liegt ähnlich wie Lissabon etwas im Landesinneren, zu beiden Seiten des Douro. Auch Portos Altstadt zieht sich an einem steilen Hang hoch, steile enge Gassen und schmale Häuser prägen das Bild. Vom Torre dos Clérigos genießt man einen tollen Ausblick auf die Stadt und das Ufer des Douro. Portos kulinarische Spezialitäten sind Kutteln und süßes Gebäck. Zum Essen reicht man Vinho Verde, der direkt von der nahe gelegenen Costa Verde kommt.

 

Zu Portugal gehören auch Madeira (mit Porto Santo) und die Azoren. Vor der Küste Afrikas gelegen, sind die beiden Inselgruppen ein beliebtes Urlaubsziel für Badeurlauber, aber auch Wanderer, die die üppige Natur der Blumeninsel Madeira schätzen.

 

Text: Daniela Hesse. Fotos mit freundlicher Unterstützung von www.visitportugal.com


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