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Die Entwicklung Pisas

Die städtische Entwicklung Pisas ist schwer nachzuvollziehen. Vor dem Jahr 1000, bestand Pisa nur aus dem heutigen Viertel Santa Maria. Mit der Ausdehnung der militärischen und wirtschaftlichen Macht zur Zeit der Seerepublik wuchs die Stadt an. Die Stadtmauer wurde ausgeweitet und umschloss das Gebiet südlich des Flusses Arco. Pisa wurde im Norden in die Gebiete Ponte, Mezzo und Foriporta, im Süden in das Gebiet Kinzica unterteilt. Nach der Vereinigung änderte sich die Situation und die heutigen Viertel entstanden: Santa Maria und San Francesco am rechten, San Martino und Sant`Antonio am linken Arnoufer. Dank der mittelalterlichen Stadtmauer und den Arnopromenaden kann man sich in Pisa leicht orientieren und die Vielfalt der Kunst-, Architektur-, Geschichts- und Kulturreichtümern bewundern.

 

Die Eliteuniversität Italiens auf dem Piazza dei Cavalieri

Die Eliteuniversität Italiens auf dem Piazza dei Cavalieri

Santa Maria

Von den historischen Stadtvierteln in Pisa hatte Santa Maria die größte Bedeutung, da es mit der Piazza del Duomo (Domplatz), allgemein als Piazza dei Miracoli bekannt, und der heutigen Piazza dei Cavalieri das Zentrum der mittelalterlichen Stadt darstellte. Auf diesem Platz befindet sich die Scuola Normale Superiore, die Eliteuniversität Italiens. Sie wurde 1806 auf Wunsch Napoleons gegründet. Santa Maria verdankt seinen Namen der Kathedrale oder dem Dom von Pisa, der der Heiligen Maria Assunta (Mariä Himelfahrt) geweiht ist. Bei einem Spaziergang durch diesen Stadtteil sieht man zahlreiche religiöse und bürgerliche Monumente.

San Francesco

Diese Gegend befindet sich östlich des alten Stadtkerns, der im Hochmittelalter auf den Ruinen der römischen Stadt entstand. Von ihr hat man noch Spuren gefunden und zwar im Bereich der Stadtmauer von Piazza del Duomo bis zum Stadttor San Zeno. Dort kann man Reste der Thermalanlage, "Bagni di Nerone" genannt, besichtigen. San Franceso hat seinen Namen von der gleichlautenden Kirche, die zwischen Ende des 13. und Anfang des 14. Jahrhunderts von Giovanni di Simone im Auftrag des Franziskaner-Ordens erbaut wurde. Das Viertel glänzt mit verschiedenen architektonischen Stilen: die mittelalterlichen Turmhäuser der Via delle Belle Torri (Straße der schönen Türme), die Palazzi im Florentiner Renaissance-Stil in der Via Mercanti, im Borgo, auf der Piazza Cairoli und entlang des Lungarno Mediceo, die Barock-Gebäude in der Gegend Santa Marta sowie der klassizistische Stil der Piazza Martiri della Libertá.

San Martino

Früher hieß dieses Gebiet Kinzica, wobei die Herkunft des Namens ungewiß ist. Es scheint so, und dies ist die beliebteste Überlieferung, als stamme er von Kinzica dei Sismondi ab. Sie war eine junge Frau, die nachts die Glocken läutete und so Pisa vor dem Überfall des Piraten Musetto rettete. San Martino war einst Handelsvorort der Stadt, Sitz der Warenlager und Wohnstätte der Händler unterschiedlicher Nationalitäten, die im Hafen tätig waren, einem der wichtigsten des Mittelmeers. Der heutige Name des Viertels stammt von der Kirche in der gleichnamigen Straße ab, in deren Innern kostbare mittelalterliche, barocke und typische Pisaner Kunstwerke aus dem 18. Jahrhundert zu sehen sind. Hier werden auch die sterblichen Überreste der heiligen Bona, Schutzheilige der Hostessen, aufbewahrt.

Sant´Antonio

Wie auch der Rest der Stadt wurde die Stadtmauer in Erwartung einer großen städtebaulichen Entwicklung errichtet. Diese endete mit dem Verfall von Pisa und der endgültigen Eroberung durch Florenz zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Im älteren, näher am Fluss gelegenen Teil prägen ein dichtes Netz an Gässchen und Bögen das Bild, während in der südlicheren Gegend breite Straßen und eine regelmäßige Entwicklung zu erkennen sind. Das Viertel wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, so dass von der gleichnamigen Kirche nur wenige Originalspuren in der Fassade erhalten geblieben sind. In unmittelbarer Nähe befindet sich das einzige große europäische Werk von Keith Haring, das er 1989 gemalt hat.


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