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Die Pilgerwege des Heiligen Jakob in Frankreich
Der Pfade des Jakobsweges in Frankreich hatten im Mittelalter sehr große und heute wieder wachsende Bedeutung. Neben Gläubigen sind heute auch viele einfache Wanderer auf diese geschichtsträchtigen Weges unterwegs. Aber nicht nur Fußgänger nutzen den Jakobsweg.
Der Küstenweg durch Aquitanien ist eine Beispiel. Der Weg dem einst die Pilger aus Nordwesteuropa folgten, ist heute auch ein Fahrradweg. Über 550 km Fahrradwege wurden zwischen Soulac an der Girondemündung bis zur spanischen Grenze gekennzeichnet.
Kunsthistorisches Interesse bewegt viele Touristen Teilstrecken der Jakobswege zu folgen. In zahlreichen Sakralbauten werden im regelmäßig Sonderführungen, musikalische Messen oder Konzerte geboten.
In Oléron-Ste.-Marie trifft sich dieser Pilgerweg mit dem Pyrenäenweg, der am Fuße des Gebirges entlangführt. Vor dem Aufstieg nach Somport ist der Ort ein wichtiges Etappenziel.
Das Comité départemental du Tourisme Béarn - Pays Basque hat eine Broschüre zum Thema herausgegeben. Sie enthält u.a. mehrere Vorschläge für Rundfahrten zwischen 68 und 134 km zu interessanten Sehenswürdigkeiten der Jakobswege in diesem Gebiet.
Für Wanderer sind mehrere Rundwanderungen aufgeführt. Die Besichtigung von sakralen Sehenswürdigkeiten lässt sich gerade in Aquitanien mit einer Entdeckungstour durch die berühmten Weinlagen verbinden. Lobte nicht schon im 12. Jahrhundert der Mönch Aimery, Autor des ersten Pilgerführers, die exzellenten Weine des Bordelais.
Auf den Jakobswegen in Aquitanien gibt es häufig Gelegenheit edle Tropfen zu genießen. So mögen auch dem heutigen Reisenden die Weingärten von Bergerac an der Via Lemovicensis oder St. Emilion an der Via Turonensis Anlass zur Einkehr sein. Im Baskenland und im Béarn, wo die Jakobswege die Pyrenäenüberquerung beginnen, finden sich ebenfalls vorzügliche Weine, wie der Irouléguy oder der Jurançon.
Im Departement Tarn sind die historischen Pilgerwege besonders verzweigt. Dort waren die Talauen entlang der Flüsse beliebte Wegstrecken, doch die Überquerung der Gewässer war nicht ungefährlich.
Unzählige Schutzkapellen zeugen wie in Montirat, Albi, Gaillac oder Rabastens von dieser Zeit. Manchmal lockten auch sichere Orte wie das 1320 gegründete Bastidendorf Cordes zu einem Umweg. So bietet sich auch abseits der Hauptwege vielfältige Gelegenheit den Spuren der Jakobspilger nachzuforschen.
Die Via Tolosana erreicht das Departement Tarn auf den Höhen bei Lacaune im Naturpark du Haut Languedoc. Ein Pauschalarrangement ermöglicht hier drei Tage auf dieser Jakobstrecke zu wandern. Der Weg führt durch eine stille Waldlandschaft und zu dem Pilgerort La Salvetat. Die Unterkunft erfolgt in Chalets oder im Feriendorf, für Gepäcktransport und Tagesverpflegung kann ebenfalls gesorgt werden. Diese Strecke führt danach weiter bis Castres.
Im Departement Tarn-et-Garonne ist Moissac mit seiner romanischen Abtei sicher die wichtigste Station auf dieser Pilgerstrecke. Auf dem Pyrenäenweg gehören die Kathedrale St. Bertrand de Comminges und die nahegelegene Basilika Saint Just de Valcabrère zu den Höhepunkten der romanischen Kunst.
Die seit einigen Jahren spürbare Renaissance der Jakobswege macht deutlich, dass sie nach wie vor eine starke Anziehungskraft ausüben. Ob aus christlichen Motiven oder anderen Beweggründen, ob im Jakobsjahr oder danach, auf den Spuren der Pilger zu wandeln ist stets eine Bereicherung.
Ausführliche Informationen über die Jakobswege in Südwestfrankreich sind in der gleichnamigen Broschüre enthalten, ebenso die Adressen der einzelnen Verkehrsverbände, die Veranstaltungshinweise geben.
Kostenlos per E-Mail anzufordern beim Maison de la France: info.de(at)franceguide.com



