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Das Münsterland zeigt seine Pferde-Stärken

Über so viel Besuch freuen sich auch die Pferde. Fotos: Daniela Hesse

Über so viel Besuch freuen sich auch die Pferde. Fotos: Daniela Hesse

Das nordrhein-westfälische Münsterland ist als Pferderegion bekannt. Unzählige Reitbetriebe und Reitwege finden Pferdebegeisterte in der dünn besiedelten Region. Jahr für Jahr präsentieren sich die Betriebe bei der Aktion „Pferde-Stärken“ und öffnen ihre Türen und Tore für Besucher. Neben dem Blick hinter die Kulissen, locken Schnupperreiten, Shows und Turniere zu einem spannenden Wochenende ins schöne Münsterland. Dieses Jahr präsentierten sich 96 Betriebe bei den „Pferde-Stärken 2009“.

 

Auch ich machte mich von Düsseldorf auf den Weg ins Münsterland, einer mir sehr bekannten Region. Schließlich hatte ich selbst meine Schulzeit im Westmünsterland verbracht, mich jedoch selten auf den heimischen Reiterhöfen aufgehalten. So war ich gespannt, was mich bei den Pferde-Stärken im Münsterland erwarten würde.

Reiterverein St. Georg e. V. in Münster

Michael Klimke mit Pferd

Michael Klimke mit Pferd

Am Samstag morgen startete unsere Reisegruppe. Zunächst wollten wir uns in Münster umschauen. Die erste Station war der Reiterverein St. Georg im Süden des Aa-Sees. Der Verein liegt sehr zentral und bietet seinen rund 300 Mitgliedern reichlich Platz zum Voltigieren, Springreiten und Dressurreiten. Empfangen wurden wir von Frau Hörster-Philipps, die uns dann im gemütlichen Vereinsheim Fragen rund um den Verein beantwortete.

 

Der Reiterverein St. Georg wurde 1966 gegründet und sieht sich nicht als Elite-Verein, der nur die besten Reiter und Pferde fördert. Vielmehr sind gerade Kinder und Jugendliche willkommen. Zudem hat sich der Verein nicht auf eine bestimmte Reitsport-Disziplin spezialisiert, sondern möchte den Mitgliedern ein breites Sportprogramm anbieten. Außer Fahrsport kann man im RV St. Georg von Dressurreiten bis Voltigieren alle Disziplinen praktizieren. Der Hof besitzt 14 eigene Pferde und eine Reitlehrerin gibt Anfängern und erfahrenen Reitern Unterricht. Zum Hof gehört auch die Dressurabteilung von Michael Klimke, dem Sohn des sechsfachen Olympiasiegers, der hier seine Pferde trainiert und ausbildet.

 

Junger Besucher auf dem RV St. Georg in Münster

Junger Besucher auf dem RV St. Georg in Münster

Besonders Kinder und Jugendliche können sich auf dem Reiterhof wohl fühlen. Sie werden bestens betreut und spannende Aktionen wie interne Reitturniere und Lagerfeuer-Ausflüge sorgen für Abwechslung und Spaß. In Zusammenarbeit mit einer Münsteraner Realschule bietet der Reiterverein St. Georg einer Gruppe pferdebegeisterter Schüler im Rahmen einer Schul-AG das Reiten an. Zwei Weitere Schulen sind derzeit für dieses Projekt im Gespräch.

 

Bei den Pferde-Stärken konnten sich besonders Familien mit Kindern auf ein abwechslungsreiches Programm freuen: Von 9 bis 11 Uhr durften neugierige Besucher bei der Morgenarbeit von Michal Klimke zusehen und einen Einblick in die tägliche Arbeit mit den Pferden gewinnen. Ab 11 Uhr war Schnupperreiten auf den vereinseigenen Ponys und Pferden angesagt. Zum Schluss führte am Nachmittag die Voltigiergruppe ihr Können vor. Außerdem erwarteten die Gäste ein Flohmarkt, eine Tombola und Würstchen-Grillen.

Pferdemuseum im Alwetterzoo in Münster

Ritter, Burgfräulein und Pferde

Ritter, Burgfräulein und Pferde

Nachdem wir uns noch den Hof und die Stallungen angeschaut hatten, verabschiedeten wir uns und machten uns auf den Weg zum Alwetterzoo Münster. Dort waren wir im Westfälischen Pferdemuseum mit Herrn Dr. Christoph Esch verabredet, der uns das Museum zeigte und interessante Infos zu den Ausstellungsstücken gab. Um elf Uhr unterbrachen wir den Museums-Rundgang, um in der zum Museum gehörenden „Hippomaxx Arena“ die Premiere der mittelalterlichen Vorführung „Von Rittern und Burgfräulein zu Pferden“ zu erleben.

 

Bei dieser Vorführung, die besonders für Familien mit kleinen Kindern konzipiert ist, stellen die drei Protagonisten – ein Burgfräulein und zwei edle Ritter – dar, wie man im Mittelalter Schwertkämpfe austrug. Oft fanden diese Kämpfe zu Pferd statt. Das Stück wurde von der jungen Museumsmitarbeiterin Corinna Kalla inszeniert, unterstützt wurde sie von ihrer kleinen Schwester Alina und ihrer Freundin Alexandra Schwar, mit der sie auch in der Freizeit Schwertkampf übt. Das Stück fand an diesem Samstag zum ersten Mal statt und sorgte vor allem bei den kleinen Museumsbesuchern für Begeisterung.

 

Schritt, Trab oder doch lieber Galopp? - Simulatoren im Pferdemuseum

Schritt, Trab oder doch lieber Galopp? - Simulatoren im Pferdemuseum

Nach dem Stück konnten wir noch einmal einen Blick in die Ausstellung werfen und unseren Museums-Rundgang beenden, den wir für die Vorführung unterbrochen hatten. In der Dauerausstellung des Westfälischen Pferdemuseums lernt man alles über die Geschichte des Pferdes – vom Urpferd zum Hauspferd und auch über Berufspferde. Davon gefiel mir am besten der Teil über die Berufspferde, da ich vorher nicht allzu viel über Grubenpferde, Polizeipferde und Co. gewusst hatte. Für Kinder sind vor allem die interaktiven Angebote interessant. Unter anderem können die Kleinen (aber auch die Großen) einen Ritt wagen, allerdings nur auf Simulatoren. In einer Spiele-Ecke warten spannende Rätsel darauf, von jungen Pferdeexperten gelöst zu werden.

 

Nach dem Rundgang wagten wir uns trotz strömenden Regens noch in den Kinder- und Pferdepark, der sich an das Museum anschließt. Hier fanden seit der Eröffnung im Jahr 2005 Esel, Pferde, Kamele und auch Wölfe ein neues Zuhause. Das Gelände ist kindgerecht gestaltet und erlaubt Kindern eine spielerische Erkundung des Pferdeparks, so dass ich den Besuch für Familien nur wärmstens empfehlen kann.

Herr Klause & Marie sind schon lange dabei

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Hengst Polydor zeugte über 1.000 Nachkommen
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Junges Fohlen im Zoo
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Burgfräulein mit Pferd
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