REISEBERICHT NIEDERLANDE - FREIZEITPARK SLAGHAREN
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Overijssel – Freizeitpark Slagharen, Segelflugplatz und ein geschlossenes Museum
Sonntag früh mit dem Auto zu fahren ist kein Stress, der Verkehr hält sich sehr in Grenzen und wenn dann noch die Sonne scheint, macht so eine Fahrt sogar richtig Spaß. Nur etwa zwei Stunden Fahrzeit mit dem Auto lagen hinter uns, als wir vom Navi geleitet vor dem Freizeitpark Slagharen in der niederländischen Provinz Overijssel ankamen. Wir waren nicht die Einzigen, die bei dem schönen Wetter Lust auf einen Besuch in einem Vergnügungspark hatten, aber die Pkws der Autoschlange vor dem Parkplatz waren erstaunlich schnell verteilt.
Nach kurzem Fußmarsch gelangten wir zum Eingangsbereich und dann auf das Gelände. Hier verteilten sich, zumindest für die ersten eineinhalb Stunden, die vielen Kinder mit ihren Eltern oder die Teenys mit ihren Freunden und Freundinnen über das Gelände, die Straßen wirkten noch recht ruhig. Wir wollten uns erst ein mal einen ersten Überblick verschaffen und fuhren deshalb mit der Seilbahn über die Mainstreet. So hatten wir gute Sicht nach rechts und links.
Am Ende der Seilbahnstrecke befand sich eine historische Windmühle, die wir uns kurz von außen anschauten. Hinein gelangte man leider nicht und so schlenderten wir weiter durch den Park, vorbei an der Stelle auf dem die Western Village Stunt Show stattfindet. Aber für die Show war es noch zu früh und so tranken wir erst einmal in Ruhe einen Kaffee. Danach stand für uns eine rasante Achterbahnfahrt auf dem Programm und hinterher eine Runde mit dem Riesenrad.
Vom Riesenrad konnten wir sehr gut die zahlreichen Bungalows, Wigwams oder Lodges sehen, die Platz für bis zu 5.000 Übernachtungsgäste bieten. Selbst Urlaub kann man in den Ferienhäusern machen und von hier aus die Provinz Overijssel entdecken.
Inzwischen ging es auf die Mittagszeit zu und der Park hatte sich merklich gefüllt. Wir stellten uns vor dem „Ocean of Darkness“ an und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Der Wagen, der wie eine Taucherglocke gestaltet ist, verschwand mit uns im Gebäude, ähnlich wie in einer Geisterbahn, aber das war auch schon die einzige Ähnlichkeit. Anscheinend ist das eine Attraktion eher für kleine Kinder. Spannender und ansprechender war dann der Sky Tower.
Nach kurzer Wartezeit und sorgfältigem Anschnallen ging es dann 40 Meter in Richtung Himmel und nach einer dramaturgischen Pause in luftiger Höh in atemberaubender Geschwindigkeit wieder nach unten: ein kurzes, aber anregendes Vergnügen.
Anschließend hatten wir ein nettes Gespräch mit Frau Henric Bemboom, der Inhaberin des Freizeitparks. Ihr Vater Henk Bemboom war Freizeitparkveteran der ersten Stunde. Bereits in den sechziger Jahren wurde aus einem gutgehenden Ponypark ein Vergnügungspark. Aufsehen erregte Henk Bemboom als er hier weltweit die erste Achterbahn in einem Freizeitpark errichten ließ.
Das Unternehmen gedieh prächtig, sicherlich auch wegen seiner großen Familie mit acht Söhnen und einer Tochter. Heute leiten seine Kinder Freizeitparks in verschiedenen Ländern der Erde. Henric Bemboom blieb in der Heimat und sorgt inzwischen, ebenso wie früher ihr Vater, durch neue Ideen für Furore. So bietet sie seit diesem Jahr im Freizeitpark Slagharen als erstem Freizeitpark weltweit dynamische Eintrittspreise an - Preise, die sich nach Nachfrage und Buchungsdatum richten. Zudem investiert Frau Bemboom kräftig - insgesamt rund 25 Millionen Euro - um den Park noch attraktiver zu machen.
Geplatzter Traum vom Fliegen
Am frühen Nachmittag brachen wir auf, schließlich „mussten“ wir weiter zum Segelflugplatz des Aeroclubs Salland. Eigentlich war geplant, dass wir mit einem zweisitzigen Segelflugzeug mitfliegen können, aber schon bei der Fahrt kam uns das Wetter nicht sehr günstig vor.
Es war fast windstill, sehr diesig und selbst kurz vor dem Gelände des Vereins konnten wir kein Segelflugzeug am Himmel entdecken. Egal, wir wollten uns das Gelände anschauen und so parkten wir beim Clubhaus, fragten im gemütlichen Vereinslokal nach dem Weg und marschierten zum Flugplatz.
Der Flugplatz bestand aus einer riesigen Wiese, einem schmalen asphaltierten Fahrweg mittendrin, und einem transportablen "Tower", der die Größe eines kleineren Wohnwagens besaß. Vor ihm saßen einige Vereinsmitglieder und beobachteten das Treiben. Es waren nur wenige Starts und Landungen zu beobachten, einige Segelflugzeuge wurden gerade vom Flugplatz weggefahren.
Bei modernen Segelflugzeugen lassen sich die Flügel abmontieren und parallel zum Rumpf befestigen, so dass der Hobbyflieger sein Hobbygerät wie jeden normalen Anhänger über öffentliche Straßen transportieren kann. Dies erweitert die Möglichkeiten für Segelflieger doch erheblich, wie uns Herr Grim, der Schatzmeister de Vereins, erzählte. Er selber fährt in seinem Urlaub gerne in die Lüneburger Heide oder die Schwäbische Alb um zu fliegen, da die Thermik dort besser ist als in der niederländischen Heimatprovinz Overijssel.
Das Segelfliegen ist kein besonders teurer Sport, jeder Verein hat eigene Segelflugzeuge, die die Mitglieder nutzen können und auch die erforderlichen Segelscheine sind bezahlbar. In Holland müssen Mitglieder etwa 800 Euro im Jahr bezahlen. In dem Betrag sind bereits 50 Flüge enthalten.
Nach einer Weile verabschiedeten wir uns, tranken noch einen Kaffee im Vereinsheim und macht uns auf den Weg nach Ommen. Wir kamen dort gegen 16.30 Uhr an, allerdings hatte das Zinnfigurenmuseum bereits geschlossen, obwohl offiziell erst um 17 Uhr Feierabend ist: merkwürdig. Auch bei unserem letzten Besuchspunkt, den Teichgärten von Ada Hofman in Loozen hatten wir kein Glück. Die mehr als zwei Hektar große Anlage hatte bereits geschlossen. Wir konnten nur noch im Eingangsbereich einen sehr hübschen Teich bewundern. Das war auch der letzte Programmpunkt und so fuhren wir langsam wieder in Richtung Düsseldorf.
Webseite des Aeroclubs Salland: Aeroclubsalland.nl
Angebote zum Ferien- und Freizeitpark Slagharen...











