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Urlaub in Orvieto - ein kleiner Spaziergang durch den interessanten Ort

Dom von Orvieto. Bild: Fototeca ENIT

Dom von Orvieto. Bild: Fototeca ENIT

Orvieto gehört zu den interessantesten Städten Umbriens. Wer in der Nähe ist, sollte die Stadt auf dem Felsen besuchen.

Orvieto und der Felsen: seit jeher eins. Die geographische Begrenzung erlaubte der Stadt zum einen, sich auch ohne Stadtmauern frei zu entwickeln; zum anderen führte sie zu einer Überlagerung der einzelnen Wachstumsphasen der Besiedlungen.

Bei einem Spaziergang durch Orvieto ist seine Geschichte allgegenwärtig: an jeder Ecke findet man ihre Zeugen, die in ihrer Fülle dem Betrachter bereitwillig von vielen Jahrhunderten und Generationen erzählen.

Erste Beweise für Leben auf dem Felsen stammen aus der Eisenzeit. Vom Zauber der Stätte gefangengenommen, ließen sich die Etrusker dauerhaft nieder und verwandelten den Tuffstein in eine Stadt namens "Velzna", die zwischen dem 7 und 3 Jhd. v. Chr. an Bedeutung gewann. Ihre Blütezeit erlebte sie im 6. und 5. jhr v Chr, darauf weisen Funde sehr reger Bautätigkeit hin. Anfänglich noch von der sozioökonomischen Krise des 5 Jhr. verschont, fielen die Römer 264 v. Chr schließlich in Velzna ein und machten die Stadt dem Erdboden gleich.

 

Deren Einwohner wurden nach ,,Volsinii Novi", dem heutigen Bolsena umgesiedelt. Bis zum 6.Jahrhundert seiner selbst überlassen, wird der Felsen mit den Barbareninvasionen wieder zum idealen Siedlungsort. So beginnt im 5. Jahrhundert eine lange Periode des Wiederaufbaus der Stadt, die fortan ,,urbs vetus ,, (also bereits ,,antike Stadt") genannt wird, wovon ,,Orvieto abgeleitet wurde.

 

Um das Jahr 1000 bestehen feudale langobardische Ordungsstruckturen,doch bereits 1137 wird der Stadtstaat ausgerufen, der seine Blüte im 13. und 14. Jahrhundert erlebt. Die Bevölkerung setzte sich aus Handwerkern, Kaufleuten, Kleinbauern mit Grundbesitz und nur wenigen Adligen zusammen. Die Stadtherrschaft Orvietos präsentiert sich dem modernen Zeitalter zum einen durch die Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern des Papstes und den Imperialisten, zum anderen durch die schwarze Pest des Jahres 1348 geschwächt und wird innerhalb kurzer Zeit dem Kirchenstaat angegliedert. Im 14. und 15. Jhr hingegen blüht die Stadt auf und erstrahlt als Papstresidenz wieder in ihrem alten Glanz.

Architekten ersten Ranges geben ihr in jener Zeit ein neues Gesicht. Etwas abgeschwächt hält diese Entwicklung über die folgenden Jahrhunderte an und verstärkt sich noch einmal kurz nach der Annexion durch das italienische Königreich im Jahre 1860.

 

Die Geschichte Orvietos setzt sich in seinem dunklen, gewundenen, endlosen Untergrund fort: Orvieto, vor fast 3000 Jahren auf dem Felsen erbaut, befindet sich praktisch auf einer unterirdischen Stadt, die in der gleichen Zeit aus dem weichen Tuffsockel gehöhlt wurde.

In Orvieto findet man Kunst nicht nur in den Museen, sondern auch in vielen Werkstätten entlang der historischen Strassen. Entdecken lassen sich da bizarre Fabelwesen in Tischlereien entlang des Weges.

Die auf orvietanischem Boden gelegenen Weinberge waren bereits der ganze Stolz der Etrusker. Bis zum heutigen Tag wird in der "Stadt, in der der Wein fließt" der "Orvieto Classico", ein Weißwein höchster Qualität hergestellt.

 

Eine Stadt teilst sich nicht zuletzt über seine Bräuche und traditionellen sowie modernen Feierlichkeiten mit. Zu welcher Zeit man auch immer nach Orvieto kommt, es wartet eine Feier: ob auf den Strassen, in den Kirchen, in den Gaststätten oder unter der Bevölkerung. Von Kunsthandwerkermärkten und Weinproben, über Theateraufführungen bis zu allerlei musikalischen Begegnungen. Unzählige Anlässe laden zum Mitmachen ein. So werden auch für sportlich Interessierte Reitturniere und Mountain-Bike-Rennen veranstaltet.


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