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Oruro – Urlaub in der Karnevalshochburg Boliviens

Diablada-Tänzer beim Karneval von Oruro

Diablada-Tänzer beim Karneval von Oruro. Foto: CreativeCommons/José Porras

In einer Höhe von 3.710 Metern liegt Oruro, die Hauptstadt des gleichnamigen Departamentos. Für Urlauber gibt es in der Anden-Stadt nicht viel zu entdecken. Seit ihrer Gründung im Jahre 1606 war Oruro ein bedeutendes Zentrum des Bergbaus. Zinn und Silber wurden hier abgebaut, bis die Bodenschätze immer weiter versiegten und man den staatlichen Bergbau Mitte der 90er Jahre einstellte. Heute gibt es in der Industriestadt zwar noch einige kleinere Minen, doch große Schätze werden nicht mehr ans Tageslicht befördert. Oruro ist vielmehr für sein reiches kulturelles Erbe berühmt und trägt auch den Beinamen „Folklorehauptstadt Boliviens“.

 

Dass ihre Heimatstadt diesen Namen verdient hat, beweisen die Orureños jedes Jahr zur Karnevalszeit. Der Karneval von Oruro gilt als eines der schönsten Feste in ganz Bolivien und zählt zum immateriellen Weltkulturerbe der UNESCO. In Oruro haben fast 90 Prozent aller Bewohner indigene Wurzeln, die indianische Kultur ist daher sehr stark ausgeprägt und im Alltag präsent. Das zeigt sich besonders im Karneval, dessen Feierlichkeiten jedes Jahr tausende Besucher aus ganz Bolivien und dem Ausland anziehen. Schon Wochen vorher sind die Busse und Hotels ausgebucht. Wer sich den Karneval von Oruro in seinem Bolivien-Urlaub nicht entgehen lassen möchte, sollte sich frühzeitig um Anreise und Unterkunft kümmern.

 

Kirche Santuario de la Virgen del Socavón

Kirche Santuario de la Virgen del Socavón. Foto: CC/José Porras

Obwohl hierzulande nur der brasilianische Karneval weitgehend bekannt ist, hat auch der bolivianische Karneval viel zu bieten. Ganz so knapp wie in Rio sitzen die Kostüme in Oruro zwar nicht, doch auch hier zeigen die Morenada-Tänzerinnen viel Haut. Der Karneval von Oruro zeigt die gesamte Bandbreite bolivianischer Tänze aus dem Hochland. In farbenfrohen und aufwändig verzierten Kostümen tanzen Diablada-, Morenada-, Tinku- und viele andere Tänzer und Tänzerinnen zur lautstarken Trommel- und Trompetenmusik und verbreiten eine tolle Stimmung.

 

Die Karnevalsfeierlichkeiten beginnen traditionell am Samstag vor Rosenmontag und dauern drei Tage an. Der Samstag ist der Virgen del Socavón (deutsch: Jungfrau des Bergwerkstollens) gewidmet. Dementsprechend führt der Umzug, der sich aus Musikern und Tänzern in Teufelskostümen zusammensetzt, zur Iglesia del Santuario de la Virgen del Socavón. Die Teilnehmer schwören der Jungfrau, drei Jahre am Karneval teilzunehmen. Viele bleiben dem Karneval in Oruro jedoch ein Leben lang treu.

 

Tobas-Tänzer in farbenfrohem Kostüm

Tobas-Tänzer in farbenfrohem Kostüm

Am darauf folgenden Sonntag fangen die Festlichkeiten bereits frühmorgens um 4 Uhr mit dem Saludo al Alba an. Lautstark begrüßen die Musikbands den neuen Tag und stimmen die Zuschauer und Tänzer auf den bevorstehenden Umzug (Corso de Domingo de Carnaval) ein, bei dem wieder getanzt und musiziert wird was das Zeug hält. Am Nachmittag lösen die Kleinen die Erwachsenen mit ihrem ebenso farbenprächtigen Kinderzug ab.

 

Der Rosenmontag steht ganz im Zeichen der Diablada (Teufelstanz) und der Morenada. Tanzend begeben sich die Gruppen zur Kirche, wo sie von der Jungfrau Kraft für das neue Jahr erbitten und sich vom Karneval verabschieden. Trotzdem finden die ganze Woch über noch kleinere Umzüge und religiöse Zeremonien statt, bis der Karneval am Sonntag unter Begleitung von Gesang und Tanz „begraben“ wird.

Sehenswertes in Oruro und Umgebung

Am Lago Poopó leben Flamingos

Am Lago Poopó leben Flamingos

Wie schon erwähnt hält die Industriestadt Oruro nicht viele Sehenswürdigkeiten für Urlauber bereit. Wer sich jedoch für die Geschichte des Bergbaus interessiert, sollte sich genau zwei Museen ansehen. Das Museo Patiño, das dem ehemals reichsten Mann von Oruro gewidmet ist und sich in seiner ehemaligen Residenz befindet. Der Zinnbaron Patiño war einst der reichste Mann ganz Boliviens, wovon auch heute noch die edlen Möbelstücke des Museo Patiño zeugen. Eine andere Seite des Bergbaus zeigt das Museo Etnográfico Minero, in dem die harten Arbeitsbedingungen und die Ausbeutung der Minenarbeiter thematisiert wird.

 

Von Oruro aus bieten einige Veranstalter Ausflüge zur südlich gelegenen Laguna Uru Uru und zum See Poopó an, die beide vom Río Desaguadero gespeist werden. Wer in seinem Bolivien-Urlaub Flamingos und andere Wasservögel in freier Wildbahn erleben will, ist hier genau richtig. Die Fahrt zum Lago Poopó gestaltet sich etwas aufwändiger, aufgrund der unwegsamen Strecke wird ein Geländewagen benötigt. Auch hier kann man Flamingos beobachten, die auf der Suche nach Futter durch das schlammige, salzhaltige Wasser des Poopó waten. Das Wasser des Poopó ist durchschnittlich nur drei Meter tief.

 

Daniela Hesse


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