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Das Ölmuseum Hacienda La Laguna

Der Anbau von Olivenbäumen und die Gewinnung von Olivenöl ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Andalusien, der viele Arbeitsplätze sichert. Spanien hat heute einen Marktanteil von 30%, was die weltweite Produktion von Olivenöl anbelangt. Davon wird 40% in Andalusien hergestellt, 25% allein in der Provinz Jaén. 50% seines Olivenöls verbraucht Spanien im eigenen Land, 50% werden exportiert.

 

Das Ölmuseum “Hacienda La Laguna” im nahe gelegenen Naturpark “La Laguna” in der Provinz Jaén trägt diesem bedeutsamen Wirtschaftszweig Rechnung. Die Hacienda, auf deren Gelände mehr als 100.000 Olivenbäume wuchsen, diente im 19. Jahrhundert als Ölfabrik und Bodega.

 

1993 erwarb die andalusische Landesregierung das Anwesen und formte daraus den “Consorcio Hacienda La Laguna”, dem heute neben dem Museum eine Hotelfachschule, ein Hotel, ein Schülerwohnheim und zwei Restaurants angehören.

 

Im angeschlossenen „Garten der Vielfalt” wachsen 30 verschiedene Olivenarten aus dem gesamten Mittelmeerraum (Syrien, Türkei, Griechenland, Nordafrika, Italien, Frankreich, Spanien). Insgesamt gibt es jedoch 260 verschiedene Olivensorten, als deren Urvater der Olivenbaum „Acebuche“ gilt.

 

Der Ursprung des Olivenbaumes wird zwischen Syrien, Iran und dem Kaukasus vermutet. Die Phönizier führten ihn im Mittelmeerraum ein, und die Spanier brachten ihn nach Südamerika.

 

Heute ist der Olivenbaum sogar in Australien zu finden. Die Olivenernte findet je nach Sorte zwischen November und Februar statt; im März werden die Olivenbäume geschnitten und im August/September alte Äste und Wurzelschösslinge entfernt, die dem Baum Kraft und Vitamine nehmen.

 

Im Ölmuseum sind eine Reihe von alten Pressen zu sehen, doch besonders eindrucksvoll ist eine ehemalige Turmpresse, die aus dem 19. Jahrhundert aus einem Landhaus in der Nähe von Andújar stammt. In dem 4-eckigen Schacht über der Presse befindet sich ein 8000 kg schwerer Stein, der mit seinem Gewicht das Öl aus den zuvor gemahlenen Oliven presst.

 

Nach der ersten Pressung oder Kaltpressung, aus dem das Olivenöl „virgen extra“ gewonnen wird, wird Wasser erhitzt, mit der restlicher Olivenpaste vermischt und noch 2-3 Mal nachgepresst. Im Dachzimmer der Turmpresse wurde ein Zimmer eingerichtet, wie es typisch für die damaligen Landarbeiter ist.

 

Die zur Hacienda gehörende Bodega, die 1848 von einem polnischem Ingenieur konstruiert wurde, wird wegen ihrer auβergewöhnlichen Architektur und der für das 19. Jahrhundert typischen Kuppel auch „Kathedrale des Öles“ genannt. Ihre zehn Depots fassen je 100.000 Liter Öl.

 

Im Museums-Shop können die Besucher Olivenöle der Qualität “virgen extra”, aber auch die unterschiedlichsten Produkte aus Oliven wie Marmelade, Pasteten, Shampoos, Cremes oder Seifen erwerben, denn das Olivenöl birgt viele gesundheitsfördernde Aspekte: Olivenöl senkt den Cholesterinspiegel, schützt Herz und Knochen, heilt Wunden, wird zur Behandlung von trockener Haut, Schuppen, Akne, Verbrennungen, oder Narben eingesetzt und sogar als Gegengift oder Abführmittel verwendet.

 

Weiter Informationen unter www.museodelaculturadelolivo.com


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