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Tage 5, 6 und 7: Expedition auf dem oberen Mekong zu den Süsswassser-Delphinen
Um noch tiefer in das Herz Kambodschas eindringen zu können, starten wir den Mekong hinauf bis zu den Stromschnellen zwischen Kratie und Stuc Trenc. Dort befindet sich eines der letzten Gebiete dieser Erde, in dem wir noch Süsswasser-Delphine beobachten zu können. In dieser abgelegenen Gegend, die fernab der bekannten Touristenpfade liegt, führt uns unsere Fahrt durch undurchdringlichen Dschungel – der ganze einheimische Verkehr kann sich nur auf dem Wasser abwickeln. Dieser Teil der Flusskreuzfahrt kann nur bei hohem Wasserstand von Oktober bis Dezember stattfinden.
Unterwegs halten wir nördlich von Kampong Cham und erklimmen schweißtreibend einen Hügel zum Tempel von Wat Hanchey aus dem 7. Jahrhundert. Dort erwartet uns ein herrlicher Rundblick auf den Mekong und den undurchdringlichen Dschungel. Am Nachmittag ist ein Besuch im benachbarten Dorf auf dem Programm.
Sofort nach dem Anlegen sind wir von einer Schar neugieriger, freundlich lachenden Kindern umgeben, die uns durch das ganze Dorf begleiten. Verständlich, denn hier kommt vielleicht jede ein bis zwei Monate mal ein Schiff mit Besuchern vorbei. Bekannt ist das Dorf für seine Webarbeiten. Wir können nicht widerstehen und decken uns direkt bei den Handwerkern mit Schals und Tüchern jeglicher Art ein. Dann bringt uns ein Minibus zur Anlegestelle der einheimischen Boote, mit denen wir die Suche nach den Süsswasser-Delphinen aufnehmen. Auch Irrawaddy-Delphine genannt, gehören sie zu Kambodschas gefährdeten Tierarten. Experten befürchten, dass nur noch etwa 60 Tiere in den Wassern des Mekong nördlich von Kratie überlebt haben. Die scheuen Flusssäugetiere schlafen nachts in Höhlen am Boden des Flusses, stellen dabei ihre Körperaktivitäten fast vollständig ein und tauchen in der Frühe auf, um Luft zu holen. Wir haben Glück, denn nach einer Stunde des Kreuzens auf dem Fluss sehen wir ganz in der Nähe die eleganten Körper mit den charakteristischen Finnen auf dem Rücken immer wieder aus dem Wasser auftauchen.
Tage 8, 9 und 10: Gemächliche Flussfahrt zurück zum Tonle River
Bei diesem Teil unserer Reise verbleibt uns genügend Zeit, die Feuchtgebiete um die Mündung des Tonle Sap zu erforschen, in denen es ein beispielloses Vogelleben und schwimmende Dörfer gibt. Schon früh am Morgen sind wir an Deck, denn die Orient Pandaw kreuzt durch den immer enger werden Tonle-Fluss, der sich durch schwimmende Dörfer und riesige Fischreusen schlängelt. Bevor der Fluss in den Tonle Sap-See mündet, müssen Kapitän und Lotse unserer Orient Pandaw ein Meisterstück in Navigation ablegen, denn ohne Hilfe von Bojen oder sonstigen Kennzeichen am Ufer muss die richtige Passage in dem Gewirr der Flussarme gefunden werden.
Jetzt, am Ende der Regenzeit, haben sich Fluss und See um das Dreifache ausgedehnt und die Wassermassen beginnen in den Mekong abzufließen. Jetzt beginnt die Zeit des Fischfangs. Familien besteigen ihre Boote und leben für kurze Zeit in Hütten, die auf Stelzen gebaut sind. Wenn das Wasser sinkt, legen sie Netze aus und stellen Reusen und geflochtene große Körbe als Fallen auf. Bis zum Februar verringert sich das Wasservolumen auf ein Drittel des Höchststandes und bei sinkendem Wasserstand gibt es für die Fische kein Entrinnen: Sie werden gefangen und die meisten bis zum nächsten Morgen nach Thailand verschifft.
Auf unserem Schiff bietet unser Chefkoch stets die Möglichkeit, auch unter einheimischen Gerichten wählen zu können. Zu einer kambodschanischen Mahlzeit gehört fast immer eine Suppe, die zusammen mit anderen Speisen gegessen wird. Zum Frühstück hat uns die kambodschanische Nudelsuppe bestens geschmeckt und lecker war die Fischsuppe mit Kokosmilch am Abend. Dazu wird ein Baguette serviert, ein Andenken an die französische Vergangenheit. Die angebotenen Weine kommen meist aus Australien, das Bier wird von Joint-Venture-Unternehmen mit westlichen Brauereien hergestellt. Am besten hat uns das 333 (bah-bah-bah) geschmeckt.
Als wir den Tonle Sap Lake erreichen, werden wir zum traditionellen Sunset Farewell Cocktail auf dem Sonnendeck eingeladen. Dem Cocktail folgt ein Barbecue und wir nehmen an den festlich gedeckten Tischen auf dem Deck unter dem Sternenhimmel Platz. Zum Schluss wird uns an diesem letzten Abend der Flussfahrt noch einmal die gesamte Crew des Schiffes vorgestellt, die mit einem starken Applaus verabschiedet wird. Langsam wird es an Bord leiser, bis weit nach Mitternacht nur noch ein Grüppchen Unentwegter die Drinks und die laue Nacht genießen.
Tag 11:
Wir überqueren den See, der eine Länge von über 100 Meilen aufweist. Vom Ankerplatz auf dem See bringen uns kleine Boote durch schwimmende Dörfer mit Kirche, Schule und „Supermarkt“ – alles schwimmend auf dem Wasser. Noch einmal machen wir an einer schwimmenden Fischfarm Halt, um das faszinierende Füttern der wuselnden Fischleiber zu sehen. Dann erreichen wir das Ufer und ein Bus bringt uns nach Siem Reap zur Verabschiedung. Ganz zünftig nehmen wir dann eine Motorrad-Rikscha und fahren mit dieser vor dem „Le Meridien“ vor, das wir als Stützpunkt für unsere Besichtigungen von Angkor Wat ausgesucht haben.
Tage 12, 13 und 14: Siem Reap und Angkor Wat
Siem Reap war ein großes Dorf, bevor französische Kolonialherren Angkor Wat im 19. Jahrhundert wieder entdeckten. Doch die Faszination der Ruinen katapultierte dieses Gebiet recht schnell in ein Touristen-Mekka. Das erste große Hotel, „The Grand Hotel d’Angkor“, wurde bald zum Anziehungspunkt für die Reichen und Schönen. Charlie Chaplin und Jackie Kennedy bestaunten – ebenso wie tausende Neugierige – die freigelegten mächtigen Ruinen.
Seit nunmehr 10 Jahren wächst der Besucherstrom stetig an und seitdem Angkor Wat auf die Liste der Neuen Sieben Weltwunder gesetzt worden ist und außerdem als UNESCO World Heritage Site gilt, sind die Touristen nach der Ära der Roten Khmer wieder da, und das in immer größer anwachsender Zahl.
Und was ist das Schönste am Abend nach den anstrengenden Besichtigungen? Richtig – eine wohltuende klassische Khmer-Massage oder eine Reflexzonen-Fußmassage. In Siem Reap werden auf Schritt und Tritt solche angeboten und wir können diese nur empfehlen. Gegen unseren gesunden Hunger gehen wir ins Café Indochine und genießen gehobene einheimische Küche auf einer luftigen Terrasse auf Stelzen. Für einen ausklingenden Abend empfehlen wir die Red Piano-Bar. Hier besteht die Dekoration aus Filmplakaten und Fotos von Angelina Jolie in ihrem Film Tomb Raider. Mit einem Glas Tomb Raider-Cocktail stoßen wir auf schöne Tage an.
Zum guten Schluss:
Was uns wohl am längsten in Erinnerung bleiben wird, das sind die freundlichen Menschen in Vietnam und vor allem in Kambodscha. Trotz vieler Jahre Blutvergießen, Hunger und politischer Unwägbarkeiten ist es Vietnamesen wie auch Kambodschanern gelungen, ein von Herzen kommendes Lächeln zu bewahren. Uns wurde stets aufrichtige Herzlichkeit und Wärme entgegen gebracht.
Eine Reise mit der Pandaw auf dem Mekong kann kaum noch überboten werden. Oder doch? Wir erinnern uns: Die Orient Pandaw kreuzt ab Juli 2009 auf dem längsten Fluss Malaysias, auf dem Rajang River in Borneo. Vielleicht ergibt sich die Gelegenheit, die zweitgrößte Insel der Welt per River-Cruise zu entdecken?
INFO-BOX:
Klima und Reisezeit
Trockenzeit von November-Februar: trockener Nordost-Monsun mit erträglichen Temperaturen. „Heiße“ Zeit von März – Mai: Trockene Hitze mit Temperaturanstieg bis auf über 40 Grad.
Regenzeit von Mai-Okt.: Südostmonsun mit starken Regenfällen und hoher Luftfeuchtigkeit.
Doch lassen Sie sich nicht von der Bezeichnung „Regenzeit“ irritieren! Die Regenfälle sind zwar heftig, aber nur von ganz kurzer Dauer – und meist am Nachmittag, Abend oder in der Nacht. So empfinden wir die Regenschauer jetzt am Anfang Oktober eher als Abkühlung und als Belustigung.
Flüge
Non-Stop-Flüge mit Vietnam Airlines (Fluglinie mit den modernsten Maschinen. Andere Linien fliegen meist über Bangkok, Hongkong oder Singapur)
Einreiseformalitäten
Besucher aus der EU und der Schweiz benötigen alle ein Visum für Vietnam, erhältlich bei den Botschaften in Berlin, Wien oder Bern. Für Kambodscha wird dieses entweder bei Einreise am Flughafen in Phnom Penh oder Siem Reap erteilt, bzw. an Bord der Pandaw Schiffe gegen eine amtliche Gebühr von US-$ 25,-- p.P.
Impfungen
Malaria-Prophylaxe; wegen der aktuell benötigten Impfungen informieren Sie sich bitte bei Ihrem Hausarzt.
Sicherheit
Überfälle auf Reisende sind bereits Geschichte, in den Großstädten ist dieselbe Vorsicht anzuraten wie in deutschen oder internationalen Großstädten auch.
Reiseanbieter
Flussreisen mit der Pandaw werden von vielen Veranstaltern angeboten, wie z.B. von Lernidee Erlebnisreisen/Berlin, Lotus Travel Service/München, Tischler-Reisen/Garmisch-Partenkirchen, Jumbo-Gruppe/Wien.
Pandaw-Kontakt: www.pandaw.com





