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Oasen - auch Ägyptens Wüste lebt
Die Landschaft der westlichen Wüste Ägyptens mutet phantastisch an: Sandmeere, Wanderdünen, bizarre Felsformationen und nicht zuletzt ihre Oasen sorgen dafür. Hier klingen die Geschichten von verlorenen Schätzen, verschollenen Karawanen und Heldentaten noch glaubhaft.
Die riesige Ausdehnung der Wüste und ihre tiefen Geheimnisse verleihen ihr eine eigentümliche Faszination. Wer ihre Oasen mit den zahllosen Datttelpalmen nicht besucht hat, hat sie nicht wirklich kennengelernt!
Bekannte Oasen in Ägypten (Auswahl)
Siwa
Siwa (20 000 Einwohner), nahe der Grenze zu Lybien gelegen, ist die vielleicht schönste Oase Ägyptens. 250 000 Dattelpalmen und 50 000 Olivenbäume wachsen auf der "Insel der Glücksseligen", die von 200 Quellen durchsetzt ist. Auch die zahlreichen Orangen- und Zitronenbäume Siwas sind eine Augenweide. Die wichtigste kulturelle Sehenswürdigkeit ist der Orakel-Tempel des Anun, den Alexander der Große im Jahre 332 v. Chr. aufsuchte, um dem Orakel zwei "einfache" Fragen zu stellen: Bin ich der Sohn Gottes? Werde ich die Welt beherrschen?
El Baharija
Diese 350 Kilometer südwestlich von Kairo gelegene Oase schaffte es vor einigen Jahren bis in die Weltpresse. 1999 wurde ein Friedhof mit 105 vergoldeten Mumien entdeckt, ein bedeutender archäologischer Fund. Archäologen hoffen, in El Baharija bis zu 10 000 Mumien aus römischer Zeit zu finden. Im Jahre 2001 stießen Paläontologen zudem auf die Überreste eines riesigen Dinosauriers.
Leider sind beide Fundstellen nicht zugänglich. Einige Funde aus dem "Valley of the Golden Mummies" sind allerdings im Antiquities Museum ausgestellt, darunter fünf golden verhüllte Mumien, die etwa 2 000 Jahre alt sein dürften.
Von den Pharaonen wurde die Oase wegen ihrer Weinproduktion geschätzt. Unter den zahlreichen heißen und kalten Quellen der Oase sticht Bir al-Ghaba, 16 Kilometer nordöstlich von Bawiti gelegen, als die schönste hervor.
Farafra
Farafra (20 000 Einwohner) mit ihren fröhlich bemalten Häusern ist die nach Siwa am weitesten vom Niltal entfernte Oase. Dattelpalmen- und Olivenplantagen sowie Apfel- und Aprikosengärten prägen die Landschaft.
In Farafra ist die Wüste stets präsent, da die Oase direkt an die ersten Dünen des Großen Sandmeeres grenzt. Faszinierend ist eine Übernachtung in der 20 Kilometer entfernt gelegenen en Sahara Al-Beida (Weiße Wüste). Die Winderosion hat hier aus hellem Sandstein bizarre Skulpturen geschaffen, die manchmal wie riesige Pilze, manchmal wie Gnome aussehen. Bei Vollmond erscheint die fast gänzlich weiße Landschaft wie elektrisiert.
El Faijum
Diese größte und ökonomisch wichtigste Oase Ägyptens mit ihren üppigen Feldern und Obstplantagen wird vor allem von Kairo-Besuchern bereist. Sie bietet einen wohltuenden Kontrast zum Großstadtmoloch. Etwa 100 Kilometer liegt die Oase von der Hauptstadt entfernt.
Auf ihren satt-grünen Feldern, die über einen Kanal mit Nilwasser versorgt werden, wachsen zahlreiche Blumen. El Faijum, auch "Garten Kairos" genannt, ist seit dem Altertum wegen seiner Fruchtbarkeit berühmt. Unweit des Tourismusbüros und des Kaffeehauses Al Medina findet man vier Exemplare der für El Faijum charkteristischen großen Wasserschöpfräder.

