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Nußdorf am Inn
Nußdorf am Inn liegt in Oberbayern, rund 20 Kilometer südlich der Stadt Rosenheim. Das 2.700-Seelen-Dorf ist das Zentrum der gleichnamigen Gemeinde. Archäologen fanden in Nußdorf Siedlungsspuren aus der Zeit der Kelten und Römer, die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem 8. Jahrhundert.
Bilderbuchromantik
Das Ortsbild ist intakt und wirkt wie aus dem Bilderbuch. Traditionelle Bauernhöfe mit bemalten Fassaden und reicher Blumenschmuck prägen den Ort im Rosenheimer Land. Dank seines Blumenreichtums heimste Nußdorf schon Preise ein, etwa 2004 die Goldmedaille im europäischen Wettbewerb „Entente Florale“. Nur die mitten durch den Ort getriebene Landstraße beeinträchtigt die Idylle durch hohes Verkehrsaufkommen und Raser.
Mühlenweg
Nußdorfs Lebensader ist seit dem 15. Jahrhundert der in einem künstlichen Bett rauschende, zwei Kilometer lange Mühlbach. Er wurde für den Betrieb verschiedener Gewerke vom Steinbach abgeleitet.
Nußdorf restaurierte den Wasserlauf und schuf mit dem „Mühlenweg“ eine Industriekultur-Route mit 18 Stationen. Besucher passieren Wasserräder, ehemalige Getreide- und Ölmühlen und eine alte Gerberei. Ein paar Gewerke sind noch in Betrieb, beispielsweise das Sägewerk im Ortskern. Mit etwas Glück können Gäste den Arbeitern über die Schulter schauen.
Der Mühlbach lieferte über Jahrzehnte auch den Strom für alle Nußdorfer Haushalte. Familie Adamer übernahm die Energieerzeugung und speiste das lokale Stromnetz. Wegen zahlreicher Stromausfälle sprachen die Einheimischen von „Adamers Lichtspielen“. Von Mai bis Oktober laufen an jedem ersten und dritten Donnerstag im Monat rund 90-minütige Führungen am Mühlenweg.
Zudem können in der Touristinformation Sonderführungen vereinbart werden. Die Route ist dank ausführlicher Informationstafeln auch gut auf eigene Faust zu besichtigen.
Sankt Leonhard und Kapellen
Nußdorf ist eine Etappe des Jakobsweges. Pilger kommen zur gelb getünchten Wallfahrtskirche Sankt Leonhard. Das Gotteshaus liegt am Ortsrand, umgeben von Feldern und Wiesen. Anfang November ist das Gotteshaus Ausgangspunkt des Leonhardiritts. Dann werden rund 150 Pferde und andere Tiere auf einer Feldmesse gesegnet, anschließend ziehen die festlich geschmückten Rösser, Wagen und Reiter durch das Dorf. Rund um Nußdorf liegen zwei weitere Wallfahrtskirchen: Mariä Heimsuchung im östlich von Nußdorf gelegenen Kirchwald sowie die Heiligkreuzkirche im Süden. Zu beiden führen idyllische Wanderwege.
Unterkunft
Das Drei-Sterne-Hotel Schneiderwirt der Familie Grandauer bietet moderne, gut ausgestattete Zimmer mit Blick auf die Berge und ein Frühstück mit lokalen Leckereien. Das Hotel eröffnete im Frühjahr 2008 und ist Teil des gleichnamigen Gasthauses. Die Ursprünge gehen bis ins 15. Jahrhundert zurück. Neben dem Hotel gibt es Zimmer im Gasthaus, regionale Küche wird in der Schänke und im von zahlreichen Bäumen beschatteten Biergarten gereicht. Internet: www.schneiderwirt.de
Service
Nudorf ist nicht an den Schienenverkehr angeschlossen. Busse fahren beispielsweise von Rosenheim, Bahncard-Inhaber bekommen Ermäßigung. Führungen können beim Verkehrsamt Nußdorf unter der Telefonnummer 08034-907920 vereinbart werden. Internet: www.nussdorf.de
Text: Berit Böhme




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