URLAUB IN SÜDAFRIKA - NORTHERN CAPE

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Urlaub in Northern Cape – Kalahari, Wildtiere und Diamantenbarone

Endlose Weite in Northern Cape

Endlose Weite in Northern Cape. Fotos: Graeme Williams*

Die im Westen Südafrikas gelegene Provinz Northern Cape ist mit 30 Prozent Landfläche die größte des afrikanischen Landes. Sie ist zudem eine der trockensten Regionen Südafrikas, in der es nur im Frühjahr regnet. Dann erblühen die Wüsten der Provinz in prächtigen Farben, wie zum Beispiel im Namaqualand Nationalpark. Sonst blüht in Northern Cape nicht sehr viel, da das Klima hier sehr trocken und heiß ist. Lediglich in der Umgebung des Oranje-Flusses ist Landwirtschaft möglich. Dort wird auch Wein angebaut.

 

Northern Cape ist jedoch nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern auch reich an Bodenschätzen. Die lockten Ende des 19. Jahrhunderts Gold- und Diamantensucher in die Provinz. Heute können sich Urlauber im Osten von Northern Cape auf die Spuren der Diamantensucher begeben.

Kimberley – auf den Spuren der Diamantensucher

Urlauber auf Diamantensuche in Kimberley

Urlauber auf Diamantensuche in Kimberley

Als der junge Erasmus Jacobs 1866 am Ufer des Oranje-Flusses einen 21 Karat schweren Diamanten fand, löste er damit einen gewaltigen Diamantenrausch aus. Fast täglich kamen hunderte Diamantenbesessene nach Kimberley, das vor 1877 nur „New Rush“ genannt wurde. Von der einstigen Diamantensuche zeugt auch heute noch „The Big Hole“, das häufig als „größtes, von Menschenhand gegrabenes Loch“ bezeichnet wird. Die Ausmaße der 1914 geschlossenen Diamantengrube sind tatsächlich gewaltig: 215 Meter tief und 500 Meter breit ist das Loch. Drei Tonnen Diamanten schleppten die Diamantengräber aus der riesigen Grube.

 

Mit großen Diamantenfunden macht Kimberley heute zwar keine Schlagzeilen mehr, doch rund um die Ortschaft kann man immer noch Diamantensuchern bei der Arbeit zusehen. Außerdem kann man in Kimberley Diamanten kaufen und alles über die aufregende Diamantensuche erfahren. Im Mc Gregor Museum zeigt eine Ausstellung, wie die Diamantenbarone lebten – allen voran Cecil Rhodes, dem zahlreiche Minen in und um Kimberley gehörten und der das Unternehmen De Beers gründete.

 

Bei einer Bergwerkbesichtigung können Urlauber in 860 Metern Tiefe Abenteuerluft schnuppern. Im Minenmuseum haben Urlauber sogar die Möglichkeit, den größten Diamanten der Welt zu bewundern, der das stolze Gewicht von 616 Karat auf die Waage bringt.

Tswalu Kalahari Reservat – Lebenswerk eines ehemaligen Großwildjägers

Rauschende Wasserfälle nahe Upington - Augrabies Falls

Rauschende Wasserfälle nahe Upington - Augrabies Falls

Ausgerechnet einem Großwildjäger ist die Gründung des Tswalu Kalahari Reservats zu verdanken. Als Stephen Boler 1988 bei einer Jagd in Tansania feststellte, dass es nur noch 12 Schwarze Nashörner gab, von denen zehn Jahre zuvor noch einige Tausend existiert hatten, wandelte er sich zum engagierten Tierschützer und kaufte in der nahe des Korranaberg-Massivs nach und nach 100.000 Hektar Land auf. Darauf folgte der Einkauf von tausenden Wildtieren, für die der Brite mehrere Millionen Dollar bezahlte.

 

Dem Großprojekt Stephen Bolers ist es zu verdanken, dass Springböcke, Gnus, Büffel, Antilopen, Elefanten, Löwen, Leoparden und Zebras im Tswalu Kalahari Reservat eine neue Heimat gefunden haben. Auch einige der begehrten Schwarzen Nashörner (auch Spitzmaulnashörner genannt) konnte Boler erwerben. In dem Reservat leben die Tiere geschützt und werden auch nachgezüchtet. So konnten bereits einige Exemplare in andere Teile Afrikas exportiert werden, wo diese Arten längst ausgerottet worden waren. Nach dem Tod des britischen Multimillionärs im Jahr 1998 übernahm sein Freund Nicholas „Nicky“ Oppenheimer, der steinreiche Besitzer des De Beers-Diamantenkonzerns, das Erbe des ehemaligen Großwildjägers. Wer im Urlaub die beeindruckende Tierwelt Afrikas erleben möchte, kann sich direkt im Tswalu Kalahari Reservat einquartieren. Dafür stehen luxuriöse Unterkünfte bereit, von denen aus man das Leben der Tiere im Park beobachten kann.

Augrabies Falls – rauschendes Naturphänomen

Ein weiteres Highlight jeden Urlaubs in Northern Cape befindet sich nahe der Großstadt Upington, die an den Ufern des Oranje liegt. 120 Kilometer westlich von Upington stürzen die Wassermassen des Oranje bei den Augrabies Falls in die Tiefe. In mehreren Kaskaden fällt das Wasser bis zu 190 Meter tief. Dabei stürzen bis zu 50.000 Kubikmeter pro Sekunde die beeindruckenden Schluchten hinunter, in der Regenzeit können es sogar einige Millionen Kubikmeter Wasser sein.

 

Die San nannten das rauschende Naturphänomen „Ort des großen Rauschens“, was in ihrer Sprache „akurabis“ heißt und den Wasserfällen ihren heutigen Namen gab. Der See, in den die Wassermassen stürzen ist über hundert Meter tief. Einem Gerücht zufolge sollen auf seinem Grund viele Diamanten liegen. Die gewaltigen Wassermassen der Augrabies Falls machen jedoch jegliche Tauchversuche unmöglich.

Kalahari – einzigartige Wüstenlandschaft

Der Springbock ist das Nationaltier Südafrikas

Der Springbock ist das Nationaltier Südafrikas

Mit einem Umfang von 1,2 Millionen Quadratkilometern ist die Kalahari (auch unter dem Namen Kgalagadi bekannt) das größte zusammenhängende Sandgebiet der Welt. Sie bedeckt weite Teile der Länder Südafrika, Botswana und Namibia und ist die Heimat der San-Buschmänner sowie zahlreicher Wildtiere. In der monotonen Einöde der Kalahari darf man zwar keine abwechslungsreichen Landstriche erwarten, dafür verzaubert die Kalahari in der Abenddämmerung mit einem besonderen Farbspiel. Dann taucht die untergehende Sonne die Kalahari in blutrotes Licht, Büsche und Bäume werfen bizarre Schatten. Mit der Nacht kommt nicht nur die Kälte, sondern auch Löwen und Geparden. In der Dunkelheit der Nacht gehen die Großkatzen, die tagsüber selten zu sehen sind, auf die Jagd.

 

Wer das Naturerlebnis Kalahari im Südafrika-Urlaub nicht missen möchte, dem sei ein Besuch des Kgalagadi Transfrontier Parks ans Herz gelegt. Der Park wird von Südafrika und Botswana gemeinsam betrieben und ging aus dem südafrikanischen Kalahari Gemsbok Nationalpark und dem botswanischen Gemsbok Nationalpark hervor, die beide in den 1930er Jahren entstanden. Der grenzübergreifende Park umfasst stolze 35.000 Quadratkilometer und ist damit fast doppelt so groß wie der berühmte Krüger Nationalpark.

 

*Fotos: Mit freundlicher Genehmigung von MediaClubSouthAfrica.com. Text: Daniela Hesse

 


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