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Urlaub in Nocera Umbra

Nocera Umbra (548 m) liegt inmitten einer hügeligen Landschaft zwischen den Bergen Monte Pennino und Monte Subasio. Die ersten Spuren menschlicher Siedlungen sind bis in die Altsteinzeit belegt. Danach wurde der Ort von verschiedenen Kulturen besiedelt. Der Name Nocera geht auf eine frühe Siedlung der Umbrer zurück und bedeutet soviel wie ,,Neubau".

 

Nocera Umbra

Nocera Umbra

Die Römer prägten das Geschick dieser Landschaft durch zwei wichtige Verkehrswege: Via Flaminia von Rom nach Fano und deren Abzweigung in die Marche bis nach Ancona. Nocera war römisches Munizipium und war besonders, wie uns von Strabo überliefert ist, wegen der Produktion von Holzgefäßen bekannt. Im 6. Jahrhundert wurde die Stadt, die der Christianisierung von je her offen gegenüber stand, zur Diozöse ernannt. Die Langobarden nahmen Nocera ein und machten es zu einer Garnison, die sie dann später zur Grafschaft ernannten und die schließlich im 9. Jahrhundert Grafschaft des Herzogs vom Spoleto wurde.

 

Die Herrschaft der Langobarden ist hinreichend durch drei Nekropolen belegt, deren bedeutenste Funde heute im Museum für hochmittelalterliche Kunst und Kultur in Rom ausgestellt sind. Eine Reihe von Burgen und kleineren Siedlungen, die die strategisch wichtige Positionen um Nocera herum besetzen, bezeugen die Verteidigungsfunktion und das Ansehen der Stadt.

 

Die Thermenanlage von Centino

Die Thermenanlage von Centino

Im 13. Jahrhundert wurde Nocera freie Komune. 1248 wurde die Stadt von den Truppen Friedrich II. zerstört. Von 1393 bis 1439 unterstand Nocera der Signoria der Trinci aus Foligno. Im 18. Jahrhundert gewann die Stadt wegen der besonderen Heilkraft seiner Quellen als Kurort zunehmend Bedeutung. Diese Periode erfuhr ihren Höhepunkt in der Zeit der ,,Belle Epoque". In den Centino-Thermen ist diese Tradition heute wieder aufgenommen worden.

 

Ob romanisch, gotisch oder byzantinisch - in Nocera Umbra gibt es Sehenswürdigkeiten aus vielen Epochen.

 

Der Dom, der auf dem höchsten Punkt des Hügels erbaut ist, wurde im Laufe der Zeit mehrmals erneuert und restauriert. Aus der romanischen Bauphase sind das Portal mit dekorierter Wölbung, das Steinkreuz und der achteckige Grundriss der Apsis erhalten. Nach der Zerstörung durch Friedrich II. wurde der Dom 1448 im Stil der franziskanischen Architektur Umbriens mit Bögen und Stützbalken wieder aufgebaut. Im 18. Jahrhundert wurde er im klassizistischen Stil erneuert. Im Inneren werden die sterblichen Überreste des Patrons S. Rinaldo, Bischof der Stadt, 1217 verstorben, aufbewahrt. In der Capella della Madonna sind Gemälde von Giulio Cesare Angeli von 1619 und Stuckverzierungen von Francesco Silva di Morbio zu sehen.

Der Campanaccio, ein Wachtturm aus dem 11. Jahrhundert, ist der letzte Überrest der Burganlage. Die Kirche S. Francesco dient heute als Pinakothek. Hier sind Fresken des Malers Matteo da Gualdo und ein gotischer Altar ausgestellt. Besonders wertvolle Stücke sind das Tafelbild von Matteo da Gualdo (1498), das Polyptychon von Nicolo Alunno (1483) und ein Kreuz im franziskanischen Stil aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die Sammlung umfasst aber auch einige bemerkenswerte Skulpturen und Gemälde heimischer Künstler. Schließlich sind auch Ausgrabungen aus alt- und jungsteinzeitlicher, römischer und mittelalterlicher Epoche und der Renaissance ausgestellt.

 

Die Kirche S. Filippo ist in gotischem Stil erbaut, der im vergangenen Jahrhundert (1886) von dem Architekten Luigi Poletti wiederbelebt wurden. In der Kirche S. Chiara sind zwei vergoldete Holzaltäre, drei Gemälde von Carlo Maratta (1642) und ein wunderschöner Chor im venezianischen Stil zu sehen.

 

Die Kirche S. Giovanni hat ein gotisches Portal, eine Tür aus dem 17. Jahrhundert und mehrere Altäre aus vergoldetem Holz, sowie Gemälde aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Neben dem Campanaccio, seien hier noch als Beispiele der weltlichen Baukunst der Turm La Parombara ein Wachturm aus byzantinischer Zeit und die Porta Vecchia, ehemals Porta S. Francesco erwähnt.

Die Sammlung des Museums Museo della civita contadina, das in den Räumen der Scuola sperimentale (I.T.I.) untergebracht ist, umfasst über 2000 Ausstellungsstücke. Die Biblioteca Piervissani verfügt über 35.000 Werke von historischer und kultureller Bedeutung.


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