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Das Mostviertel - Genießer-Urlaub "mild & wild"

Namensgebend: Das Mostobst. Foto: Niederösterreich Werbung/Mostviertel Tourismus

Das Mostviertel ist eine ruhige Region, die auch im 21. Jahrhundert von Landwirtschaft geprägt ist. Vor allem für die Kultivierung von Obstbäumen ist es weithin bekannt, deshalb auch sein Name. Heute ist echter Most (Saft) Kult, verständlich, haben doch viele Supermarktsäfte mit einem Naturprodukt nur wenig gemeinsam. Das angenehme Klima südlich der Donau und die imposanten Berge rund um das Hochkar locken heute auch viele Urlauber ins Mostviertel.

Birnbäume soweit das Auge reicht

Für alle Anhänger von Birnenmost, saftigen frischen Birnen, Birnenkuchen und Birnenasft ist das Mostviertel ein Paradies. Die Quintessence ist allerdings der destillierte Birnenmost, besser bekannt als Birnengeist. Auf großen Flächen findet sich eine große Vielfalt an Birnensorten, aber auch Apfel- und andere Obstsorten.

 

Auf den ersten Blick könnte man sie für einen riesigen Garten halten - jene Gebiete im niederösterreichischen Mostviertel, in denen sich die Menschen ganz und gar dem vergorenen, meist sortenreinen Birnensaft verschrieben haben. Begünstigt vom milden Klima südlich der Donau, reifen hier die edlen Früchte im größten geschlossenen Obstbaumgebiet Europas auf einigen hunderttausend knorrigen Bäumen. Wer durch die Gegend fährt, wird begeistert sein von der Schönheit der hügeligen Landschaft, den pittoresken Dörfern und den prächtigen Vierkanthöfen der Bauern. Optischer Höhepunkt ist ein Besuch zur Zeit der Birnbaumblüte Ende April/Anfang Mai, wenn über 300.000 blühende Obstbäume das ganze Land mit einem duftig weißen Blüten-Schleier überziehen.

Mostgenuss & Panoramablick

"Wanderbares" Mostviertel: Die Moststraße. Foto: Niederösterreich Werbung/Kurt-Michael Westermann

Die 200 Kilometer lange Moststraße schlängelt sich durch unzählige Obstgärten quer über die Hügel und punktet mit zahlreichen Genuss-Stationen. Gemütliche Moststraßenwirtshäuser, urige Moststraßenheurige, Bauern mit Ab-Hof-Verkauf und solche mit Urlaub-am-Bauernhof-Angeboten liegen direkt am Weg. Besonders reich an Aussichtspunkten sind die verträumten Panoramastrecken zwischen Behamberg und Kürnberg (Kaiserin-Elisabeth-Warte), zwischen Ertl und Seitenstetten (Voralpenblick) sowie zwischen Sonntagberg und Euratsfeld (Panoramahöhenweg).

Auf den Spuren der Schwarzen Grafen

In guten Museen wird Geschichte erlebbar gemacht. So gesehen ist das Mostviertel ein perfektes Open-Air-Museum. Denn hier gibt es überall Schätze, die in der Geschichte wurzeln. Da trifft es sich gut, dass die Mostviertlerinnen und Mostviertler besonders begabt darin sind, Altes mit Neuem zu verbinden und ihre Gäste zu spannenden Zeitreisen einzuladen.

Eisen & Holz

Ab dem 14. Jahrhundert brachte der Eisenhandel das Land zum Blühen. Das Eisen vom steirischen Erzberg wurde durch die Mostviertler Täler zur Donau transportiert. Im alpinen Mostviertel entstanden Schmieden, Hammerwerke und Holztriftanlagen. Allein in Waidhofen waren 100 Messer-, 60 Klingen- und 26 Zirkelschmiede aktiv, die ihre hoch geschätzten Erzeugnisse bis nach Venedig und in den Orient exportierten. Heute können Entdeckungsfreudige entlang der Eisenstraße den Spuren der Vergangenheit folgen: Hammerwerke besuchen, Schmieden bei der Arbeit zuschauen oder in der Triftanlage miterleben, was die Holzknechte früher leisteten. Erfolgreiche heimische Unternehmen setzen diese Traditionen fort - Bene Büromöbel, beispielsweise, oder die beiden aus Hammerschmieden hervorgegangen Firmen Welser Profile und Forster Industrietechnik.

Eiserne Bahnen

Angesichts der Globalisierung ihrer Handelsbeziehungen benötigten die Industrien des 19. Jahrhunderts bessere Verkehrswege. Die zwischen 1856 und 1858 erbaute Kaiserin-Elisabeth-Westbahn machte St. Pölten zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt und Handelszentrum. Gleichzeitig wurden die Gebirgstäler im Mostviertel mit Schmalspurbahnen erschlossen, die heute noch in Betrieb sind:
· Die Längste: Österreichs längste Schmalspurbahn, die Mariazellerbahn, verbindet St. Pölten mit dem Wallfahrtsort Mariazell. Zahlreiche Wanderwege im Pielachtal und rund um den Ötscher beginnen oder enden an ihren Bahnstationen.
· Die Steilste: Österreichs steilste Schmalspurbahn, der Ötscherland-Express, fährt von Kienberg-Gaming bis Lunz am See und überquert dabei zwei Taleinschnitte auf stählernen Trestleworkbrücken - Kinogehern aus Wild-West-Filmen bestens bekannt.
· Die Gemütlichste: Die von Einheimischen auch liebevoll-spöttisch "Schafkäse-Express" genannte Ybbstalbahn pfaucht seit mehr als hundert Jahren quer durch üppiges Weideland von Waidhofen an der Ybbs über Göstling nach Lunz am See.

Das Mostviertel - mit Schlössern, Stiften & Kirchen "gesegnet"

Vergangenheit und Gegenwart sind auch in Österreichs jüngster Landeshauptstadt St. Pölten lebendig, die im Norden des Mostviertels liegt. Am Augenfälligsten ist wohl der reizvolle Gegensatz zwischen prächtiger Barock- und Jugendstilarchitektur im Zentrum und dem futuristisch modernen Regierungsviertel der 90.000-Einwohner-Stadt.

In der näheren Umgebung St. Pöltens befinden sich zahlreiche Schlösser, Stifte und Kirchen, denen das Mostviertel seinen Beinamen "Gesegnetes Land" verdankt.


· Weithin sichtbar ist das Augustiner Chorherrenstift Herzogenburg mit seinem 70 Meter hohen Turm. Die barocke Stiftskirche, von Jakob Prandtauer und Fischer von Erlach ausgestaltet, gilt als bedeutendster Bau des österreichischen Spätbarock.
· Schloss Schallaburg mit seinem terrakottengeschmückten, zweigeschossigen Arkadengang ist sicher eines der schönsten Renaissance-Schlösser nördlich der Alpen.
· Stift Ardagger nahe der Donau beherbergt dagegen mit dem Margarethenfenster einen besonderen Kunstschatz: Es ist das älteste figurale Glasfenster im deutschsprachigen Raum. Ebenfalls beeindruckend: Der Kreuzgang und die Sonnenuhr am Stiftsgebäude, die neben der Ortszeit auch sogenannte "italienische und babylonische Stunden" anzeigt.
· Stift Seitenstetten, ein barockes Juwel, wird wegen seiner prachtvollen Anlage auch "Vierkanter Gottes" genannt.
· Wenige Kilometer weiter thront die mächtige barocke Basilika und Wallfahrtskirche Sonntagberg auf einem 700 Meter hohen Hügel.
· Am Eingang zur Bergwelt des Mostviertels liegt die Kartause Gaming, einst das größte Kartäuserkloster Mitteleuropas.
· Im Jahr 2002 feierte das barockisierte Zisterzienserstift Lilienfeld seinen 800. Geburtstag. In der gewaltigsten mediävalen Klosteranlage Mitteleuropas wird das erste offizielle Siegel mit dem österreichischen Staatswappen aufbewahrt.
· In Texingtal liegt das Märchenschloss Burg Plankenstein. Ritter bauten die Burg vor langer Zeit aus weißem Kalkstein. "Blanc" sagte man damals, daher der Name "Plankenstein". Heute finden Führungen durch die sorgsam renovierte Burg statt. Es gibt Seminarräume, Gästezimmer und Unterkünfte für Schlafsacktouristen.


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