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Radfahren in den Niederlanden

Radfahren in den Niederlanden - Räder in Nationalpark de Hoge Verluwe

Radfahren in den Niederlanden - Räder in Nationalpark de Hoge Verluwe. Fotos: Hans-Joachim Franzen

Wer spontan gefragt wird: „Was fällt Ihnen zu den Niederlanden ein?“, wird unter anderem Begriffe nennen wie Urlaub am Meer, Grachten, Tulpen, Käse, Fußball und nicht zuletzt Radfahren, und dies nicht ohne Grund.

Ausländer, die beispielsweise Amsterdam, Rotterdam, Eindhoven, Utrecht oder eine andere Stadt in den Niederlanden besuchen, fällt die große Zahl an Radfahrern auf. Radfahren gehört zum Alltagsleben dazu, der Besitz von Designerrädern wird nicht unbedingt angestrebt, zu schnell findet sich ein Liebhaber und da man nur von A nach B fahren will, die Räder auch oft im Regen stehen, reicht ein gebrauchtes Hollandrad mit einem normalen Schloss aus. Und wenn es wegkommt, zuckt man nur mit den Schultern und besorgt sich ein neues Gebrauchtes. Natürlich gibt es in den Niederlanden auch zahlreiche Hobbyradfahrer, die sich ein maßgeschneidertes Rad zulegen, um damit intensiv zu trainieren oder lange Radtouren zu unternehmen. Allerdings fahren diese Freaks mit ihren Rädern nicht zum Einkaufen oder zur Arbeit, sondern schließen es in ihrer Garage oder Keller weg.

Tipps zum Radfahren in den niederländischen Städten – Warnhinweise für Fußgänger

Radfahrer auf einer Minifähre südlich von Roermond

Radfahrer auf einer Minifähre südlich von Roermond

Wer Urlaub in den Niederlanden macht und die Gelegenheit hat sein Fahrrad mitzunehmen, der sollte es tun, auch bei Städtereisen. Allerdings nur, wenn man gerne, oft und vor allem sicher Rad fährt. Wer nur gelegentlich auf zwei Rädern unterwegs ist, sollte aufs Radfahren, zumindest in Amsterdam, verzichten. Auch als Übungsstrecke für Radfahrernachwuchs sind die Städte wenig geeignet.

Das Radwegenetz ist meist sehr gut ausgebaut und oft durch Grünstreifen von der Straße getrennt. Scharfe Bordsteinkanten zwischen Radweg und Bürgersteig sind selten, über die abgerundeten Kanten kann man ohne Probleme auf den Bürgersteig ausweichen, wenn es mal nötig sein sollte.

 

Allerdings herrscht auf den Radwegen oft lebhafter Betrieb, volle Konzentration ist notwendig, wenn man beispielsweise in der Innenstadt von Amsterdam unterwegs ist und auch der Gebrauch der Klingel ist durchaus angesagt, ansonsten kann es sein, dass staunende oder fotografierende Touristen einem auf dem Radweg unter die Räder kommen.

so macht Radfahren Spaß

kein Auto weit und breit - so macht Radfahren Spaß

Die Niederländer gehen im Allgemeinen davon aus, dass sie als Radfahrer auf dem Radweg absolute Vorfahrt haben. Eine defensive Fahrweise darf man nicht erwarten, schließlich ist ein Einwohner Amsterdams nicht aus Spaß unterwegs, er will sein Ziel erreichen und ist von planlos herumlaufenden Touristen wenig begeistert.

Schnell merkt der Rad fahrende Urlauber außerdem, dass für viele Urlauber die roten Ampeln nur dann ein Grund zum Anhalten sind, wenn der Autoverkehr bereits Fahrt aufgenommen hat. Ansonsten scheinen unsere selbstbewussten Nachbarn davon auszugehen, dass sie vom Autofahrer gesehen werden und generell Vorfahrt haben, weil beispielsweise niemand in einen Unfall verwickelt werden möchte. Außerdem fühlen sie sich anscheinend als Radfahrer den Autofahrern moralisch überlegen, weil sie die Umwelt nicht mit Abgasen verpesten, Benzin sparen helfen und etwas für ihre Gesundheit – und damit auch für die Volksgesundheit – tun.

Also, Radfahrer haben fast immer Vorfahrt! Umgekehrt bedeutet dies, wenn man selber zu Fuß unterwegs ist: Immer die Augen aufhalten und auf schnell und selbstbewusst heran rauschende Radfahrer achten!


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