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Thale im Harz - Kabinenseilbahn zum Hexentanzplatz feiert ihr Vierzigjähriges

(26. 09. 2010)

(c) Seilbahnen Thale GmbH, Fotograf: Chris Wohlfeld, Quedlinburg

Der "Hexentanzplatz", ein Plateau hoch über dem Bodetal, zählt traditionell zu den beliebtesten Ausflugszielen im Harz. Schon Goethe und Heine haben den steilen Aufstieg auf sich genommen, um den sagenumwobenen Platz kennenzulernen und von dort den herrlichen Blick über bizarre Felsformationen bis hinüber zum Brocken zu genießen. Dass der Hexentanzplatz in dem letzten Jahrzehnten aus Ausflugsziel äußerst populär werden konnte, ist aber nicht nur seiner herrlichen Lage und seiner mystisch-historischen Bedeutung zu verdanken. Auch eine technische Innovation der Neuzeit hat maßgeblich dazu beigetragen: Am 7. Oktober 1970 war es, also vor bald 40 Jahren, als die Kabinenbahn zum Hexentanzplatz eröffnet wurde, eine Luftseilbahn, die in den 90er Jahren gründlich modernisiert wurde und bereits viele Millionen Gäste transportiert hat. Vom 8. bis zum 10. Oktober will die "Seilbahnen Thale GmbH" den vierzigsten Geburtstag ihrer Seilbahnen ausgiebig feiern. Vor allem bei der großen Geburtstagsparty am 9. Oktober hofft man auf viele Besucher.

Heidnische Kultfeste im 8. Jahrhundert

"Feste feiern" lautete auf dem Harzer Plateau in gewisser Hinsicht schon vor sehr langer Zeit das Motto - zumindest nach Meinung mancher Historiker. Aus ihrer Sicht war der heutige Hexentanzplatz ein wichtiger Kultort germanischer Altsachsen. Auch zur Zeit der grausamen Christianisierungspolitik Karls des Großen sollen widerständige Sachsen hier vor allem in der Nacht zum 1. Mai (der heutigen Walpurgisnacht) Feste zur Verehrung "heidnischer" Wald- und Berggöttinnen abgehalten haben. Den Widerstand der Ureinwohner gegen das von den Franken verhängte Verbot ihrer altgermanischen Kulte beschreibt eine Sage als besonders frivolen heidnischen Akt: Danach wurden fränkische Soldaten, die das Plateau zwecks Unterbindung aller Kulthandlungen bewachten, von als Hexen verkleideten und auf Besen reitendem Sachsen in die Flucht geschlagen. Im Zusammenhang mit dem Verbot der Kultfeste hat der Hexenplatz auch seinen Namen erhalten.

Sehenswertes auf dem Hexentanzplatz

Die Seilbahn-Strecke von Thale hoch zum Hexentanzplatz ist rund 700 Meter lang, die Fahrtdauer beträgt in Abhängigkeit von den Windverhältnissen acht bis zehn Minuten. Während der Fahrt bietet sich den Kabineninsassen ein herrlicher Blick ins Bodetal und zum Roßtrappenfelsen.

Oben angekommen, sollte man u. a. die im germanischen Baustil errichtete "Walpurgishalle" besuchen. Am Gibel des Museumsbau ist das Antlitz Wotans angebracht. Sehenwert ist im Inneren ist u. a. der fünfteilige Gemäldezyklus mit Szenen aus der Walpurgisnacht nach Goethes "Faust". Interessant ist ferner der im Eingang der Halle liegende "Opferstein", der Ritzungen in germanischer Runenschrift aufweist.

Eine weitere wichtige Sehenswürdigkeit auf dem Hexentanzplatz sind die Reste des "Sachsenwalls", einer aus Granitblöcken bestehenden Mauer, die wahrscheinlich zwischen 750 und 450 v. u. Z. von Sachsen errichtet wurde. Die Anlage gehörte ursprünglich zum Befestigungssystem einer germanischen Burganlage (Homburg). Lange Zeit wurde der Sachsenwall auch abschätzig als "Heidenwall" oder "Teufelsmauer" bezeichnet.

Ebenfalls sehenswert sind auf dem Hexentanzplatz der Tierpark und das Burgtheater.

Jübiläumsfeiern anno 2010

Die große Geburtstagsparty für die Thale-Kabinenseilbahn steigt am 9. Oktober. An diesem Samstag können alle Besucher die Kabinenbeilbahn zum Hexentanzplatz von 9.30 Uhr bis 21 Uhr kostenlos nutzen. An der Talstation gibt es am Abend eine Party im Festzeit, bei der aktuelle Musik und Songs aus den letzten 40 Jahren gespielt werden. Ganz Thale steht zudem am 9. Oktober im Zeichen der populären "Langen Nacht der Hexen", bei der regionale Vereine ein buntes Programm rund um Hexen und andere mystische Phänomene präsentieren. Für den Besuch der einzelnen Veranstaltungen muss Eintritt gezahlt werden, allerdings nicht übermäßig viel. Als einer der Höhepunkte der "Langen Nacht", die bereits zum fünften Male stattfindet, ist wieder ein Hexenumzug durch die Innenstadt geplant .

Bereits am Abend zuvor (Freitag) gibt es im Festzelt an der Talstation eine Party mit House-Music und aktuellen Hits, die sich an ein jüngeres Publikum richtet. Hier gilt: Eintritt frei.

Der Sonntag, der letzte Veranstaltungstag, ist ganz den Kindern gewidmet. Alle Kids bis 14 Jahre können an diesem Tag umsonst mit der Kabinenbahn zum Hexentanzplatz und mit dem Sessellift zur Roßtrappe (einem ebenfalls sagenumwobenen, über 403 m hohen Granitfelsen über dem Bodtal) fahren. Auch eine Fahrt mit der Kindereisenbahn im Funpark des Bodetals ist für die Kleinen kostenlos. Gegen 17 Uhr gehen die die drei Festtage im Bodetal zu Ende.

Foto: (c) Seilbahnen Thale GmbH, Fotograf: Chris Wohlfeld, Quedlinburg

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