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Bulgarien: Gold- und Sonnenstrand gleiten weiter in den Billigtourismus ab

(20. 09. 2010)

Touristen am Goldstrand - Bulgarien

"Einnahmen" lautet in diesem Jahr mehr denn je das Zauberwort im bulgarischen Tourismus. Denn vor allem am Gold- und Sonnenstrand ist Bulgarien zunehmend dabei, zum "Billigreiseziel" zu werden. Auch für 2010 ist der Trend unübersehbar: So wird die Zahl ausländischer Touristen nach neuesten Schätzungen von Reiseveranstaltern in diesem Jahr um fünf bis zehn Prozent gegenüber 2009 steigen, die dadurch generierten Einnahmen dürften dagegen im Jahresvergleich stagnieren - bestenfalls, wie es heißt. Was viele "kostenbewusste" Urlauber freuen wird, hat sich für Bulgariens Schwarzmeer-Resorts zum echten Problem entwickelt. Im Jahre 2009 begrüßte Bulgarien insgesamt 5,78 Millionen ausländische Besucher.

Proppenvolle Hotels, Bars und Discotheken, jedoch erkauft durch niedrige Zimmer- und Eintrittspreise sowie billige Drinks, Drogen und "Girls": Diesen Trend konstatierte vor Kurzen auch das Nachrichtenmagazin "Focus" für Bulgariens Schwarzmeer-Resorts und schrieb unter anderen von "Sauf-Tourismus". Aber auch der "seriöse" Familien-Tourismus an Bulgariens Schwarzmeerküste - den es natürlich weiterhin gibt - basiert zum großen Teil auf immer preiswerteren All-Inclusive-Paketen. Bulgarien konkurriert vor allem mit der Türkei um das Segment der "Billigtouristen".

Die Russen kommen ...

Das für dieses Jahr vermutete Besucherwachstum an Bulgariens Schwarzmeerküste dürfte nicht zuletzt auf Urlauber aus Russland zurückgehen. Um 20 bis 30 Prozent dürfte die Zahl russischer Touristen im laufenden Jahr gegenüber 2009 steigen. Russen stellen zusammen mit deutschen Urlaubern traditionell das größte Kontingent ausländischer Touristen am Gold- und Sonnenstrand. In ganz Bulgarien begrüßte man 2009 580.381 Besucher aus Deutschland und 291.183 Besucher aus Russland. Die Zahl deutscher Schwarzmeer-Touristen soll übrigens im Vergleich zu 2009 - entgegen dem Gesamttrend - nicht steigen. Gleichwohl bleibt Deutschland das wichtigste in der EU gelegene Herkunftsland ausländischer Touristen an Bulgariens Schwarzmeerküste.

Dass Bulgariens Schwarzmeer-Resorts nicht unbegrenzt auf "Preismarketing" setzen können, ist den Touristikern vor Ort bewusst. Nicht nur der "Focus" konstatierte unlängst einen echten Imageschaden durch "Sauf-Tourismus" und ähnliche Phänomene. Viele touristische Betriebe kämpfen mit Einnahmedefiziten. Ein rein quantitatives Wachstum des Schwarzmeer-Tourismus findet zudem in der naturräumlichen Ausstattung Bulgariens seine Grenzen. Die Küstenlinie des Balkanlandes ist nur rund 380 Kilometer lang, 150 Kilometer davon bestehen aus Stränden. Bulgariens Konkurrenten Türkei und Griechenland sind in diesem Punkt deutlich besser aufgestellt.

Einen Ausweg aus dieser Situation sollen mittelfristig der Kultur- und Wellness-Tourismus bieten.

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Foto: Touristen am Goldstrand. Urheber: Veni Markovski, Lizenz: CreativeCommons.

Von: Urlaub-im-Web


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