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Via de la Plata - der Jakobsweg ab Sevilla

(19. 09. 2010)

Pilgerin auf dem Via de la Plata 2010. Foto: Ursula Pfennig

Nachdem in den letzten Jahren der Andrang auf dem Camino Francés, der Hauptroute des Jakobswegs immer größer geworden ist, suchen viele Wanderer nach Alternativen. Zwar gibt es den Camino de la Costa, einen Küstenweg durchs Baskenland, Asturien, Kantabrien und Galicien, aber er verfügt nur über eine mangelhafte Infrastruktur: Er führt des öfteren an stark befahrenen Straßen entlang, es mangelt es an preiswerten Übernachtungsmöglichkeiten und und außerdem regnet es oft.
Ganz anders ist die Situation im Süden Spaniens auf dem Via de la Plata. Er beginnt in Sevilla und führt über Mérida, Càceres, Salamanca und Zamora bis nach Santiago de Compostela. Ein Weg der sich über fast 1.000 Kilometer erstreckt und für den man sechs bis acht Wochen veranschlagen sollte. Da entlang der Strecke Fernbusse fahren, ist es kein Problem den Via de la Plata in Etappen zu bewältigen und nach ein, zwei oder drei Wochen zurück nach Sevilla oder Madrid zu fahren und die Heimreise anzutreten. Beim nächsten Urlaub könnte man dort wo man aufgehört hat weiter wandern. Viele Pilger starten gleich weiter im Norden und laufen nur die letzten 100 oder 200 Kilometer.
Der Andrang auf dem Via de la Plata hält sich noch in Grenzen, im vergangenen Jahr lag die Zahl der Pilger bei 6.500, während sich auf der Hauptroute am Wegesrand rund 113.000 Menschen drängten. Während dort in den Herbergen schon gegen Mittag schon alles belegt ist, geht es auf dem Via de la Plata ruhig und friedlich zu, vor allem in den Herbergen in Andalusien und in der Extremadura. Hier freuen sich die Einheimischen noch über Pilger und über den einen oder anderen Euro, den sie verdienen können. Es sei ihnen gegönnt, der gute Ausbau des Via de la Plata ist rein auf private Initiative zurückzuführen, zum Beispiel die Markierungsarbeiten und der Ausbau der Pilgerherbergen, die meist in Privatbesitz sind. Von staatlicher und kirchliche Seite wurde so gut wie nichts getan.

Informationen:
Als Pilgerweg wurde die Vía de la Plata erst vor sechs Jahren wiederbelebt und markiert. Neue Herbergen sind entstanden, bestehende wurden modernisiert. In diesem Frühjahr, einem „Heiligen Jakobusjahr“, sind die Pilgerzahlen kräftig angestiegen. Die meisten Wanderer haben bereits auf dem Camino Francés Erfahrungen gesammelt. 6.500 Pilger erreichten 2009 über die Vía de la Plata Santiago, davon starteten 1.900 in Sevilla. Im gleichen Zeitraum pilgerten 113.000 über den Camino Francés.

Der Ausdruck Via de la Plata stammt aus dem Arabischen und bedeutet gepflasterter Weg; Plata hat in dem Fall nichts mit Silber zu tun.

Anreise:
Internationale Flughäfen in Sevilla und Santiago (z. B. Airberlin). In Spanien gibt es ein gut ausgebautes Busnetz, das auch die kleineren Orte an der Vía de la Plata miteinander verbindet.

Reisezeit und Klima:
Wer den ganzen Weg von Sevilla bis Santiago laufen möchte, benötigt mindestens 6 Wochen. Das Klima im Westen Spaniens ist im Sommer extrem heiß und im Winter feucht und frostig kalt. Beste Reisezeit ist von April bis Juni und von September bis Oktober.  

Unterkünfte:
Herbergen etwa 3-15 €, Privatunterkünfte ab 10 €, auch Pensionen („Hostals“) und Hotels sind in den Dörfern relativ günstig. Umfangreiches Unterkunftsverzeichnis unter www.mundicamino.com (spanisch, mit Karten und Unterkunftsverzeichnissen)

Weitere Informationen:
www.via-de-la-plata.de (mit aktuellem Forum)
www.jakobus-info.de (allgemeine Infos über Jakobswege)

 

Von: www.urlaub-im-web.de


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