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Kenia – auswärtiges Amt rät von Reisen nach Lamu ab

(14. 10. 2011)

Hafen von Lamu. Foto: MysteryBee/Creative Commons-Lizenz

Vom 24. Bis zum 27. November findet auf der Insel Lamu an der kenianischen Nordküste zum elften Mal das Lamu Kultur Festival statt. Eigentlich eine gute Gelegenheit diese arabisch geprägte Insel zu besuchen. Da sich in letzter Zeit Entführungen in der Region an der Grenze nach Somalia häufen, rät das auswertige Amt zu Zeit allerdings von Reisen nach Lamu und die Nachbarinseln ab.
Konkret sollte jeder Tourist einen Abstand von mindestens 100 Kilometern zur Grenze nach Somalia halten. So bleibt interessierten Urlaubern nur die Hoffnung, dass sich die Sicherheitslage bis zum nächsten Jahr deutlich verbessern wird.
Die Insel Lamu unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von anderen kenianischen Regionen. Im 15. Jahrhundert legten Sklavenhändler aus dem Oman hier einen Handelsstützpunkt an, der sich gut entwickelte und zu einer arabisch geprägten Eigenentwicklung der Insel führte.
Mit dem Ende des Sklavenhandels in Kenia Anfang des 20. Jahrhunderts fiel die Insel in eine Art Dornröschenschlaf, der erst mit der Entdeckung der Insel als Urlaubsparadies endete. Hier darf man sich allerdings keinen Massentourismus vorstellen. Nur wenige Hotels finden sich auf der Insel, was auch an der fehlenden Motorisierung der Bewohner liegt.
Es gibt auf Lamu nur vier Autos, aber etwa 3.000 Esel. Sie sind auch fast die einzige Möglichkeit in den engen Gassen der Dörfer etwas zu transportieren. Und weil tierliebe Urlauber vor einigen Jahren ihr Herz für Esel entdeckten, gibt es sogar ein Altersheim für Esel.
Bei so vielen Eseln nimmt es auch nicht Wunder, dass es beim Lamu Kultur Festival Eselsrennen auf dem Programm stehen. Zu Wasser finden Dhau-Wettfahren, Kanurennen und Schwimmwettbewerbe statt. Und natürlich gibt es auch ein Fußballturnier, schließlich sind wir im 21. Jahrhundert. Und ohne Musik und reichlich Essen und Trinken findet auch auf der Insel Lanu kein Fest statt…
Hoffen wir auf nächstes Jahr und dass das Außenministerium dann grünes Licht gibt.

Anmerkung: Drei Tage nach Erscheinen dieses Artikels marschiert die kenianische Armee ins Nachbarland Somalia ein, um für Ruhe zu sorgen. Übrigens mit Duldung des somalischen Übergangsregierung. Hoffentlich kehrt ins nördliche Kenia wieder Ruhe ein, so dass die örtliche Bevölkerung wieder vom Tourismus profitieren kann. Die Chancen stehen nicht schlecht, schließlich haben sich auch in anderen Urlaubsländern die Verhältnisse recht schnell wieder normalisiert, man denke zum Beispiel an Djerba, Bali, Luxor…

Von: www.urlaub-im-web.de


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