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Alberta/Kanada - neuer Plan gegen das 'Bärensterben' im Banff Nationalpark
(21. 10. 2010)
In Kanadas Banff-Nationalpark soll in Zukunft konsequent gegen das "Bärensterben" an den Zugstrecken der Canadian Pacific Railway (CPR) vorgegangen werden. Ein Dutzend Grizzlybären kam in den letzten zehn Jahren vor Ort durch den Zugverkehr ums Leben. Etliche Jungtiere sind in der Folge verwaist. Gegenwärtig leben nach Schätzungen von Experten im Park-Gebiet nur noch 45 bis 60 Grizzlys. Die zuständige Provinzregierung von Alberta stufte Grizzlys - u. a. wegen der Zahlen aus dem Banff-Park - bereits im Juni als bedrohte Tierart ein. Jetzt hat Kanadas Zentralregierung einen Fünfjahresplan mit Maßnahmen zur Reduzierungs der Unfallzahlen verkündet. Ein mögliches Instrument sind abschreckende Warnsignale an den Zügen ("train whistles").
Die bedrohten Grizzlys werden u. a. durch Getreidekörner, die regelmäßig aus Transportwaggons entweichen, in die Nähe der Gleise gelockt. CPR hat vor Ort viele kilometerlange Güterzüge in Betrieb. Viele Grizzlys haben sich an die "bequeme" Nahrungsquelle gewöhnt und geben dieses Verhalten an ihre Jungen weiter. Die Nationalpark-Grizzlys nutzen die waldfreien Zugtrassen zudem häufig als Wanderkorridore.
Wie Kanadas Umweltminister Jim Prentice letzte Woche bekannt gab, wird unter anderem die Errichtung zusätzlicher Absperrzäune erwogen. Derartige Zäune könnten die Tiere zum Teil von den Zuggleisen weghalten, zum Teil sichere Fluchtwege (bei raschen Zugdurchfahrten) sowie Wanderkorridore schaffen.
Canadian Pacific Railway gibt im Rahmen des Fünfjahresplans eine Millionen Kanadische Dollar für weitere Untersuchungen zum Bärenschutz aus. Ziel ist es u. a., die effektivsten Methoden zum Fernhalten der Grizzlys von den Gleisen zu finden.
Kurz vor dem Abschluss steht ein 20-Millionen-Dollar-Programm der Eisenbahngesellschaft, in dessen Verlauf 6.300 "lecke", d. h. Getreideverluste verursachende Transportwaggons renoviert wurden bzw. noch werden. CPR setzt zudem sog. "vacuum cars" (Fahrzeuge mit Saugvorrichtungen) ein, um Getreidekörner an den Gleisstrecken zu entfernen.
Banff Nationalpark
Der Banff Nationalpark ist der älteste Nationalpark Kanadas (gegründet 1885) und Teil des UNESCO-Welterbes. Insgesamt umfasst der Park eine Fläche von 6.641 Quadratkilometern. Damit zählt er zu den größeren Nationalparks in den kanadischen Rocky Mountains.
Der Banff Nationalpark wird jährlich von rund fünf Millionen Menschen besucht. Gewaltige Bergmassive, Gletscher, saftige Wiesen, tiefblaue Seen und imposante Wasserfällen locken Naturfreunde und Wanderer an. Zum Tierbestand des Parks zählen neben Grizzlys u. a. Wapitis, Elche, Bergziegen, Dickhornschafe, Schwarzbären, Luchse, Kojoten und Wölfe.
Die bekanntesten Touristenorte sind Lake Louise (mit dem namensgebenden See als Hauptattraktion) sowie Banff.
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Foto: Grizzly im Schnee. Foto: fidelis_o, Lizenz: creative commons
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