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Tschechien - Pfadfinder retten jungen Mann aus Burgverlies

(03. 10. 2010)

Burg Choustník, Tschechien, Südböhmen. Foto: gemeinfrei

"Jeden Tag eine gute Tat", so lautet das berühmte Motto der Pfadfinderbewegung, der noch immer größten organisierten Jugendbewegung der Welt. Meist bezieht sich das sympathische Prinzip auf kleinere Hilfstätigkeiten im Alltag, etwa wenn die freundlichen Uniform- und Halstuchträger feiwillig in Altenheimen mitarbeiten oder den Hund des berufstätigen Nachbarn ausführen - allemal ehrbar, aber doch eher unspektakulär. Dass Pfadfinder als Retter von in Not geratenen Ausflüglern tätig werden, kommt dagegen eher selten vor. Letzte Woche gab es freilich einen solchen Fall - und zwar in Tschechen, genauer: in den Ruinen der Burg Choustník, die 11 Kilometer südöstlich von Tábor (Südböhmen) liegt.

In der frühgotischen Burg war ein 20-jähriger Mann bei einer "Privaterkundung" in eine äußerst missliche Lage geraten: Er sah sich plötzlich im ehemaligen Verlies der Anlage "gefangen". Wie Radio Prage berichtete, hatte sich der Mann dorthin abgeseilt. Der Grund seiner Aktion war ein "glitzernder Gegenstand", den er durch ein Loch in einer Burgmauer erspäht hatte. Unten im fünf Meter tiefen Verlies angekommen, merkte der verwegene Kletterer, dass er nicht mehr zurück konnte.

So blieb dem jungen Mann man nur noch eines: Nach Hilfe rufen. Gehört wurden die Hilferufe, wie es der glückliche Zufall wollte, von einer Gruppe in der Nähe campender Pfadfinder. Die jungen Leute verrichteten ihre "gute Tat" und verständigten die Polizei.

Ob der Mann ohne die Pfadfinder in dem Verlies verhungert wäre, wie Radio Prague - vielleicht mit einen Schuss Ironie - andeutet? Ein "Tod im Burgkerker" anno 2010? Nun ja: Die Burg Choustník ist (wie eine Internetrecherche ergibt) im September und Oktober an den Wochenend- und Feiertagen tagsüber für Touristen geöffnet. Gut möglich also, dass auch jemand anderes die Hilfeschreie gehört hätte, wenn auch später. Ernst war die Lage des 20-jährigen aber allemal.

Burg Choustník (Chaußnik)

Burg Choustník, die im 13. Jahrhundert erbaut und im 15. Jahrhundert erweitert und stark befestigt wurde, ist übrigens eine interessante Doppelburg mit zwei Türmen und zwei Burgpalassen. Damit nimmt die Anlage innerhalb der Burgarchitektur Tschechiens eine besondere Stellung ein. Die äußeren Mauern der wahrscheinlich Ende des 15., Anfang des 16. Jahrhunderts verlassenen Burganlage wurden inzwischen größtenteils erneuert. Besucher genießen vom Aussichtsturm aus einen herrlichen Blick auf die Umgebung.

Seit letzter Woche weiß man zudem: Wer die Burg besichtigen will, sollte sich an die offiziellen Öffnungszeiten halten und nichts Riskantes auf eigene Faust unternehmen ...

Infos zu Öffenungszeiten und Eintrittspresien unter www.czecot.de.

Foto: Blick auf Burg Choustník im Sommer. Foto: Bilboq, Lizenz: gemeinfrei

Von: www.urlaub-im-web.de


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