URLAUBSNEWS
Bulgarien – Tourismus in Zahlen
(29. 11. 2011)
In regelmäßigen Abständen erstellen Fremdenverkehrsämter aus aller Welt Statistiken, veröffentlichen diese auf ihren Webseiten und versenden sie als Newsletter an Redaktionen und Nachrichtenagenturen. Des Öfteren hat man den Eindruck, dass dabei nach dem Motto verfahren wird: „Friss und Stirb“. Als ein Beispiel von vielen seien hier Zahlen des bulgarischen Fremdenverkehrsamtes genannt.
In der Zeit zwischen dem 1. Januar 2011 und dem 31. Mai sind also nach offiziellen Quellen gut 886.000 ausländischen Urlauber in das Land zwischen Rumänien im Norden und Griechenland im Süden gereist, was einem Anstieg von 9,5 Prozent entspricht. Irgendwelche Erklärungen, wie dieser Anstieg zu erklären ist, sucht man leider vergeblich. Der Leser könnte persönlich Rückschlüsse ziehen und beispielsweise vermuten, dass der Anstieg auf die Unruhen in den Nordafrikanischen Staaten zurück zu führen ist.
Noch erklärungsbedürftiger ist die Tatsache, dass die Einnahmen aus dem Tourismus nur um 5,8 Prozent zulegten. Vielleicht liegt es an einer kürzeren Verweildauer der Besucher oder am Rückgang anspruchsvoller Kulturreisen und am gleichzeitigen Anstieg des Billig- und Partytourismus. Es wäre auch denkbar, aber unwahrscheinlich, dass Hoteliers, Restaurantbesitzer und andere Anbieter touristischer Dienstleistungen ihre Preise in größerem Umfang gesenkt haben??
Wir können nur raten, oder falls wir dazu keine Zeit oder Lust haben, den Newsletter gleich in den Papierkorb verschieben.
Aber die Hauptfrage lautet doch: Glauben die Verantwortlichen in den zuständigen Behörden allen Ernstes, dass irgendjemand seine Urlaubsplanungen auf Grund dieser Informationen ändert und sich sagt: „Toll wenn jetzt 9,5 Prozent mehr ausländische Urlauber nach Bulgarien oder sonst wohin reisen, ja, dann muss ich auch unbedingt dorthin“?
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