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El Hierro - Vulkanausbruch, Nordostpassat und Kanarenstrom

(07. 11. 2011)

El Hierro - der Südteil der Insel mit der Ortschaft La Restinga. 2.500 Meter weiter südlich liegt der Unterwasservulkan. Foto: Hans-Joachim Franzen

Verschiedene spanische und deutsche Medien berichteten in den letzten Tagen über einen – möglicherweise – bevorstehenden Vulkanausbruch auf der westlichen Kanareninsel El Hierro. Wie in solchen Fällen üblich wollen die verantwortlichen Redakteure mit reißerischen Überschriften und Teasern Online- und Printleser neugierig machen und zum Lesen animieren.
Das Spanische Onlinemagazin „Saz-aktuell.com“ beispielsweise meldet: „Bald Vulkanausbruch? Bewohner von El Hierro besorgt!“
Dass es sich bei dem Vulkan um einen unterirdischen Vertreter seiner Art handelt, der rund 2.500 Meter südlich der Insel liegt und dass die dort herrschenden Meeresströmungen und Winde eventuelle Aschewolken weit auf den Atlantik hinaustragen würden, geht aus der Überschrift nicht hervor. (Es sind übrigens der Nordostpassat und der Kanarenstrom, die dafür sorgen würden, dass sich die Gefahr von schweren Verwüstungen seitens des Unterwasservulkans vermutlich in Grenzen halten wird).
Allerdings ist die Gefahr von mittleren Erdbeben, leichte gibt es auf El Hierro seit Monaten, nicht ganz auszuschließen und auch dass sich einige Lavaströme auf El Hierro ins Meer ergießen, ist möglich. Aber Erfahrungsgemäß geht von den Lavaströmen auf den Kanaren – alle Kanareninseln sind vulkanischen Ursprungs - nur wenig Gefahr aus.
El Hierro hat touristisch weit weniger von Bedeutung als Lanzaroze, Fuerteventura, Gran Canaria, Teneriffa, La Gomera und La Palma. Die Insel hat nur 11.000 Einwohner und die Zahl der Hotelbetten ist ebenso gering wie die Anzahl an Ferienwohnungen.
Trotzdem ist das Island für viele Kanaren-Kenner das reißvollste Urlaubsziel: Ursprünglich, einsam im Atlantik gelegen und unbeleckt vom Massentourismus. Nur in der Wander- und Taucherszene kennt man die Insel, zu Zeit allerdings müssen Taucher auf Fischbeobachtungen verzichten: das Gros der Fische ist vor dem Unterwasservulkan und seinen Gasen, seiner Lava und seiner Asche geflohen.

Von: www.urlaub-im-web.de


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