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Dark Tourism oder Katastrophentourismus in Tschechien neu definiert
(02. 11. 2010)
Das tschechische Fremdenverkehrsamt CzechTourism hat eine Umfrage durchgeführt, um die TOP 10 des Dark Tourism, der Katastrophenorte Tschechiens aufstellen zu können. Das Resultat: Mehr als 50 Prozent der Teilnehmer stimmten für das ehemalige Konzentrationslager Theresienstadt. An zweiter Stelle wurden die Dörfer Lidice und Ležáky gewählt, beides Dörfer, deren Einwohner von den Nazis brutal ermordet wurden. An dritter Stelle landete das Schlachtfeld von Austerlitz.
Die Existenz einer derartigen TOP 10 ist ungewöhnlich, schon weil international der Begriff Katastrophentourismus anders definiert wird. Meist wird der Begriff auf aktuelle oder nur wenige Monate zurückliegende Ereignisse angewandt, zum Beispiel auf Erdbeben, Vulkanausbrüche, Tsunamis, Überschwemmungen oder Lawinenabgänge.
CzechTourism wendet den Begriff auch auf weit zurückliegende Ereignisse an. Da kommt die Frage auf, wo die Abgrenzung zu Kulturreisen, die auch Fahrten zu Gedenkstätten, Mahnmalen oder auch Museen beinhalten, liegt.
Eine Reise zu einer Gedenkstätte ist etwas Positives, die Intention der Besucher ist eine ganz andere als beim Dark Tourism. Am Ort des Geschehens hatte man Zeit sich mit dem Ereignis auseinander zu setzen, die Gedenkstätte passend herzurichten und Informationen bereitzustellen.
In Deutschland ist der Begriff Katastrophentourismus negativ besetzt. Die Mehrzahl der Menschen - Schaulustige - wollen sich an Katastrophenorten gruseln, wollen dabei gewesen sein, etwas zu erzählen haben und Videosequenzen für Youtube aufnehmen. Sie merken dabei nicht, dass sie im schlimmsten Fall im Wege stehen, Aufräumarbeiten stören und Wut bei den Betroffenen auslösen.
Informationen zum Thema auch bei www.urlaub-im-web.de/katastrophentourismus.html
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