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Tourismus in der Krise - Japan verzeichnet ein Minus von 23 Prozent

(30. 11. 2009)

Maikos in Kyoto

Dass Japans Wirtschaft derzeit rote Zahlen schreibt, ist nichts neues. Eine aktuelle Statistik des japanischen Fremdenverkehrsamtes JNTO (Japanese National Tourist Organization) zeigt nun, dass auch der Tourismussektor ein Minus von 23 Prozent aufweist. Konnte Japan in den ersten zehn Monaten des Vorjahres 2008 noch 7,28 Millionen ausländische Gäste begrüßen, kamen im Vergleichsraum dieses Jahres nur 5,6 Millionen Touristen nach Japan.

Bei genauerem Hinsehen wird jedoch deutlich, dass die Zahlen für die Monate August bis Oktober nicht ganz so drastisch sanken wie in den Vormonaten. In diesen Monaten verzeichnete Japan bei den Touristenzahlen „nur“ ein Minus von 12 Prozent. Zufall oder Zeichen für eine positive Wende? - Das muss sich erst noch zeigen.

Die meisten Touristen kamen aus den asiatischen Ländern Südkorea (1.278.300), China (862.200) und Taiwan (860.300). Obwohl diese Zahlen sehr positiv klingen, gibt es auch bei den Touristen aus Südkorea und Taiwan hohe Verluste zu beklagen. Aus Taiwan reisten fast 30 Prozent weniger Touristen an und aus Südkorea sogar 40 Prozent. Bei den europäischen Gästen steht Großbritannien mit 152.400 Urlaubern an erster Stelle. Im gleichen Zeitraum besuchten über 120.000 Franzosen Japan und immerhin 93.400 deutsche Gäste. Während bei den französischen Gästen die Zahlen nur um 4,6 Prozent sanken, waren es bei den Deutschen und Briten jeweils etwa 13 Prozent.

Allerdings sanken nicht nur die Zahlen ausländischer Touristen. Auch die Japaner verzichteten zu Beginn des Jahres vermehrt auf Reisen ins Ausland, so dass die Zahlen in diesem Bereich um etwa vier Prozent sanken. An den Zahlen für die Monate September und Oktober lässt sich jedoch ein positiver Trend erkennen. Außerdem ist davon auszugehen, dass dadurch der nationale Tourismus zunahm. Eine Auskunft darüber gibt die Statistik jedoch nicht.

Die Gründe für den hohen Rückgang der Touristenzahlen sehen Tourismus-Fachleute zum einen in der weltweiten Finanzkrise. Eine weitere Ursache könnte der starke Yen sein, der manche Urlauber von Reisen nach Japan abhält. Gleichzeitig hat der starke Yen auch positive Auswirkungen – zumindest wird so das Minus der Gästezahlen finanziell etwas abgedämpft werden.

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Foto: Maikos in Kyoto. Urheber: JNTO

Von: Daniela Hesse


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