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Viel los am Mont-Saint-Michel - Streit um Windkraftanlagen und Kampf gegen Verlandung
(15. 03. 2011)
Der Mont-Saint-Michel und seine Bucht gehören seit 1979 zum Weltkulturerbe der UNESCO. In ganz Frankreich kennt man den kleinen, felsigen Inselberg, der im Wattbereich des Ärmelkanals liegt und architektonisch von einem großen Benediktinerkloster dominiert wird. Das Kloster, eine befestigte Abtei, zählt zu den besten Beispielen für französische normannische Architektur. Die UNESCO-Juroren lobten seinerzeit die "außergewöhnliche Verbindung von Natur und Architektur" auf dem Mont-Saint-Michel, der auch ein kleines Dorf beherbergt. Nun allerdings scheint der Welterbestatus des Mont-Saint-Michel in Gefahr. UNESCO-Funktionäre sind besorgt über umfangreiche Baupläne für Windkraftwerke in der Nähe bzw. in Sichtweite des Klosters.
Bereits heute befinden sich drei Windkraftanlagen auf dem Felsen nahe der Abtei, wie das Magazin Tourism-review.com berichtete. Sechs Wind-Parks mit insgesamt 24 Windkraftanlagen sollen nach aktuellen Bauplänen in der Nähe bzw. in Sichtweite des Klosters hinzukommen. "Sichtweite" meint einem Umkreis von 17 bis 50 Kilometern rund um den Mont-Saint-Michel. Einige der Windkraftanlagen sollen bis zu 150 Meter hoch werden.
Bereits seit längerem gibt es Anwohnerproteste gegen die "Verschandelung" der Landschaft. Auch die örtliche Tourismusbranche und viele Denkmalschützer sind besorgt. Juristische Versuche, die Baupläne zu Fall zu bringen, blieben bislang allerdings ohne Erfolg. Frankreichs Regierung setzt - entgegen anderslautenden Vorurteilen hierzulande - seit einiger Zeit mit Nachdruck auf die Entwicklung der Windkraft, nicht nur am und im Ärmelkanal.
Viele besorgte Bürger sehen daher die UNESCO als letzte Hoffnung. Eine klare Drohung der Weltorganisation, dem Mont-Saint-Michel den Welterbestatus zu entziehen, könnte die politischen Entscheider dazu bewegen, ihre Ausbaupläne zumindest einzuschränken - so der Gedankengang der Windkraft-Gegner. Realistisch scheint es, dass die UNESCO den Mont-Saint-Michel zunächst als "gefährdet" einstuft.
Mont-Saint-Michel soll Insel bleiben
Dass der Mont-Saint-Michel eine Insel ist und auch langfristig bleibt, ist übrigens nicht so selbstverständlich, wie es scheinen mag. Ein Grund dafür ist jener 900 Meter lange Damm, der die Insel seit 1879 mit dem Festland verbindet. Der Damm, über den die einzige Verbindungsstraße zur Insel verläuft, blockiert die Meeresströmung und führt so zur Akkumulation von Meeressand in der örtlichen Bucht. Würden diese Prozesse unverändert anhalten, könnten die akkumulierten Sandschichten - stabilisiert durch Pflanzenbewuchs - dem Mont-Saint-Michel durch Verlandung in rund 40 Jahren seinen Inselcharakter rauben. Dies besagen aktuelle Experten-Berechnungen. Laut Tourism-review.com planen die Behörden daher u. a., den Damm durch eine Brücke zu ersetzen. Diese und andere Maßnahmen gegen die schleichende Verlandung sollen zusammen mindestens 140 Millionen Euro kosten.
Quelle: www.tourism-review.com.
Foto: Der Mont-Saint-Michel. Urheber: Eric Pouhier, Lizenz: creative commons/share alike.
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