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Bayerischer Wald - Veranstaltungen rund um das 'Kulturgut' Schnupftabakgläser
(04. 03. 2010)
Tabakschnupfen gilt als die am wenigsten gesundheitsgefährdende Variante des Tabakkonsums - und dies mit Abstand, selbst wenn sich kleinere Gesundheitsrisiken nicht leugnen lassen. Für die Mitmenschen der Tabakschnupfer liegt die Gefährdung sogar bei 0,0 Prozent, ein Pendant zum unfreiwiligen "Mitraucher" gibt es in der Welt der Tabakschnupferei nicht. Und so könnte dem Tabakschnupfen in einer Gesellschaft, in der viele Menschen partout nicht vom Tabak lassen wollen, eigentlich eine große Zukunft bevorstehen. Was freilich gegen eine solche Prognose spricht: Tabakschnupfen hat in weiten Teilen unserer Republik einfach keine "Tradition" - und Schnupfer gelten vielerorts als eher verschrobene oder gar wunderliche Typen. Möglicherweise ist manch jüngerem Menschen vollkommen unbekannt, dass man Tabak nicht nur rauchen kann...
Deutlich anders sieht dies freilich in Bayern und namentlich im Bayerischen Wald aus. Dort ist Tabakschnupfen Teil der Landeskultur - und es gibt sogar Veranstaltungen, die dem guten alten Schnupftabakglas gewidmet sind!
Zwei Sonderausstellungen
"Bixl" - so nennen Bewohner des Bayerischen Waldes kunstvolle Schnupftabakgläser, die von Glasmachern in der Freizeit "geschunden", also kreativ-experimentell geblasen werden. Eine Vielfalt besonders origineller und ausgefallener Glasbläserrbeiten zeigt die alljährlich im Bayerischen Wald stattfindende Sonderausstellung BIXL. Die BIXL 2010 wird am 26. März in der Galerie "Gläserner Winkel" im Werksverkauf der Zwiesel Kristallglas AG eröffnet. Zwei Glasmacher demonstrieren an diesem Abend, wie am Glasofen "Mascherl" gefertigt werden. Bis zum 9. Mai kann man dann die Werke von über 20 Künstlern bestaunen - vom traditionell bearbeiteten Schnupftabakglas bis hin zum modernen Bixl in Fischform oder mit Blumendekor, das aufwändig geschliffen und graviert ist. Besucher erfahren nicht nur eine Menge über gängige Glasmacher- und Veredelungstechniken, sondern können auch das eine oder andere Bixl käuflich erwerben.
Weitere Informationen: Zwiesel Kristallglas AG, info(at)zwiesel-kristallglas.com, www.zwiesel-kristallglas.com.
Nicht zum Verkauf stehen die prachtvollen Schnupftabakgläser im Glasmuseum Frauenau. Der von Heiner und Marianne Schaefer gegründeten "Schaefer-Stiftung" ist es zu verdanken, dass dort eine der weltweit größten Sammlungen der gläsernen Schätze gezeigt werden kann - ein außergewöhnliches Dokument dieses typischen Kulturgutes des Bayerischen Waldes. Bis Mai ist dort die Sonderausstellung "Von Bayern nach Peking: Glasminiaturen" mit Schnupftabakgläsern aus China und Bayern aus vier Jahrhunderten zu sehen. Übrigens wurden weltweit nur in diesen beiden - ja doch recht weit auseinander liegenden und eigentlich sehr unterschiedlichen - Kulturkreisen gläserne Fläschchen über Jahrhunderte hinweg als Gebrauchsgefäß für Schnupftabak verwendet.
Weitere Informationen: Glasmuseum Frauenau, info(at)glasmuseum-frauenau.de. www.glasmuseum-frauenau.de.
Foto: Nicht hochwertig, aber drollig: Eine Schnupftabaflasche für Touristen. Urheber: HobbyFotograf, Lizenz: creative commons
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