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Neuer Trend: Selfness statt Wellness
(26. 07. 2011)
Viele Jahre lang war Wellness eines der wichtigsten Themen für Hoteliers und Fremdenverkehrsagenturen. Nach und nach rückt das Thema Wellness jetzt in den Hintergrund und Selfness gewinnt an Bedeutung. Aber der neue Begriff scheint keine wirkliche Trendwende zu symbolisieren, zu viel Wellness steckt noch in ihm.
Selfness ist nach gängigen Definitionen nur eine Ausweitung des Wellnessbegriffes, der Hotelgast darf in Zukunft nicht mehr nur passiv den Wellnessbereich der entsprechenden Hotels oder der örtlichen Wellnesszentren, oft umgebaute Kuranlagen, nutzen, sondern muss sich jetzt im Urlaub auch noch selbst erkennen, sich verändern, sich verwirklichen, kurz ein besserer Mensch werden, der nach dem Urlaub aus sich selber schlau geworden ist, seine Persönlichkeit verändert und seine Ängste überwunden hat.
Das Ganze scheint mir allerdings ebenso schwammig zu sein wie andere Marketing-Schlagworte. Hotels, die sich des neuen Themas bereits angenommen haben, verstehen anscheinend alle etwas anderes darunter. Da ist von Streben nach Glück die Rede und von Gästen, die sich selbst begegnen sollen, dürfen oder müssen? Andere Hotels verstehen sich als perfekte Rückzugsorte. Auch Männer Selfness gibt es bereits und Hotels, die asiatische, indische, arabische, amerikanische oder sogar einheimische Anwendungen anbieten und sonst nichts Neues.
Wahrscheinlich ist das alles sehr lieb gemeint, aber der Begriff „Self“ und fertige Programme scheinen mir nicht so ganz zusammen zu passen. Anstelle der Selbstfindung steht meist eher Ablenkung im Vordergrund, Anleitung zur Selbstfindung und zum Glück für Jedermann, das geht nicht. – Liebe Hoteliers, lasst doch einfach den Gast König sein, so wie früher.
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