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Moskau - Freikörper-Kulturkampf am FKK-Strand

(22. 07. 2010)

Auch die russische Hauptstadt Moskau ist keine reine FKK-Wüste. Im Westen der Metropole, auf der künstlichen Moskwa-Insel "Serebryany Bor" (Silberwald), wartet sogar ein schöner Nacktbadestrand bzw. -strandabschnitt auf Freunde der Freikörperkultur. Die von Pinienwäldern umgebenen Sandstrände im Serebryany Bor-Park sind naturnah gelegen und recht sauber. An warmen Sommertagen zieht es Abertausende Moskowiter auf die Insel. Naturisten finden auf Serebryany Bor u. a. viele Sportmöglichkeiten. Allerdings gibt es am lokalen FKK-Strand in letzter Zeit unübersehbare Probleme: Wie Moscow News berichtete, mischen sich unter die FKK-Anhänger zunehmend Exhibitionisten und "Spanner". Viele überzeugte Naturisten, also Menschen, die die Werte der FKK-Bewegung hochhalten, kehren als Reaktion darauf dem Nacktbadestrand den Rücken. Leider scheinen Moskaus Behörden bzw. Touristiker nicht sonderlich bemüht, der negativen Entwicklung Einhalt zu gebieten.

Konfliktlinien

Sergej Mityushin, Präsident der russischen Naturisten-Vereinigung "Telord", zeigte sich unlängst gegenüber der Nachrichtenagentur RIA Nowosti äußerst pessimistisch und meinte, der Nacktbadestrand habe "keine Perspektive" mehr. Zur Begründung verwies er auf die Präsenz von "merkwürdigen Leuten", die nicht verstünden, "dass man allein durchs Ausziehen seiner Unterhose noch nicht zum FKK-Anhänger wird".

Etwas deutlicher wurde ein ortsansässiger Naturist namens "Nikita" gegenüber Moscow News. Aus seiner Sicht gibt es am FKK-Strand auf Serebryany Bor einen Konflikt zwischen traditionellen Naturisten (aller sexuellen Orientierungen) und bestimmten homosexuellen Männern, die Freude daran fänden, die Öffentlichkeit durch Zurschaustellung ihrer Sexualität zu schockieren. "Es ist kein Fall von Homophobie meinerseits - 'its OK to be Gay', wie man so schön sagt -  aber dem klassischen Naturismus ist eine Sexualisierung fremd", meinte Nikita, der seinen vollständigen Namen nicht veröffentlicht sehen wollte, weiter.

Die zahlreichen Spanner, die sich unter Serebryany Bors Naturisten mischen, scheint zumindest Sergej Mityushin für "arme Teufel" zu halten. Er benutzt diese Formulierung nicht, spricht aber von "unglücklichen" und "unpässlichen" Menschen, die nirgendwo anders hingehen könnten. Für diese Leute sei der Strandbesuch wie ein Besuch in einem "free Movie". "Ein Naturisten-Ehepaar z. B. fühlt sich in einer solchen Atmosphäre unbehaglich", stellte Mityushin klar.

Der Naturisten-Präsident betonte im Interview ferner, dass der Naturisten-Vereinigung Telord die sexuelle Orientierung ihrer Mitglieder egal sei. Allerdings müssten sich alle an die Regeln halten. Öffentlichen Sex innerhalb der FKK-Areale und die Belästigung anderer lehne Telord ab.

Moskaus Behörden scheinen nicht gewillt, gegen die Probleme am FKK-Strand von Serebryany Bor vorzugehen. Mityushin wundert dies nicht. Er betont, dass Land auf der Moskwa-Insel ausgesprochen teuer ist und vermutet anscheinend andere Nutzungspläne. Jedenfalls stellt er fest: "Eine Verfolgung aus ideologischen Gründen erleben wir (Naturisten d. V.) nicht"; "nur repräsentieren wir kein kommerzielles Interesse, und hier dreht sich - wie Sie wissen - alles ums Geld, daher wäre ich nicht erstaunt, wenn der Strand nicht überlebt".

Quelle: www.mn.ru.

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Von: www.urlaub-im-web.de


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