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Bangkok - Geldstrafen für 'wildes' Elefantenfüttern auf der Straße
(14. 07. 2010)
Touristen und Einheimische, die in Bangkok Elefanten auf der Straße füttern, müssen von nun ab mit einer Geldstrafe von 10.000 Baht (gut 240 Euro) rechnen. Das gaben die Behörden der thailändischen Hauptstadt Anfang der Woche bekannt. Hintergrund der neuen Verordnung: Viele verarmte Mahouts, also Führer von gezähmten Elefanten, ziehen mit ihren Tieren in Indiens Großstädte und verkaufen dort Elefantenfutter (Bananen, Zuckerrohr) an Touristen und andere Passanten. Die Käufer dürfen die "Leckereien" dann direkt an die Dickhäuter verfüttern. Nach allgemeiner Einschätzung beeinträchtigen die Fütterungs- bzw. Betteltouren sowohl die städtische Sicherheit als auch die Gesundheit der Tiere.
In Indien soll es gegenwärtig rund 2.400 gezähmte Elefanten geben. Seit der Einsatz der Dickhäuter bei der Waldrodung landesweit stark zurückgegangen ist, wissen ihre "Trainer", die Mahouts, oft nicht mehr, wie sie ihre Tiere durchbringen bzw. als Erwerbsquelle nutzen sollen. Eine Alternative ist der reguläre Tourismus (Elefantenshows, Elefantentrekking); eine andere sind die berüchtigten Fütterungstouren durch Indiens Großstädte. Einige Mahouts verleihen ihre Tiere dafür auch an dritte Personen. Nach Schätzungen sind allein in Bangkok gegenwärtig 100 Elefantenhalter regelmässig auf Betteltour unterwegs. Der gängige Preis für eine Portion Elefantenfutter liegt übrigens bei 20 Baht (knapp 50 Eurocent).
Für Mahouts sind derartige Touren schon länger verboten. Im Höchstfalle drohen erwischten Elefantenhaltern bis zu sechs Monate Gefängnis. Allerdings gelingt es vielen Mahouts (bzw. vielen Begleitern geliehener Tiere) immer wieder, sich dem Zugriff der Ordnungskräfte zu entziehen. Einige bringen Elefantenbabys in Kleintransportern in die Städte, wo sie die Tiere "flexibel" an wechselnden Orten einsetzen. Andere meiden generell den besser kontrollierten Innenstadtbereich und verlegen ihre Betteltouren in die Außenbezirke.
Nach Aussagen der städtischen Behörden stellen die Tiere in Bangkok ein permanentes Sicherheitsrisiko dar. Es gab Fälle, in denen Elefanten Passanten verletzt haben. Manchmal fallen Dickhäuter in oberirdische Abwasserleitungen.
Auch Tierschützer begrüßen die neuen Geldstrafen, weil Elefanten in Städten wie Bangkok gleich einer Vielzahl von Gesundheitsgefährdungen ausgesetzt sind - z. B. durch Autoabgase und durch allzu enge Straßen. Viele Dickhäuter, die regelmäßig in der Großstadt unterwegs sind, leiden an Tuberkulose, haben Schwielen an den Augen oder Verletzungen an den Beinen.
An Bangkoks beliebtesten Touristen-Spots werden in Kürze Schilder aufgestellt, die explizit auf das Verbot der Elefantenfütterung hinweisen. Bisher müssen elefantenfütternde Touristen noch nicht mit einem harten Durchgreifen rechnen. Bangkoks Ordnungskräfte haben zunächst die Möglichkeit, statt Geldstrafen einfache Verwarnungen auszusprechen.
Foto: Elefantenbaby in Bangkok. Urheber: yummiec00kies. Lizenz: creative commons.
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