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Kroatischer FKK-Tourismus in der Krise

(01. 07. 2009)

Kroatien zählt zu den Pionieren des modernen FKK-Tourismus. Schon in den 60er Jahren entstanden vor Ort die ersten kommerziellen FKK-Anlagen, man denke nur an den Naturist Park Koversada, der 1961 auf einer kleinen istrischen Insel gleichen Namens gegründet wurde. Der heute riesige, über die Insel Koversada hinausgewachsene Komplex zählt zu den Legenden der internationalen FKK-Geschichte. Allerdings gilt auch für Kroatiens FKK-Tourismus: Tradition - auch eine "große" - schützt nicht davor, touristisch an Boden zu verlieren. Wie jüngst der englischsprachigen Presse zu entnehmen war, steckt der FKK-Tourismus des Adrialandes spürbar in der Krise.

Die Fakten sind ernüchternd: Von den 24 Naturisten-Camps, über die das Land (bzw. die damalige jugoslawische Teilrepublik) in den 80er Jahren verfügte, sind heute dem Vernehmen nach nur noch die Hälfte in Betrieb. Die Zahl der Mitarbeiter soll in der betreffenden Zeit von 1.290 auf 650 geschrumpft sein.

Diese Ausdünnung der "offiziellen" FKK-Landschaft ging laut Presseberichten mit einem dramatischen Rückgang der Umsätze einher: Während die Anzahl der jährlichen Übernachtungen in kroatischen Nudisten-Camps vor 20 Jahren bei 5.1 Millionen lag, wurden im letzten Jahr nur noch 2.1 Millionen Übernachtungen gezählt. Der gleiche negative Trend wird für die durchschnittliche Gäste-Verweildauer angegeben: Durchschnittlich 9,5 Tage haben Naturisten in den 80er Jahren in kroatischen FKK-Camps logiert, heute liegt der Durchschnittswert bei nur noch rund sieben Tagen.

Ursachen

Die Gründe für diesen Niedergang sind vielfältig. Zweifellos leidet auch Kroatien unter dem europaweit schwindenden Interesse an der Freikörperkultur. So gab es auf unserem Kontinent zu Hochzeiten der FKK-Bewegung (80er Jahre) noch rund 25 Millionen registrierte Naturisten, heute wird die Anzahl mit rund drei Millionen angegeben.

Ein hausgemachtes Problem liegt laut Presseberichten darin, dass Kroatiens FKK-Camps zwar nach wie vor über eine solide Grundausstattung verfügen, aber mit modernen und luxuriösen FKK-Anlagen in Ländern wie Frankreich oder Deutschland kaum mehr mithalten können.

Ein weiter Umstand schließlich betrifft zwar nicht den FKK-Tourismus allgemein, aber die mit ihm verbundenen Einnahmen: Auch in Kroatien gibt es inzwischen eine größere Zahl von "wilden" (inoffiziellen) FKK-Stränden. Besucher solcher Strände geben vor Ort oft deutlich weniger Geld aus als Gäste kommerzieller Naturisten-Camps.

Quelle: www.balkantravellers.com

Von: www.urlaub-im-web.de


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