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Tibet will jährliche Touristenzahl bis 2015 mehr als verdoppeln
(18. 01. 2011)
Tibet, auf dem Dach der Welt gelegen, will auch touristisch hoch hinaus. Die jährliche Zahl in- und ausländischer Touristen soll nach dem Willen der lokalen Regierung in den kommenden Jahren stark steigen und 2015 bei 15 Millionen liegen. Das wären fünf mal so viel Menschen, wie das zur Volksrepublik China gehörende Autonome Gebiet Tibet (AGT) Einwohner hat (aktuell etwa 2.9 Millionen). Die gegenwärtige Touristenzahl von 6.85 Millionen (2010) würde damit mehr als verdoppelt.
"Tibet fokussiert sich darauf, ein wichtiges internationales Touristenziel zu werden", heißt es in einem Bericht der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua vom 13. Januar. Vorgesehen sind Investitionen in die touristische Infrastruktur und neue touristische Angebote. Durch das geplante Besucherwachstum hofft man, die Tourismus-Einnahmen bis 2015 auf 16 Millionen Yuan (1,8 Milliarden Euro) jährlich hochschrauben zu können. Dabei sollen 300.000 neue Jobs entstehen. 2010 lagen die Einnahmen aus dem Fremdenverkehr bei 7,14 Milliarden Yuan (rund 810.000 Euro).
Die Lokalregierung hat sich laut Xinhua zu Ziel gesetzt, dass "alle Bewohner" des AGT "vom Tourismus reich werden". Daher sind auch Investitionen in den ländlichen Regionen geplant, wo 80% der Einwohner Tibets leben. In diesen Regionen gibt es oft bis heute keine Elektrizität, kein sauberes Trinkwasser und keine befestigten Straßen.
Blick zurück
Zwischen 2001 und 2005 investierte die chinesische Zentralregierung 350.000 Yuan in den tibetischen Tourismus. In den folgenden fünf Jahren stieg die Zahl der Tibet-Touristen stark an. 21.25 Millionen Touristen begrüßte das Autonome Gebiet zwischen 2006 und 2010, darunter rund eine Millionen Touristen aus dem Ausland. Die jährlichen Wachstumszahlen betrugen rund 30%, sowohl bei den Besucherzahlen als auch bei den Einnahmen. Ein zentrale Rolle bei der jüngeren touristischen Erschließung Tibets spielte die Lhasa-Bahn. Sie verbindet Xining, die Hauptstadt der Provinz Qinghai, mit Tibets Hauptstadt Lhasa. Die komplette Strecke Xining-Lhasa ist seit 2006 in Betrieb.
Foto: Imposante, aber auch einschüchternde Architektur: Der Potala Palast in Lhasa. Foto: Franzen.
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