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Indonesien - Ökotourismus und Mangrovenschutz auf Nusa Lembongan

(20. 02. 2011)

Mangrovenwald, Indonesien, Insel Bintan. Foto: kento.ikeda

Mangrovenwälder spielen in tropischen und subtropischen Küstenökosystemen eine wichtige Rolle - etwa als Puffer gegen Sturmfluten und Erosionen, als Nährstofflieferanten für Korallenriffe und als Brutplätze für Meerestiere. Gleichwohl werden die im Gezeitenbereich der Küsten wachsenden Mangrovenwälder vielerorts aus wirtschaftlichen Gründen beseitigt, etwa zugunsten des Badetourismus und für die Anlage von Garnelenfarmen. Einen anderen Ansatz verfolgt man seit geraumer Zeit auf der südöstlich von Bali gelegenen indonesischen Insel Nusa Lembongan. Die ökologisch so wichtigen Mangrovenwälder werden dort im breiten Maße aufgeforstet und teilweise für (öko)touristische Bootsausflüge genutzt.

Nach einem Bericht des "Jarkata Globe" hatte der Unternehmer Wayan Sukitra bereits vor rund 20 Jahren den potentiellen touristischen Wert der Wangrovenwälder nahe seines Heimatdorfes Jungut Batu erkannt und später die Anpflanzung von 150.000 Mangrovenbäumen in die Wege geleitet. Heute bildet der Strand bei Jungut Batu das Zentrum des Ökotourismus der Insel. 33 Veranstalter bieten in der Region (vornehmlich auf Nusa Lembongan) inzwischen Bootstouren durch die Mangrovenwälder an. Die zu weiten Teilen neu aufgeforsteten Wälder umfassen 13 Mangrovenarten und beherbergen rund 30 Vogelarten. Ferner bieten sie u. a. einer Vielzahl von Schmetterlingen, Eidechsen und Krebsen einen Lebensraum.

Die Mangroven-Bootstouren, die typischerweise rund 30 Minuten dauern, werden von ausländischen Touristen gut angenommen. Das Gros der Teilnehmer kommt aus Australien und Europa. Damit hat sich die Insel, die ansonsten für ihre weißen Sandstrände und korallenreichen Gewässer bekannt ist, auch im internationalen Ökotourismus einen Namen gemacht. Um den Standard zu halten, organisieren die lokalen Tourveranstalter monatlich eine Reinigung der Mangrovenwälder. Unternehmer Wayan betreibt zudem inmitten der Wälder ein gut gehendes Outdoor-Lokal namens "Mangrove Bar and Restaurant".  

Seit einigen Jahren wird die Mangroven-Auffostung auch von der Naturschutzorganisation "The Nature Conservancy" (TNC) unterstützt. Die Organisation, die ihren Sitz in den USA hat, stellt Mangrovensamen und technisch-logistische Hilfe zur Verfügung. Dank der TNC konnte die Mangrovenaufforstung auf der Insel spürbar ausgedehnt werden. In ein Pflanzungs-Projekt der TNC sind 20 Schüler einer High School aus dem Inselhauptort Lembongan aktiv einbezogen. Die Organisation hat sich u. a. zum Ziel gesetzt, jungen Inselbewohnern den ökologischen (und ökotouristischen) Wert der Mangrovenwälder zu vermitteln.

Langfristig würde die TNC das "Modell" Nusa Lembongan gerne auch auf andere indonesische Inseln übertragen.  

Vor rund drei Monaten wurde Nusa Lembongan übrigens gemeinsam mit den Nachbarinseln Nusa Penida und Nusa Ceningan offiziell zur "maritimen Schutzzone" (marine protected area) erklärt. Die Initiative hat den Erhalt der maritimen Ressourcen zum Ziel, namentlich der örtlichen Mangrovenwälder, Korallenriffe, Fischbestände und Seetangfarmen.

Foto: Mangrovenwald, hier auf der indonesischen Insel Bintan. Urheber: kento.ikeda, Lizenz: creative commons.

Von: www.urlaub-im-web.de


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