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Australien - Campervan Verleiher empfiehlt: 'Fahrt Kängurus über den Haufen'
(10. 02. 2011)
Wer Down Under mag und Individualtourist ist, der kennt wahrscheinlich den großen australischen Campervan-Vermieter "Wicked Campers". Und weiß um dessen "durchwachsenen" Ruf. Viele Campervans aus der Flotte der Verleihfirma sind - so liest man es in Internet-Foren - schon älteren Baujahres, außen bunt bemalt und innen nicht immer sauber und behaglich. Dafür gelten die Gefährte als technisch recht zuverlässig und sind australienweit unkompliziert und preiswert zu mieten. Dazu passend, ist Wicked Campers weniger dafür bekannt, seine Kundschaft aus der gehobenen Mittelklasse zu rekrutieren, und vermietet seine Gefährte auch an Jugendliche unter 21 Jahren - was in der Branche in Australien eine Ausnahme bildet. So weit, so unspektakulär. Aktuell hat die Verleihfirma allerdings mit Boykottaufrufen zu kämpfen. Der Grund: Tierschützer sind entsetzt über Aufkleber im Inneren vieler Wicked Camper-Vans, auf denen es heißt: "Kangaroo's. Run the buggers down".
Mit "Kängurus. Fahr' die Kerle über den Haufen" könnte man den Spruch übersetzen. Eine radikalere Variante der Aufschrift lautet "Kangaroo's. Run the fuckers down" (siehe Foto).
In wie vielen Wicked-Camper-Fahrzeugen die Aufkleber angebracht sind (die australische Flotte der Verleihfirma umfasst rund 1.000 Einheiten), ist nicht klar. Es dürften aber sicher nicht wenige sein. Schließlich ist die Aufkleber-Kampagne Firmenpolitik und soll nach Aussagen der Verantwortlchen nichts Geringerem als der Verkehrssicherheit dienen. Und zwar auf "humorvolle" Art.
"Wir hatten Fälle, wo Vans ausgewichen sind, um nicht mit Tieren zu kollidieren, was zum Schaden aller Beteiligten ausfiel", entgegnete Wicked Campers-Gründer John Webb unlängst auf die Kritik von Tierschützern. Die Kampagne sei zudem lustig gemeint, wobei Webb einräumt, dass der dahinter stehende Humor "eigenwillig" ("individual") ist. "Jeder hat seine eigene Art von Humor", findet Webb. Die hinter den Aufklebern stehende Intension sei nicht, Tiere zu verletzen. Vielmehr wolle man Fahrer davon abhalten, scharf auszuweichen, wenn plötzlich Tiere auf der Fahrbahn auftauchen. Die Campervans könnten dabei umkippen, die Insassen sich verletzten.
Tierschützer sehen in der Aufkleber Kampagne freilich eine Aufforderung, "voll durchzuziehen", wenn Tiere über die Fahrbahn laufen. Und Spaß dabei zu haben. Wenn es Webb wirklich um die Verkehrssicherheit gehe, so Jaylene Musgrave, die Gründerin der Tierrechtsorganisation "Vegan Warriors", sollte er dies auf den Aufklebern detailliert klarmachen.
Linktipp: Boykottaufruf bei Facebook
Foto: Einer der umstrittenen Aufkleber. Urheber: doop, Lizenz: creative commons/share alike.
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