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Atomkraftwerke in Tschechien - Infozentren locken jährlich zehntausende Besucher

(24. 02. 2010)

AKW-Modell im Besucherzentrum von Temelín. Urheber: Stanislav Jelen. Lizenz: creative commons.

Tschechiens grenznahe Atomkraftwerke ziehen seit längerem massiven Unmut auf sich - wenn auch weniger im Lande selbst, so doch in Österreich (und Bayern). Man denke nur an die hitzigen tschechisch-österreichischen Diskussionen über die Ausbaupläne für das AKW Temelín. Oder an die heftigen Reaktionen der österreichischen Öffentlichkeit auf den aktuellen Brandvorfall im nicht-atomaren Teil des AKWs Dukovany.

Doch die beiden Atomkraftwerke in Temelín und Dukovany sind überraschenderweise mehr als nur politische Streitpunkte und - natürlich - wichtige Energieversorger - nämlich echte Besuchermagnete, die den Vergleich mit manch historischer Sehenswürdigkeit nicht zu scheuen brauchen. 

Immerhin 28.240 Besucher zählte man 2009 im Besucherzentrum des südböhmischen AKWs Temelín, wie Kraftwerks-Sprecher Marek Svitak vor einigen Wochen mitteilte. Das waren in etwa so viele Besucher, wie das ebenfalls in Südböhmen gelegene Schloss Kratochvíle (deutsch Schloß Kurzweil) in gleichen Jahr begrüßen konnte. Schloss Kratochvíle zählt nach Einschätzung des Marco-Polo Reiseführers "Tschechien" zu den zehn sehenswertesten Orten in Böhmen und Mähren. Auch das Besucherzentrum des südmährischen AKWs  Dukovany konnte 2009 eine recht stolze Zahl von Besuchern verzeichnen, nämlich 26.828. Dass die Besucherzahlen in beiden AKWs im letzten Jahr gegenüber 2008 etwas gesunken sind (in Temelín laut Svitak um 2,5% und in Dukovany laut Czech Press Agency um 3,5%), spricht nicht gegen ihre Populariät als Besichtigungsziele. Im Zuge der letztjährigen Tourismuskrise haben nahezu alle tschechischen Sehenswürdigkeiten Besuchereinbußen hinnehmen müssen. 

Im AKW Temelín waren in letzten Jahr laut Sprecher Svitak 7.510 Besucher dem Bereich "Firmengruppen, Interessenorganisationen und Familien" zuzuordnen. Einen anderen großen Besucheranteil bildeten Schulklassen (7.200 Schüler). Die Zahl der Einzelbesucher lag bei 7.359. Bemerkenswert ist, dass immerhin 1.600 Besucher aus dem Ausland kamen. Unter den 35 Herkunftsländer nahm - wie zu erwarten - Österreich mit einigem Abstand den ersten Platz ein.

Das Temelíner Besucherzentrum ist im Schlösschen Vysoký Hrádek untergebracht, das sich unweit des AKWs befindet. Modelle des Atomkraftwerks bzw. einzelner Anlagen (siehe Foto), "didaktische" Ausstellungselemente, informative Filmvorführungen und manches mehr erwarten den Besucher. Zumindest virtuell - per Spezialcomputer - kann man sogar das Innere des AKWs "besichtigen". An einem Computersimulator dürfen Besucher zudem den Betrieb eines Reaktorblockes ausprobieren. Übrigens wird das Besucherzentrum in den kommenden Monaten renoviert. Geplant ist u. a. die Anschaffung von neuem, hochmodernem Equipment. So soll ein 3D-Kino eingerichtet werden. Ferner sollen im Besucherzentrum ab dem Frühling Elektrofahrräder ausleihbar sein.

Kernkraftwerk Temelín Informationszentrum

Öffnungszeiten: Täglich 9:00 – 16:00 Uhr (auch samstags und sonntags), im Juli und August täglich 9:00 - 17:30 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos. Mehr infos auf Deutsch unter www.cez.cz.

Foto: AKW-Modell im Besucherzentrum von Temelín. Urheber: Stanislav Jelen. Lizenz: creative commons/share alike.

Von: www.urlaub-im-web.de


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