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Bulgarien - Tourismusminister sagt Berghütten Unterstützung zu

(31. 08. 2010)

Hütte in den Rodopen. Foto: Jeroen Kransen

Modernisierung und Kampf gegen die Mafia

Bulgariens Regierung ist bestrebt, die Berghütten im Lande zu erhalten und zu modernisieren. Dies versicherte Wirschafts- und Tourismusminister Traicho Traikov am Sonntag während einer Festveranstaltung zum 115. Jahrestag des organisierten Bergwanderns und Bergsteigens in Bulgarien. Der Jubiläums-Veranstaltung auf dem Cherni Vrah, einem nahe Sofia gelegenen Gipfel des Vitoscha-Gebirges, wohnten über 4.000 Wanderfreunde bei. Hintergrund des Minister-Statements sind der schlechte Zustand vieler bulgarischer Berghütten (Renovierungsbedürftigkeit, spartanische Ausstattung) sowie Versuche mafiöser Geschäftsleute, die Hütten aufzukaufen und durch finanziell einträchtigere Hotels zu ersetzen.

Bulgariens weitgespanntes Berghütten-Netz, das die Gebirgsketten im Südwesten - Vitoscha, Rila, Pirin und Rhodopen - sowie das mächtige zentralbulgarische Balkangebirge (Stara Planina) durchzieht, untersteht zu großen Teilen der "Bulgarian Tourist Union" (BTU). Der Fremdenverkehrsverband verpachtet die Berghütten gewöhnlich an Privatleute und diverse Einrichtungen, die sie dann aktiv betreiben. Seit geraumer Zeit soll es allerdings intensive Versuche bulgarischer "Oligarchen" geben, sich BTU-Berghütten mit Hilfe von Privatisierungstricks anzueignen. BTU-Geschäftsführer Ventsislav Udev beklagte dies unlängst öffentlich. Das Pro-Berghütten-Bekenntnis von Tourismusminister Traikov ist als Antwort auf derartige mafiöse Aktivitäten zu verstehen. "Keine Berghütte sollte geschlossen oder durch ein Appartement oder Hotel ersetzt werden", sagte der Minister. Traikov zählt die Berghütten zu den Grundlagen eines umweltfreundlichen Tourismus, den die Regierung nachdrücklich bejahe.  

Der Minister sagte am Sonntag ferner die "volle Unterstützung" seiner Regierung bei der Modernisierung der heimischen Berghütten zu.

Laut BTU-Geschäftsführe Udev gibt es in Bulgarien gegenwärtig 214 touristische Berghütten. Etwa 60 davon seien bereits gut Instand gesetzt und u. a. mit neuen Dächern und sanitären Anlagen ausgestattet. Die Modernisierung aller bulgarischen Berghütten würde nach Udevs Einschätzung jährlich etwa eine Millionen Leva kosten (gut 500.000 Euro). Bei der Modernisierung sollte aus seiner Sicht stufenweise und in Abhängigkeit von Zustand der Hütten vorgegangen werden. Notwendig seien u. a. Renovierungen, Reparaturen, eine verbesserte Ausstattung und Maßnahmen zur Wärmedämmung. Nach fünf Jahren könnten die Modernisierungsmaßnahmen abgeschlossen sein (Quelle: Interview mit der FOCUS News Agency)

Foto: Hütte in den Rodopen. Urheber: Jeroen Kransen, Lizenz: creative commons.

Von: www.urlaub-im-web.de


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