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Matsuri-Monat Oktober: Wie Japan den Herbstanfang feiert
(17. 08. 2010)
Für eine Reise nach Japan empfehlen sich vor allem die Jahreszeiten Frühling und der Herbst. Dann sind nicht nur die Temperaturen angenehm, auch die Landschaft Japans zeigt sich dann von ihrer besten Seite. Was im Frühling die Kirschblüte ist, sind im Herbst die in rot gefärbten Ahornblätter, die ‚momiji‘ genannt werden. Aber nicht nur Spaziergängen durch die farbenprächtige Natur locken zum Herbst-Urlaub, sondern auch traditionelle Matsuri (Volksfeste). Vor allem im Oktober finden im ganzen Land abwechslungsreiche Matsuri statt.
Ein ganz besonderes Fest ist das Kunchi-Matsuri in Nagasaki, das die Bewohner vom 7. bis 9. Oktober begehen. Was im 16. Jahrhundert als Erntedankfest begann, wandelte sich nach der Fertigstellung des Suwa Schreins zu einem Schreinfest. Vor allem rund um den Schrein gibt es Umzüge mit reich verzierten Wagen, die wie Schiffe aussehen. Aber auch holländische und chinesische Elemente – über Nagasaki wurde vor der Öffnung Japans im Jahre 1868 der gesamte Handel mit dem Ausland abgewickelt – fließen beim Kunchi-Matsuri mit ein. So gibt es neben traditionellen Odori-Tanzvorführungen auch chinesische Drachentänze zu sehen.
In der Hauptstadt Tokio gedenken die Anhänger der buddhistischen Nichiren-Sekte vom 11. bis 13. Oktober am Ikegami-Honmon Tempel Nichiren Shonin, dem Begründer der Nichiren-Glaubensrichtung. Er verstarb mit 61 Jahren 1282 in dem Tokioter Tempel. Am 13. Oktober gedenken die Gläubigen seiner mit O-Eshiki, einer Zeremonie für Verstorbene. Zuvor zählt der Trauermarsch in der Nacht vom 12. Oktober mit rund 3.000 Beteiligten und einigen hunderttausend Zuschauern, bei dem Lichter getragen und Gebete rezitiert werden, zum Höhepunkt des Festes.
Am 22. Oktober lohnt sich der Besuch der alten Kaiserstadt Kyoto besonders. Das Jidai Matsuri ist das drittgrößte Volksfest Kyotos und rangiert direkt hinter dem Aoi Matsuri (Mai) und dem Gion Matsuri (Juli ). Es fand erstmals im Jahre 1898 statt, um die gedrückte Stimmung der Bewohner nach der Verlegung der Kaiserstadt ins nördliche Tokio wieder zu beleben. Bei einer Prozession vom Alten Kaiserlichen Palast werden die Mikoshi (tragbare Schreine) des ersten und letzten residierenden Kaisers in Kyoto zum Heian-Schrein getragen. Für Zuschauer ist die Prozession vor allem wegen der historischen Kostüme interessant, die zeigen, wie sich die Mode in Japan im Laufe der Zeit wandelte. Für den Abend des 22. Oktober steht im ländlichen Stadtteil Kurama – etwa eine Stunde vom Zentrum Kyotos entfernt – das Feierfest an. Von sechs Uhr abends bis Mitternacht erleuchten riesige Fackeln den Stadtteil und künden von dem Fest, das den Geistern gewidmet ist.
Weitere traditionelle Matsuri kann man auf Hokkaido, in der Präfektur Gifu und in der Präfektur Hyogo erleben. Das Marimo Matsuri ist der Algenkugel Marimo gewidmet und findet Anfang Oktober im Osten Hokkaidos statt. Am 9. und 10. Oktober feiern die Bewohner von Takayama (Gifu) das Herbstfest, bei dem es schöne Umzugswagen zu sehen gibt. Während es dabei recht gesittet zugeht, kann man vom 11. bis 13. Oktober in Nada (Hyogo) beim Kenka Matsuri (Kampffest) lustige Kämpfe zwischen den Einheimischen beobachten.
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Foto: In Kimonos gekleidete Prozessionsteilnehmer beim Jidai-Matsuri in Kyoto. Urheber: CreativeCommons/Feitclub
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