URLAUB IN JAPAN - NARA
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Nara - Urlaub zwischen idyllischen Parklandschaften und eindrucksvollen Tempeln
Nara war von 710 bis 794 Japans erste permanente Hauptstadt und ist somit älter als Kyoto. Wie Kyoto, von der sie durch eine Hügelkette getrennt ist, wurde sie nach chinesischem Vorbild im Schachbrettmuster angelegt. Nara ist ruhige Großstadt mit rund 370.000 Einwohnern. Da die Stadt nicht so groß ist, eignet sie sich bestens für Erkundungen zu Fuß. Wer sich im Urlaub lieber auf zwei Rädern fortbewegt, kann nahe des Bahnhofs Nara Fahrräder ausleihen.
Ein Besuch in Nara gehört einfach zu jedem Urlaub in Japan dazu. Denn hier befinden sich einige der ältesten Tempel und Schreine des Landes. Wer im Urlaub Erholung sucht, findet diese im Nara-Park, einem 5,3 Quadratkilometer großem Areal, welches aufgrund der freilaufenden Rehe und Hirsche auch gern Hirschpark genannt wird. Die zahmen, aber leider auch etwas verfressenen Vierbeiner, werden als göttliche Botschafter verehrt und sind somit heilig.
Im Westen des Nara-Parks befindet sich die Tempelanlage des Kôfuku-ji. Sie gilt als nationaler Schatz und ist vor allem für ihre fünfstöckige Pagode bekannt, die sich malerisch in dem davorliegenden Surasawano-Teich spiegelt. Das Wahrzeichen Naras ist die zweitgrößte Pagode Japans und wurde 1426 errichtet.
Der Kôfuku-ji ist nicht der einzige Tempel, der mit mehrstöckigen Pagoden aufwarten kann. Außerhalb Naras steht der Hôryû-ji, Japans ältestes buddhistisches Heiligtum. Gestiftet wurde der Tempel im Jahr 607 von dem Prinzen Shôtoku Taishi, der ein großer Anhänger des Buddhismus war und diesen in Japan verbreiten wollte. Auf der 19 Hektar großen Tempelanlage stehen circa 40 Gebäude. Einige von ihnen gelten als die ältesten Holzgebäude der Welt. Über ihnen ragt die imposante, fünfstöckige Pagode. In ihrem Inneren sind Tonstatuen aus der Nara-Zeit zu betrachten.
Während am Hôryû-ji die ältesten Holzgebäude zu finden sind, steht beim Tôdai-ji das größte. Ursprünglich soll die Anlage des Tempels sogar noch doppelt so groß gewesen sein. Gigantisch ist auch die 16 Meter hohe und 500 Tonnen schwere, bronzene Buddha-Statue, die in der Haupthalle Daibutsu-den thront. Sie ist die größte Japans und stammt aus dem Jahre 752. Einen schönen Blick auf Nara hat man von der Terrasse der Halle Sangatsudo.
Der Kasuga-Taisha Schrein sticht mit seinen vier zinnoberroten Gebäuden hervor. Der einstige Schrein der mächtigen Fujiwara-Familie wurde bereits im 8. Jahrhundert erbaut. Seitdem wurde er traditionsgemäß alle zwanzig Jahre erneuert. Der heutige Schrein steht allerdings schon seit 1863. Zu dem Schrein gehört eine große Sammlung von Bronze- und Steinlaternen, die rund 3.000 Objekte umfasst. Sie werden zweimal pro Jahr angezündet; am 3. oder 4. Februar sowie am 15. August. Alle Laternen wurden dem Schrein gespendet, einige stammen sogar aus dem 11. Jahrhundert.
Weitere Kunstschätze sind im Nara Nationalmuseum ausgestellt. Dort werden nicht nur viele Kunstschätze und Sammlungen buddhistischer Tempel aufbewahrt, sondern auch Gemälde und Kalligrafien aus dem 8. Jahrhundert.
Die traditionelle Handwerkskunst kann man im Reihenhaus der Handwerker, unweit des Yakushi-ji, erleben. Dort demonstrieren sechs traditionelle Handwerker ihre Fertigkeiten und bieten einen Einblick in die frühe, japanische Handwerkskunst.
Wer in seinem Urlaub das alte Japan erleben möchte, fährt nach Kyoto und Nara. Nara ist zwar kleiner als Kyoto, bietet aber dennoch zahlreiche schöne Tempel und Schreine. Viele dieser Gebäude gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ein weiteres Highlight der Stadt ist der weitläufige Nara-Park, der viel Raum für Erholung bietet.
Text: Daniela Hesse




