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Namibia - Faszination Natur
Fragt ein Einheimischer den ankommenden Reisenden: “Was macht ein Namibier, der in ein Flussbett fällt?“. Auf dessen Achselzucken hin gibt er auch gleich die Antwort: “Er steht auf und klopft sich den Staub aus den Kleidern!“ – Nun, der typische Badeurlauber wird in Namibia sicher nicht auf seine Kosten kommen, obwohl er an die 1000 km Sandstrand mit einer Breite bis zu 200 km vorfindet und Dünen, die eine Höhe bis über 200 m erreichen. Und damit die höchsten der Welt sind.
Aber – das Meerwasser erreicht höchstens die Schaudergrenze von 14 – 16 Grad. Nur erklärte Sylt-Fans wird es hier ins Wasser ziehen. So sind es die Naturliebhaber, Wanderer und Offroad-Freaks, die voll auf ihre Kosten kommen.
Wir landen in der Hauptstadt Windhoek und stellen fest, dass recht wenig wie das Afrika unserer Vorstellung aussieht: Unter den Arkaden der Blumenläden, Apotheken und Boutiquen werden deutsche Zeitungen verkauft, die Speisekarte im „Café Kaiserkrone“ in der Fußgängerzone verführt in deutscher Sprache mit wohl bekannten Leckereien.
Die Verkäuferinnen und Kunden sprechen deutsch. Jedenfalls die Älteren. Obwohl Namibia, das frühere Deutsch-Südwestafrika, nur 31 Jahre lang kaiserliches Protektorat war, prangen ein Reichsadler und die Aufschrift „Schutzgebiet“ auf vielen Souvenirs. Der deutsche Einfluss ist nach wie vor unübersehbar. Es sprechen zwar nur noch 20 000 der 1,7 Millionen Namibier deutsch, aber in der Hauptstadt sind deutsche Töne vorherrschend.
Pink Beauty
Namibias wohl bekanntestes Fotomotiv ist Sossusvlei mit seinen rosaroten riesigen Dünen, die sich 200 - 300 m hoch um eine ausgetrocknete Lehmbodenpfanne auftürmen. Roter Quarzsand lässt die Dünen unwirklich aufleuchten. Die überwältigende Pracht erschließt sich dem Betrachter besonders bei Sonnenauf- oder -untergang. Einfach unvergesslich...
Um dieses Naturschauspiel optimal genießen zu können, suchen wir uns eine Lodge aus, die den entsprechenden Rahmen zu diesem Ereignis bieten kann.
Im Norden des NamibRand Nature Reserve finden wir die Sossusvlei Mountain Lodge. Die Lage an einem Hügel bietet einen Blick auf unendliche Grasflächen, die allmählich in Bergketten und in rote Sanddünen am Horizont übergehen.
Unsere Suite bietet u.a. ein großes Fenster über dem Bett zum Beobachten des prächtigen Sternenhimmels und ein Badezimmer mit Totalverglasung – wo haben wir schon die Möglichkeit beim Duschen einigen Springböcken an dem nahen Wasserloch zuzuschauen? Der Wohnraum führt auf die große Sonnenterrasse mit einem installierten Fernrohr für die Wildbeobachtung.
Am nächsten Morgen müssen wir schon um 5 Uhr aus den Federn, denn der Jeep bringt uns nach Sossusvlei zu den „rosaroten Riesen“. Die ersten Kilometer der 63 km langen Sandpiste sind auch ohne Allrad zu meistern, dann geht aber ohne Vierradantrieb nichts mehr. Je näher wir den Dünen kommen, desto tiefer werden die Reifenspuren der 4-wheeler in der Sandpiste. Nach fast zwei Stunden sind wir am Fuß der größten Dünen angekommen.
Vor die Wahl gestellt, ausgiebiges Frühstück oder Dünenbesteigung, fällt die Entscheidung nicht schwer: Es lockt der Gipfel der Düne. Gleich der erste Versuch, es im Direktaufstieg zu schaffen, scheitert kläglich im feinen rieselnden Sand: Bis zu den Waden eingesunken geht’s nur zwei Schritt vor – aber einen zurück. Und der Gipfel rückt einfach nicht näher. Unser Ranger aus der Lodge weiß auch hier Rat: Der Anstieg klappt, wenn wir direkt auf dem Dünenkamm Schritt für Schritt nach oben streben.
Nach einer halben Ewigkeit sind wir oben und die Aussicht auf die unzähligen Dünen bis zum Horizont ist einfach überwältigend. Nach dem Abstieg dann das Frühstück: Obst- und Kartoffelsalat, Wurst, Schinken, einheimischer Honig und Marmelade, verschiedene Brotsorten, Säfte und südafrikanischer Sekt. Aber die größte Belohnung ist das Bier, ein Windhoek-Lager, „gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot“! Nach ausführlichen Erkundigungen am Fuß der Dünen kehren wir zur Sossusvlei Mountain Lodge zurück, genießen das klare Wasser des Pools und danach das exquisite Mittagessen, das auch einheimische Spezialitäten wie Springbocksteaks bietet.
Nach einer wohlverdienten Ruhepause erklimmen wir den Vierrad-Truck, um die Umgebung zu erkunden und bei Sonnenuntergang den „Sundowner“ zu uns zu nehmen. Vorbei an kreisrunden, vegetationslosen Flächen, deren Ursprung unbekannt ist, geht’s die „versteinerten Dünen“ hinauf. Die Fernsicht ist umwerfend. Unsere Unterhaltung verstummt, als die Sonne sich anschickt in einem Farbenspektakel unterzugehen. Rechtzeitig hat unser Ranger das Gestell mit dem Stoff-„Waschbecken“ installiert, den Inhalt der Kühltaschen auf dem Klapptisch ausgebreitet und es zischt das Bier, es perlt der Sekt und es munden die kleinen Köstlichkeiten...
Am nächsten Tag steht ein Ausflug mit dem Quadbike auf dem Programm, dem vierrädrigen Geländemotorrad. Ziel ist die Spitze des sich am Horizont auftürmenden Dünengebirges. Nach einer Einweisung und der ernsten und nachdrücklichen Ermahnung, exakt auf der vorgegebenen Spur hinter dem Ranger zu bleiben, ruckeln wir los.
Mühelos erklimmen wir die ersten Höhenzüge, wobei der Ranger strikt darauf achtet, dass alle in einer Spur bleiben, damit die Natur geschont wird. Jetzt bleiben die Ersten in dem feinen Sand stecken, Motoren heulen auf, Räder drehen durch und die Quadbikes neigen sich in bedrohliche Schräglage. Doch mit Ranger-Hilfe werden alle Schwierigkeiten gemeistert, so dass wir auch heute pünktlich unseren Sundowner genießen können.
Heute, an unserem Abschiedsabend, haben wir noch das Glück an der nahen Wasserstelle einem Prachtbullen von Oryx und einer Vielzahl von Springböcken von der Terrasse aus mit bloßem Auge beim Trinken zuschauen zu können. Wir genießen noch einmal diese besondere Stimmung auf der Terrasse, schauen zum klaren Nachthimmel und denken bei uns: Wir kommen wieder. Denn es gibt noch ein Highlight, das wir wegen widriger Winde aufschieben müssen: eine Fahrt mit dem Heissluftballon über das Dünenmeer.
Text: Werner G. Stoss
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Reiseveranstalter: Die meisten führenden Veranstalter haben Namibia in ihren Prospekten. Praktisch ist diese Adresse: Südafrika Experience, Tel: 08022-6327, E-mail: sa@sareiter.de, www.suedafrika-experience.de
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Reisezeit und Klima: für Safari Juni-Sept., ansonsten Okt.-Mai,
Verkehrsmittel: Mietwagen/Jeeps (Achtung Linksverkehr) und Bus zu den größeren Orten.
Züge: Eisenbahnromantik pur bietet der Luxuszug Rovos Rail. ROVOS Rail, POBox 2837, Pretoria 0001 Gauters, South Africa, T: 0027-12-3158242, F: -3230843, E-mail: reservations(at)rovos.co.za oder CCAfrica in Düsseldorf
Unterkunft: Empfehlenswerte Lodge für einen Besuch der rosaroten Dünen: Sossusvlei Mountainlodge. Infos und Buchung über CCAfrica in Düsseldorf
Reiseführer: Iwanowski’s Reisehandbuch Namibia, ISBN 3923975198, €25,95
Fotos: Dune fern und Dune nah: Werner G. Stoss. Alle anderen CCAfrica





