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Nacktwandern - Wandern in "totaler Freiheit und Naturverbundenheit"

Stiefel: Beim Nacktwandern (neben Kopfbedeckungen) die einzig "erlaubten" Kleidungsstücke. Foto: Uni Trier

Eine eigentümliche Spezies von Wanderern tummelt sich in letzter Zeit vermehrt auf Berg und Tal. Vor allem an warmen Sommertagen zieht es sie vermehrt in unsere Wandergebiete. Und doch wäre es nicht überraschend, wenn Sie ihr noch nie begegnet sind. Denn sie bevorzugt Wanderstrecken, auf denen man "kilometerweit gehen kann, ohne jemanden anzutreffen". Die Rede ist von Nacktwanderern, die in klassischer FKK-Manier auch beim Wandern die "totale Freiheit und Naturverbundenheit" suchen.

 

Nacktwanderer organisieren ihre Wandertouren meist im kleinen, doch nicht unbedingt geschlossenen Kreis. Häufig suchen sie in Internet-Foren nach Gleichgesinnten und tauschen Tipps über abgelegene Wanderstrecken aus. Geben Sie mal den Suchbegriff "Nacktwandern" bei Google oder einer anderen Suchmaschine ein. Sie werden direkt fündig.

 

Wohlfühlen tun sich die FKK-Wanderfreunde fast überall - ob im Harz, im Rothaargebirge oder in Brandenburg. Für sie zählt vor allem die direkte Tuchfühlung mit der Natur. Die Möglichkeit, beim Nacktwandern die wärmende Kraft der Sonne und jeden Windhauch unverfälscht auf der Haut zu spüren.

Nacktwanderer bleiben möglichst unter sich

Die Wander-Nudisten möchten niemanden belästigen oder erschrecken. Sie bestehen nur darauf, ihrer Neigung ungehindert nachgehen zu dürfen. Ihr Ideal sind Wanderwege, die sie auch ohne "Rucksack mit Klamotten für den Notfall" nutzen können. Kommt es doch einmal zu einer "Begegnung der Dritten Art" mit einem bekleideten Wanderer, gilt für die Nackwanderer das Credo "selbstbewusst aufzutreten, freundlich zu grüßen und nicht in die Büsche zu springen". Dies empfiehlt zumindest der Brite Tony Baldwin, Begründer des bekannten FKK-Clubs "Singles' Outdoor", seinen Gesinnungsgenossen. Allerdings reagieren vor allem ältere Menschen, Kinder und alleinwandernde Frauen gelegentlich empört oder verstört auf den Anblick der wandernden FKK-Freunde.

 

In Großbritannien hat das dort ausgesprochen beliebte Nacktwandern (boots-only hiking) vor allem im Jahr 2003 für Schlagzeilen gesorgt. Auf der Insel herrschen rigide Gesetze gegen öffentliche Nacktheit. FKK-Touren werden somit schnell zum Politikum. Ein gewisser Steve Gough startete daher am 16. Juni 2003 den Versuch, Großbritannien von Land's End in Cornwall bis in den schottischen Norden nur mit Schlapphut und Stiefeln zu durchqueren, um gegen diese Gesetzeslage zu demonstrieren. Konsequenz: Er wurde mehrere Male von der Polizei in Gewahrsam genommen. Anfang August verfrachtete ihn die schottische Polizei schließlich an den Ausgangspunkt seiner Tour zurück. Auch eine "psychiatrische Untersuchung" blieb ihm nicht erspart.

 

Tipp: Über aktuelle Nacktwandertermine informiert das Portal www.nacktwandern.de.


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