DEUTSCHLAND - DIE MOSEL
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Die Mosel - Römer, Wein und Fachwerkcharme
Sie ist eine Europäerin: Von ihrer Quelle in den Vogesen bis zur Mündung in den Rhein zieht die Mosel 545 Kilometer durch Lothringen, vorbei am Fürstentum Luxemburg und schließlich mit vielen Schleifen von Trier bis nach Koblenz.
Romantisch ist der letzte Teil ihres Weges, wo sie sich tief ins Rheinische Schiefergebirge gegraben hat. Wein wächst hier an steilen Hängen, alte Burgen thronen hoch über dem Tal und am Fluss liegen schmucke Fachwerkorte, aufgereiht wie Perlen an einer Schnur.
Viele Völker und Kulturen haben ihre Spuren an der Mosel hinterlassen: Sie reichen von steinzeitlichen Siedlungen über Gräberfelder des Keltenstamms der Treverer bis hin zu den großartigen Bauwerken der Römer, die hier ab 58 vor Christus fünf Jahrhunderte lang herrschten.
Stark prägte das Mittelalter die Mosel: Die Fachwerkstädte der Region sind ein Erbe aus der Zeit Balduins von Luxemburg, der den Trierer Kurstaat von 1307 bis 1354 regierte und ihn bis zum Rhein erweiterte. Von der blühenden christlichen Kultur des Mittelalters zeugen Kirchen und Klöster. Darüber hinaus begeistert die Mosel auch mit Baudenkmälern aus späteren Epochen, etwa aus Renaissance, Barock und Jugendstil.
Garten des Bacchus
Mit den Römern kam auch der Wein an die Mosel: Dem Weingott Bacchus zugetan, pflanzten sie hier die ersten Reben. Ihre Leidenschaft für den Moselwein belegt ein spektakulärer Fund aus den 1980er Jahren: In einem Weinberg in Piesport wurde die größte und älteste römische Kelteranlage nördlich der Alpen entdeckt!
Heute werden an der Mosel Müller-Thurgau und Elbling angebaut, seit einigen Jahren ist auch der Spätburgunder wieder zugelassen, ein rubinroter Wein.
Die wichtigste Rebsorte der Mosel ist jedoch der spritzig-elegante Riesling. Dank einer jungen, engagierten Winzergeneration kann es der Moselriesling inzwischen mit den Spitzenweinen aus aller Welt aufnehmen. Prädikatsstufen wie Eiswein oder Beerenauslese erzielen bei Versteigerungen sogar Preise, die bei 5000 Euro pro Flasche liegen können.
Das „zweite Rom“
Zu einer Zeitreise durch mehr als 2000 Jahre Geschichte lädt Trier ein, das die Weltkulturerbe-Liste mit vielen Baudenkmälern bereichert. „Zweites Rom“ wurde die Stadt einst genannt, war sie doch Residenz römischer Kaiser und Hauptstadt des Weströmischen Reiches.
Das wohl berühmteste Zeugnis aus dieser Epoche ist die Porta Nigra: 30 Meter hoch ist das Stadttor, das bereits im 2. Jahrhundert erbaut und später zum Wahrzeichen der Stadt wurde.
Zum römischen Erbe Triers zählt auch die um 310 erbaute Konstantinbasilika; der früher prachtvoll gestaltete Thronsaal Konstantins vermittelt mit seinen gewaltigen Ausmaßen noch heute etwas von Majestät des Kaisers.
Römische Kultur in Trier – das sind auch Römerbrücke, Amphitheater und die Kaiserthermen, in denen noch Reste der hoch entwickelten Heizungstechnik der Römer erhalten sind. Selbst der monumentale Dom hat einen römischen Kernbau; seine heutige Gestalt, die mit der Ausgewogenheit von Maßen und Formen begeistert, erhielt er vom 10. bis 12. Jahrhundert, weitere Arbeiten folgten.
Zu den Höhepunkten Triers zählen außerdem die gotische Liebfrauenkirche, das Palais Kesselstadt und das Kurfürstliche Palais mit seinem prächtigen barocken Treppenhaus.
Moselromantik und Jugendstil
Mittelalterlich mutet das Stadtbild von Bernkastel-Kues an, wo sich bunte Fachwerkhäuser dicht aneinander drängen, malerisch überragt von Burg Landshut. Die Stadt ist Heimat des Universalgelehrten Nikolaus von Kues und so berühmter Weine wie dem „Berncasteler Doctor“.
Ein Juwel ist der Marktplatz mit Rathaus, kuriosen „Spitzhäuschen“ und wunderbaren Fachwerkfassaden. Wer mehr über die Weinbautradition an der Mosel und das Winzerhandwerk erfahren möchte, kann sich im Weinmuseum und der neuen Vinothek umsehen.
An einer romantischen Moselschleife liegt die Jugendstilstadt Traben-Trarbach, wo das elegante Hotel Bellevue, das Brückentorhaus und viele andere Gebäude mit der unerschöpflichen Formenvielfalt des Jugendstils begeistern. Moselabwärts wachsen die Weinberge an immer steileren Hängen terrassenförmig in den Himmel. Hier, an der „Terrassenmosel“, liegt Cochem. Von der verwinkelten Altstadt steigt man durch Rebenhänge hinauf zur Reichsburg, einer gewaltigen Anlage aus dem 11. Jahrhundert.
Sie wurde im 19. Jahrhundert nach alten Plänen wieder aufgebaut und bietet einen herrlichen Blick auf das gewundene Tal mit seinen Weinbergen und dem im Sonnenlicht glitzernden Fluss.



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