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Montone - ein Dorn aus der Krone Christi
Noch heute wird die Ankunft der heiligen Reliquie jährlich gefeiert. Ein General der venezianischen Miliz hatte sie 1473 dem Volk geschenkt.
Montone war sicherlich ein antiker, befestigter umbrischer Gau, der später in die römische Herrschaft überging, wie archäologische Funde aus der Umgebung weitgehend bestätigen, obwohl die jetzige Städtestruktur auf das Mittelalter hindeutet. Um das Jahr 800 wurden die ersten Schlösser längs der Strasse, die von Tiferno nach Gubbio führte, errichtet.
Vermutlich entwickelte sich Montone in der Nähe des antiken Schlosses Aries (Widder, Schafbock = montone). Die Stadt wurde von zwei Konsuln mit eigenen Statuten wie eine Freistadt regiert und 1200 ging sie an die Adelsherren von Perugia über. Während des Jahrhunderts festigte sich die Macht der Familie Fortebraccio, die schon seit immer in Montone lebte und die hier das Schloss errichtete, das von den Goten zerstört und im Jahre 1000 wiederaufgebaut wurde.
Das berühmteste Familienmitglied war Andrea Braccio, der für einige in Montone, für andere in Perugia geboren wurde. Er war einer der größten Söldnerführer, unterjochte ganz Umbrien, war Signore von Perugia, Prinz von Capua, Gouverneur der Abruzzen, Freund von Firenze und Feind des Papstes Martine V.. Andrea Braccio starb in Aquila während der Belagerung1424.
Der Sohn Carlo, General der venezianischen Miliz, brachte 1473 eine Dorne der Krone Christi nach Montone als Geschenk fürs Volk. Die Ankunft dieser Reliquie wird noch heute am Ostermontag und am Sonntag nach Ferragosto (15. August) mit einem historischen Umzug gefeiert.
1518 ging die Grafschaft von Montone an die Familie Vitelli über, 1640 wurde sie dem Kirchenstaat unterworfen und 1865 gliederte sie sich nach einer Volksabstimmung dem Königreich Italien an.
Sehenswertes: Die Pfarrei von San Gregorio wurde um das Jahr 1000 im romanisch-byzantinischen Stil errichtet. Das Innere teilt sich in drei Schiffe mit einer einzigen runden Apsis, wo sich ein hölzerner farbiger Leidensweg des XII. Jh. befand, der aber heute in der Kirche San Francesco zu sehen ist.
La Collegiata wurde 1310 gebaut; das Innere ruht auf dem Grundriss eines lateinischen Kreuzes und besteht aus einem einzigen Kirchenschiff mit einer vergoldeten Kassettendecke. An den Wänden der Apsis und über dem Chor kann man die Freskenmalereien des Parenti und rechts vom Altar eine Madonna der Schule des Perugino's bewundern.
Die Kirche San Francesco wurde im XIV. Jh. im gotischen Stil erbaut. Sie besitzt ein monumentales Portal und eine handgeschnitzte Tür; das Innere besteht aus einem einzigen Schiff mit polygonaler Apsis. Links steht der Altar, der Carlo Fortebraccio 1475 als Votivgabe errichten ließ und der von Bartolomeo Caporali mit Fresken bemalt wurde. Rechts befindet sich der Altar mit der Madonna del Soccorso mit Freskenmalereien von Caporali für die einen, von Benedetto Bonfigli1482, für die anderen. Bemerkenswert sind der Magistertisch aus dem XVI. Jahr-hundert, der Chor mit dreizehn Stühlen und die intarsierte Holzkanzlei. Nicht zu vergessen, ist der Kreuzgang aus dem XVI. Jh. im Kloster neben der Kirche.
Im städtischen Geschichtsarchiv sind ausgestellt: Papstsiegel vom XIV. bis XVII.Jahrhundert und Breven (päpstliche Erlasse in kurzgefasster Form) aus dem XV. und XVI. Jh., das Original des Statuten von Montone aus dem Jahre 1586; Bänder mit den Sonderrechten und dem Memoiren der Familie Fortebraccio und eine Karte mit den Besitztümer von Braccio zum Zeitpunkt seines Todes.Im ehemahligen Kloster S. Francesco befinden sich das Städtische Museum und das Völkerkundemuseum.
Sehenswert sind auch die Ruinen der Rocca (Burg) di Braccio, die 1478 von Sistus IV. zerstört wurde, und ca. 6 km von Montone entfernt in einer herrlichen Panoramalage; die Burg Aries (die zur Zeit restauriert wird).
Zu entdecken: Der Kreuzgang der Kirche S. Francesco; das alte Spital von S. Fedele; die engen und gewundenen Gassen, die bei jedem Schritt interessante Spuren aus der Vergangenheit ans Licht bringen; der Reitverein Fortebracchio, der herrliche Rittausflüge im Grünen der umbrischen Hügel organisiert.
Was man sich nicht entgehen lassen sollte: Ausstellung der S. Spina (Heiligem Dorn) am Ostermontag; historischer Umzug zu Ehren der Schenkung der S. Spina (Woche vor dem Ferragosto, d.h. vor dem 15. August); die Ausstellung für Trüffel und Walderzeugnisse (erster Sonntag im November).
Zu kaufen gibt es Weine, Honig, Pilze, Trüffel und Spitzen.


