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Urlaub in San Franciscos Umgebung - auf dem Weg nach Monterey

Old Monterey. Foto: California Tourism & Travel Commission

Old Monterey. Foto: California Tourism & Travel Commission

Folgt man dem Highway Number One von San Francisco aus mit dem Auto nach Süden, erreicht man schließlich die Monterey Peninsula. Je nach dem, wie sehr man sich auf seiner Fahrt von der Aussicht auf Sandstrände, dem blauen Pazifik und den reizvollen Küstenorten ablenken lässt, kann das auch wesentlich länger als die üblichen drei Stunden dauern.

 

Schon gut 30 Meilen südlich von San Francisco ist man versucht, den Urlaub in Monterey ein Weilchen zu verschieben. Dort befindet sich nämlich das beschauliche Half Moon Bay, das neben seinen schönen Stränden und der Fischrestaurants vor allem wegen der vielen Kürbisse, die hier en masse angebaut werden, bekannt geworden ist. Eine Tatsache, die besonders zu Halloween offensichtlich wird, wenn in der Kürbishochburg Kaliforniens prächtige Exemplare geschnitzter Kürbisköpfe die Straßen säumen.

 

Ein weiteres Highlight entlang des Highways ist die Ano Nuevo State Reserve, ein Schutzgebiet für Seeelefanten. Während der Brutzeit der Tiere von Mitte Dezember bis Ende März kann man den Park nur mittels einer Führung erleben. Da die beeindruckenden Kämpfe rivalisierender Männchen viele Besucher anziehen, sollte man sich für eine Führung frühzeitig anmelden (Nähere Informationen zum Schutzgebiet unter www.parks.ca.gov).

 

Bevor man Monterey erreicht, erhöht sich der Ablenkungsfaktor in der Gegend um Santa Cruz ein weiteres Mal beträchtlich. Das Universitätsstädtchen ist vor allem für seinen Rummelplatz am Strand berühmt – ein Relikt aus dem frühen 20. Jahrhundert, das als einziges seiner Art in Kalifornien erhalten geblieben ist. Vor den Toren der Stadt befindet sich in einem Wald der so genannte Mystery Spot. Geheimnisvolle Kräfte sollen hier angeblich Naturgesetze außer Kraft setzen, aber wohl hauptsächlich Touristen um ein paar Dollars erleichtern. Leichtgläubige werden beeindruckt sein, alle anderen amüsiert.

"Hailight" in Monterey

Die Mission in Carmel

Die Mission in Carmel

Hat man Monterey schließlich erreicht, gibt es dort einiges zu entdecken. Die geschichtsträchtige Stadt, die unter spanischer und mexikanischer Herrschaft als Provinzhauptstadt fungierte, bietet interessierten Besuchern einen Rundgang vorbei an historisch bedeutsamen Gebäuden und Plätzen. Der „Path of History“ ist mit Hilfe der gratis erhältlichen Stadtpläne der Touristeninformation leicht zu verfolgen. Wer eine der angebotenen Führungen wahrnimmt, kann auf diese Weise auch das Innere mancher historischer Gebäude sehen, die sonst nicht für Besucher zugänglich sind.

 

Wie San Francisco hat auch Monterey einen Fisherman’s Wharf, der zwar etwas kleiner, aber mindestens genauso touristisch ist. Außer den typischen T-Shirt- und Souvenirläden gibt es hier auch mehrere Anbieter von Whalewatching-Touren. Mit etwas Glück kann man auf so einer Fahrt die riesigen Meeressäuger und/oder Delphine bewundern.

 

Wer in seinem Urlaub zwar die faszinierende Unterwasserwelt der Monterey Bay erleben möchte, aber sich nicht den Elementen und dem Risiko einer möglichen Seekrankheit aussetzen möchte, sollte unbedingt das Monterey Bay Aquarium besuchen. Die hervorragenden Ausstellungen mit Ottern, Schildkröten, Quallen und den unterschiedlichsten Fischarten vermitteln einen lebhaften Eindruck von der reichen Unterwasserwelt der Bucht. Im Ausstellungsbereich „touch pool“ wird die seltene Gelegenheit geboten, Seesterne, Rochen und ähnliches Meeresgetier anzufassen. Seit neuestem beherbergt das Aquarium sogar einen weißen Hai, der einzige weltweit, bei dem die Fütterung in Gefangenschaft gelungen ist.

 

Das Gelände auf dem sich das Aquarium befindet, die sehr touristisch geprägte „Cannery Row“, dürfte belesenen deutschen Urlaubern unter dem Namen „Straße der Ölsardinen“ bekannt sein. Unter diesem Titel hatte der Schriftsteller John Steinbeck das harte Leben der Arbeiter in den Konservenfabriken Montereys beschrieben. Literaturfans können einige der im Buch erwähnten Gebäude auch heute noch aufspüren.

Urlaub machen, wo die Promis Golf spielen

Einer von vielen - Monarch-Schmetterling in Pacific Grove

Einer von vielen - Monarch-Schmetterling in Pacific Grove

Außer dem namensgebenden Ort hat die Monterey Peninsula noch einige andere sehenswerte Attraktionen zu bieten, z.B. die einstige Missionsstation Carmel. Der Küstenort zieht heute trotz der reizvollen Mission, auf deren Gelände der berühmte Pater Junipero Serra begraben liegt, mehr Prominente als Pilger an. Zum einen mag das an den teils skurril anmutenden Gesetzen liegen, die Carmels Einwohnern mit seltsamen Verboten gängeln. Dadurch soll die besondere Atmosphäre des Ortes bewahrt werden, die mit ihrem künstlerischen Flair viele Stars und Prominente anzieht. Clint Eastwood war hier sogar schon Bürgermeister.

 

Vielleicht finden die Reichen und Schönen auch besonderen Gefallen an den erstklassigen Golfplätzen und den ruhig gelegenen Privatgrundstücken entlang der mautpflichtigen Privatstraße 17-Mile-Drive. Obwohl man Carmel genauso gut auf kostenlosen Staatsstraßen erreichen kann, bevorzugen die meisten Urlauber den kleinen Abstecher vorbei am Örtchen Pebble Beach und dem Lone Cypress Tree. Der berühmte Baum thront so atemberaubend schön auf einer Klippe, dass man als Fotograf das Drücken des Auslösers fast reflexartig betreibt. Ein gänzlich kostenloses Vergnügen bietet der weiße Sandstrand des Carmel Beach. Hier kann man sich wunderbar von seiner anstrengenden Sightseeing-Tour erholen, die kalifornische Sonne auf den Bauch scheinen lassen und die Aussicht auf die Bucht genießen.

 

Etwas nördlich von Monterey sollte man sich Zeit für den Ort Pacific Grove nehmen. Hier gibt es faszinierendes Naturschauspiel zu sehen. Jedes Jahr ab Oktober bekommt Pacific Grove für wenige Monate Besuch von mehreren zehntausend Monarch-Schmetterlingen, die sich in einigen Bäumen beim Natural Bridges Park niederlassen. Dort hängen sie in dicken Trauben an den Ästen. Ist es warm genug, flattern sie lautlos umher – ein Anblick, den man so schnell nicht vergisst.

 

Text: Ulrike Vollmer


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