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Montanejos – wo Action-Fans und Rentner Urlaub machen

Diese Lagune bei Montanejos ist sehr beliebt

Diese Lagune bei Montanejos ist sehr beliebt. Fotos: Daniela Hesse

Bei der Kleinstadt Onda, die einerseits ein hässliches Industrieviertel mit unzähligen Keramikfabriken und andererseits eines der am besten erhaltenen maurischen Stadtzentren beherbergt, fahren wir auf die Landstraße CV-20 und folgen auf ihr dem Verlauf des Flusses Mijares. Ab hier wird die Landschaft immer bergiger und auf den kurvigen Straßen begegnen uns immer mehr Motorrad- und Rennradfahrer, die das schöne Wetter nutzen. Das wird, je mehr wir uns dem Zielort Montanejos nähern, jedoch immer schlechter. Als Entschädigung dafür zeigt sich die Landschaft mit ihren fruchtbaren Tälern und tiefen roten Felsschluchten umso spektakulärer. Nach einer Stunde Fahrt erreichen wir Montanejos. Vor unserem Hotel, dem Rosaleda de Montanejos, werden wir von Outdoor-Spezialist Vicente bereits erwartet.

 

Schließlich hätten wir schon vor zwei Stunden da sein sollen, um die geplante Kajak-Tour am nahe gelegenen Stausee Arenoso anzutreten. Schnell setzen wir uns in seinen Landrover und fahren los. Montanejos liegt oberhalb des Flusses Mijares, der jedoch in den Sommermonaten mehr einem Bach ähnelt. Er wird vom Stausee Embalse de Arenoso gespeist, der wenige Kilometer hinter Montanejos liegt. Auf dem Weg kommen wir an einer Quelle vorbei, die auch bei bedecktem Himmel noch zum Baden einlädt. In einem Tunnel machen wir an einem Aussichtspunkt halt. Aus 50 Metern Höhe blicken wir runter auf den Fluss Mijares, der zwischen Stausee und Montanejos auch für eine kurze Wildwassertour geeignet ist. Direkt gegenüber liegt die steile Felswand, die fast senkrecht abfällt und bei gutem Wetter regelmäßig Bergsteiger aus aller Welt herausfordert.

 

Aussicht auf Montanejos und das Unwetter

Aussicht auf Montanejos und das Unwetter

Als wir kurz darauf am Stausee eintreffen, macht uns das Wetter doch noch einen Strich durch die Rechnung. Schwer fallen die ersten Regentropfen auf die Windschutzscheibe: „Das hört so schnell nicht wieder auf“, meint Vicente. Traurig schauen wir zu wie seine Kollegen die Boote wieder auf einen Anhänger verladen. Es hätte bestimmt Spaß gemacht, auf dem türkis schimmernden See eine Kayaktour zu machen. Doch Vicente hat eine Alternative parat: Mit dem Landrover wollen wir zu einem Aussichtspunkt fahren, von wo wir das ganze Gebiet überblicken können.

 

Es geht bergauf, über Stock und Stein schrauben wir uns immer höher und durchqueren den Morrón de Campos, der einem kleinen Hexenwald ähnelt: „Hier werden wir eine Mountainbike-Strecke anlegen“, erzählt Vicente. Wer es weniger anstrengend mag, der kann hier aber sicherlich auch gut picknicken. Schließlich erreichen wir den Aussichtspunk und stellen fest, dass wir nicht allein sind. Hier oben befindet sich eine Station zur Vorbeugung gegen Waldbrände. An diesem Tag haben Podenco-Hündin Canela und Elena, die gebannt durch ein Fernglas das Gewitter beobachtet, Dienst: „Bei Gewitter ist die Gefahr von Waldbränden besonders groß“, erklärt mir Elena, die im Wechsel mit einem Kollegen eine Woche lang neun Stunden täglich hier oben verbringt. Einsam ist es hier, doch dank Canela ist Elena nicht alleine. Und hin und wieder kreisen auch ein paar Geier über der Beobachtungsstation. So wie jetzt. Schnell verabschiede ich mich von Elena und Canela, wünsche ihnen noch einen schönen Tag „ohne Waldbrände“ und laufe zu den Anderen, die bereits eifrig Fotos von dem geflügelten Aasfresser machen, der immer näher kommt. Nachdem der Geier verschwunden ist, genieße ich die Aussicht auf die Umgebung und erblicke den Stausee und die umliegenden Berge. Irgendwo in westlicher Richtung liegt auch Vicentes Wohnort La Monzona, in dem nur acht Personen leben: „Seit mein Sohn letzte Woche geboren wurde“, ergänzt der frisch gebackene Vater und lacht.

 

Schlucht zwischen Montanejos und Stausee Arenoso

Schlucht zwischen Montanejos und dem Stausee Arenoso

Danach erklärt er uns noch einiges zu dem Adventure-Veranstalter Geo Extrem, der nicht nur Kayak-Touren, sondern auch Abseiling, Canyoning, Trekking, Klettern, Mountainbike, Wanderungen und noch mehr naturnahe Aktivitäten anbietet. Bei schlechtem Wetter, versichert Vicente, gäbe es das Geld zurück. Oder man entscheidet sich für eine Höhlenwanderung in der Cueva de Cira. Gut zu wissen: Bei Geo Extrem bekommt man nicht nur eine gute Ausrüstung und erfahrene Guides gestellt, sondern ist auch komplett versichert.

www.geoextrem.com

Wer gesund sein will, muss leiden: Besuch im Thermalbad von Montanejos

Nach einem eher durchschnittlichen Mittagessen im Hotel besuchen wir das Kurbad von Montanejos, das Behandlungen mit Heilwasser anbietet. Das Bad liegt an der Hauptstraße, nur fünf Gehminuten von unserem Hotel entfernt, und ist vor allem bei Rentnern beliebt, die auch einen Großteil der Gäste im Hotel Rosaleda ausmachen. Nachdem wir einen Fragebogen zu unserem Gesundheitszustand ausgefüllt haben, werden wir endlich in die Umkleidekabine und dann für zehn Minuten ins Dampfbad geschleust. Danach geht es weiter in ein Wasserbecken mit Heilwasser. Nach zwanzig Minuten werden wir ein Stockwerk tiefer für zehn Minuten in Duschkabinen mit Wasserdüsen „gesperrt“. Wer dann vor Langeweile noch nicht gestorben oder gar völlig verschrumpelt ist, darf jetzt noch 15 Minuten in ein Wasserbecken mit Liegen, unter denen es kräftig blubbert. Mit diesem doch noch ganz positiven Erlebnis und einem Zettel, auf dem steht, dass wir alle Stationen gemeistert haben, werden wir wieder entlassen. Wir sind verblüfft: Das war schon alles? Aber vielleicht sind wir einfach nur viel zu gesund, um die Wirkung des Kurbads zu spüren.

 

Der Stausee Arenoso

Der Stausee Arenoso

Wenig erschöpft hänge ich noch einen Schwimmbad-Besuch im Hotel an die Wellness-Stunde. Das Schwimmbad ist sehr schön, aber nicht sehr groß und der Whirpool nicht sehr sauber. Immerhin reicht es für ein paar Runden – natürlich mit chiquer Badekappe!

 

Nach dem Schwimmen und einer kurzen Verschnaufpause auf meinem geräumigen und sauberen Hotelzimmer steht auch schon wieder das Abendessen auf dem Programm. Diesmal allerdings nicht im sterilen Speisesaal, sondern in einem hübschen, blau gekachelten Raum nebenan. Als Vorspeise werden uns Tapas in Form von Schinken und Pilz-Kroketten gereicht. Als Hauptgang wähle ich das Lammkotelette, das sehr lecker schmeckt. Die anderen nehmen das Entrecôte und sind ebenfalls begeistert – das schmeckt schon viel besser als das unspektakuläre Mittagsmenü. Doch der Höhepunkt sind eindeutig die Nachspeisen, eine Auswahl an Windbeuteln und kleinen Tortenstücken.


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