WEINREISE IN DEN ALENTEJO
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Monsaraz – Dorfidyll mit Seeblick
Der nächste Morgen beginnt für uns ruhig und entspannt. Vorbei an den goldgelben Hügeln des Alentejo machen wir uns auf den Weg nach Monsaraz. Der Weg zu dem, hoch oben auf einem Berg gelegenen Dorf, ist steil und damit sehr schwierig. Doch ist man erst mal oben angekommen, bietet sich einem ein atemberaubender Blick auf die Umgebung. Nicht nur weite Felder, Weinreben und Dörfer sind von hier oben zu sehen, sondern auch ein kleiner Teil des Alqueva, der größte Stausee Europas.
Stille liegt an diesem Sonntagmorgen über Monsaraz, das man stilgerecht durch zwei mittelalterliche Tore betritt. Eingeschossige, weiß gekalkte Häuser reihen sich in den engen, kopfsteingepflasterten Gassen aneinander. Hier und dort gibt es kleine Cafés, deren Terrassen einen spektakulären Blick auf die Umgebung gewähren. Wer möchte, kann das Eingangstor besteigen, ein schwindelerregendes, aber aussichtsreiches Erlebnis. Am anderen Ende des Dorfes liegen die Ruinen einer Burg, in deren Mitte sich ein Stierkampfplatz befindet, den nun einige Kinder als Spiele-Arena umfunktionieren.
Herdade do Esporão und die Revolution des José Roquette
Die frische Luft hat uns hungrig gemacht und so kaufen wir schnell noch ein paar Souvenirs – Keramik und Textilien bekommt man in Monsaraz sehr günstig – und fahren zum Landgut Herdade do Esporão. Wer das Landgut besucht, bekommt einen Eindruck davon, wie der Alentejo während der Zeit des traditionellen Großgrundbesitzes einmal ausgesehen haben mag. Kilometerweit ziehen sich die Weinfelder hin. Wie wir später von der jungen Sommelière Patricia erfahren, ist die Herdade do Esporão mit 108.000 Hektar Anbaufläche das größte Weingut Portugals. Dazu kommen außerdem noch hundert Hektar für Olivenbäume, ein kleiner See und ein herrschaftliches Landhaus.
Die Weine der Herdade do Esporão sind vom portugiesischen Weinmarkt nicht mehr wegzudenken. Auch wir probieren zwei Weiß- und zwei Rotweine von exzellentem aber teils sehr unterschiedlichem Geschmack. So ist der Esporão Defesa um einiges kräftiger als der Esporão Reserva. Besonders gefallen uns die Etiketten. Sie werden jedes Jahr von einem anderen Künstler gestaltet. Auch die Designerin Joana Vasconcelos kreierte bereits einige Flaschenetiketten. Insgesamt hat man die Wahl zwischen 26 Weinen und Schaumweinen. Neben Weinproben bietet das Restaurant der Herdade do Esporão auch leckere Köstlichkeiten aus der Region, z.B. Steak á la Esporão. Mit dem Jeep kann man das Gelände erkunden und die Vogelwelt entlang des Seeufers beobachten.
José Roquette, ehemaliger Leiter bei Sporting Lissabon und seit den 70ern Besitzer der Herdade do Esporão, hat sich mit dem Weingut nicht nur einen Traum erfüllt, sondern auch den Weinanbau in Portugal dank modernster Technologie frühzeitig revolutioniert. Nun plant er auf der nördlich am Alqueva-Stausee gelegenen Halbinsel Campinho ein riesiges Ferienprojekt mit Hotels und Golfplätzen. Bis zur Verwirklichung des Milliardenprojekts wird allerdings noch einige Zeit vergehen, denn der Alqueva ist ein ganz junger Stausee. Erst 2002 begann mit Schließung der Fluttore die letzte Phase des Staudammprojekts, bei dem der Río Guadiana auf 85 Kilometern zusammengestaut wird. 2010 erreichte der Alqueva, der mit 250.000 Hektar Fläche der größte Stausee Europas ist, erstmals seinen Wasserhöchststand. Die Natur an den Ufern des Alqueva ist daher fast nahezu unberührt und der Stausee genau das richtige Reiseziel für Ruhesuchende.










