URLAUB IN ANDALUSIEN - MINAS DE RIOTINTO

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Urlaub in Minas de Riotinto – Bergbauabenteuer und Minenzug

Riotinto: Fahrt mit der ältesten Dampflok Spaniens. Fotos: Fundación Ríotinto

Riotinto: Fahrt mit der ältesten Dampflok Spaniens. Fotos: Fundación Río Tinto

Wer Urlaub an der andalusischen Costa de la Luz macht, kann im Norden der Provinz Huelva etwas ganz Besonderes erleben. Nahe der Stadt Minas de Riotinto kann man am dunkelrot gefärbten Fluss Tinto alte Minen besichtigen und in einer viktorianischen Eisenbahn vom Anfang des 20. Jahrhunderts auf Entdeckungsreise durch die von Ocker- bis Türkisfarbtönen geprägte Landschaft gehen.

 

Etwa 70 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt befindet sich die Stadt Minas de Riotinto, die bereits seit der Antike vom Metallabbau geprägt wird. Iberer, Phönizier und Römer bauten hier Metall- und Eisenerze ab. Von 1873 bis 1954 gehörten die Minen der britischen Gesellschaft Riotinto Mining Company, danach lag der Metallabbau in spanischen Händen. Auch der Riotinto verdankt seinen Namen den weggeschwemmten Kupfer- und Eisenoxiden, die das Flusswasser purpurn färben.

 

Seit einigen Jahren ist der Bergbau eingestellt, da sich der Absatz nicht mehr lohnt. Seitdem können sich Urlauber im 1992 eröffneten Bergbau-Museum über die Geschichte der Minen informieren, einen 200 langen Stollen begehen oder eine Fahrt im alten Minenzug genießen.

 

Das Museo Minero de Riotinto

Das Museo Minero de Riotinto

Das Museo Ferroviario de Riotinto entstand 1992 im ehemaligen englischen Spital von Minas de Riotinto. In dem viktorianischen Gebäude erfahren die Besucher alles Wissenswerte über 5.000 Jahre Bergbau in Minas de Riotinto. Zur Veranschaulichung dienen archäologische Fundstücke und Bilder, aber auch der Nachbau einer römischen Mine unter dem Museum. Hier trugen Sklaven in nur ein Meter hohen Schächten Eisenerz ab. Das Prunkstück des Museums ist der Wagon des Maharadschas, ein luxuriös eingerichteter Eisenbahnwagen, den Königin Victoria 1892 in Birmingham für eine Zugreise nach Indien anfertigen ließ. Die Reise trat sie jedoch nie an. Als der spanische König Alfons XIII. in dem Wagon nach Minas de Riotinto reiste, gelangte das Schmuckstück nach Andalusien.

 

Nach dem Besuch des Museums, empfiehlt sich die Besichtigung der Casa 21. Das viktorianische Haus stammt aus dem Jahre 1883 und beherbergt immer noch die originale Einrichtung von vor hundert Jahren. Ebenso typisch ist die anglikanische Kirche nebst Friedhof, die sich im britischen Wohnviertel Bella Vista befindet. Aber nicht nur in die Lebensbedingungen der britischen Arbeiter erhält man Einblick. So befindet sich bei Nerva die 1972 stillgelegte Mine Peña de Hierro, ein 200 Meter langer Bergstollen.

 

Ein absolutes Highlight, das man sich im Urlaub an der Costa de la Luz nicht entgehen lassen sollte, ist eine Fahrt mit dem alten Minenzug. Auf der Schmalspurstrecke von Minas de Riotinto verkehrten einst ganze 1.300 Waggons und 143 Dampfloks. Heute können immerhin noch zwölf Kilometer entlang des feurig rot schimmernden Rio Tinto zurückgelegt werden. Los geht es bei Talleres Mina, etwa 2,5 Kilometer östlich von Minas de Riotinto. Obgleich der Ferrocarril Turístico Minero heute mit Diesel betrieben wird, wird ihm in den Monaten November bis April stilecht eine Dampflok vorgespannt – die älteste Spaniens.

 

Weitere Informationen:

Minenpark in Riotinto

 

Daniela Hesse

 

Minenzug Riotinto

Minenzug

Bergstollen Riotinto
Bergstollen
Maharadscha-Wagon Riotinto
Maharadscha-Wagon
Casa 21 in Bella Vista Riotinto
Casa 21 in Bella Vista


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