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Mexiko-City – Urlaub in einer neuen Dimension

Blick auf Mexiko-Stadt. Fotos: Carlos Olmedo

Blick auf Mexiko-Stadt. Fotos: Carlos Olmedo

Mexikos Hauptstadt kennt viele Bezeichnungen. Während manche sie eine Metropole und Megapole nennen, sprechen andere vom Moloch Mexiko-City. Die über zwanzig Millionen Bewohner nennen ihre Heimat meist liebevoll México oder D.F. (De Effe gesprochen). Dieser Name leitet sich von Distrito Federal (Bundesbezirk) ab, da Mexiko-Stadt keinem der mexikanischen Bundesstaaten angehört. Sich selbst bezeichnen die Bewohner übrigens stolz als „Capitalinos“ (Hauptstädter).

 

Wer Mexiko-City als ein Moloch bezeichnet, bezieht sich dabei meist auf die vielen Menschen und den Smog, der durch die fast ebenso vielen Autos wie eine graue Wolke über der Stadt hängt. Doch selbst die dickste Smogwolke könnte die Schönheit und Faszination nicht überdecken, die Mexiko-City ausstrahlt und sollte einen somit nicht vom Urlaub in einer der größten und schönsten Städte der Welt abhalten.

 

Bereits die Lage der Stadt im südlichen Teil des Tals von Mexiko auf einer Höhe von 2.242 Metern ist einmalig. Von drei Seiten wird sie von Bergen flankiert. In sechzig Kilometer Entfernung erheben sich die Zwillingsvulkane Popocatépetl (5452 Meter) und der Itzaccíhuatl (5286 Meter), kurz Popo und Itza genannt. Nach einem letzten Ausbruch im Jahr 2007 ist es zwar wieder ruhig um den Popocatépetl geworden, doch die Nähe zu den Bergen sorgt hin und wieder für Erdbeben in der Millionenstadt. Einen tollen Blick auf die Vulkane hat man, wenn man Richtung Osten aus der Stadt hinausfährt.

Historisches Zentrum - im Herzen von Mexiko-City

Der Zócalo mit der Kathedrale

Der Zócalo mit der Kathedrale

Für die Besichtigung Mexiko-Citys sollte man sich einige Tage Zeit nehmen. Dabei ist es natürlich schwierig zu wissen, wo man anfangen soll. Schließlich gibt es fast an jeder Ecke etwas zu entdecken. Doch einer der schönsten und interessantesten Stadtteile ist und bleibt das historische Zentrum. Hier kann man sich auf dem 182 Meter hohen Torre Latinoamericana erst einmal einen Überblick verschaffen. Bei gutem Wetter kann man sogar das Tal von Mexiko überblicken. Danach geht es weiter die Calle Franciso Madero hinunter, die einen direkt zum Hauptplatz, dem Zócalo – offiziell Plaza de la Constitución – führt. Hier ist immer etwas los, schließlich ist der Zócalo das Herz der mexikanischen Hauptstadt.

 

Einen tollen Blick auf den Platz hat man vom Dachrestaurant des Hotel Majestic. Der Platz wird von zwei hohen und äußerst beeindruckenden Gebäuden dominiert – der Kathedrale und dem Nationalpalast. Die Catedral Metropolitana beeindruckt durch ihre Größe. Sie gilt sogar als größte Kirche des amerikanischen Kontinents. Aufgrund der langen Bauzeit von 1673 bis zur Fertigstellung im Jahr 1813 vereint sie gleich mehrere Baustile: Von der spanischen Renaissance über Barock bis hin zum französischen Neoklassizismus ist hier alles vertreten.

 

Die Reste von Tenochtitlán

Die Reste von Tenochtitlán

An der Westseite des Zócalo steht der Palacio Nacional, der Amtssitz des Präsidenten. Die Besichtigung lohnt sich besonders wegen der farbenprächtigen Wandgemälde des Muralistas Diego Rivera, die die Geschichte Mexikos zeigen. Außerdem kann man die früheren Privaträume des ehemaligen Präsidenten Benito Juárez besichtigen, der von 1867 bis zu seinem Tod im Jahr 1872 hier lebte.

 

Im Nordosten des Platzes, nur wenige Schritte entfernt, kann man die Reste der früheren Azteken-Hauptstadt Tenochtitlán besichtigen, denn hier befinden sich die Ruinen des Haupttempels Templo Mayor. Dieser wurde erst im Jahr 1978 bei Grabungen für den geplanten Metro-Bau wieder entdeckt, als man eine acht Tonnen schwere Scherbe mit dem Bildnis der aztekischen Mondgöttin Coyolxauhqui entdeckte. Dieser Fund läutete die Ausgrabungen ein.

 

Heute sind nur noch die Unterbauten des Tempels zu erkennen, da die spanischen Eroberer zwei Drittel der Steine des Tempels abtrugen und für den Bau von Kirchenhäusern und Palästen benutzten. Trotzdem sind die Ausmaße beachtlich. Wie Mexiko-Stadt zu Zeiten der Aztekenherrschaft ausgesehen haben soll, zeigt ein Modell von Tenochtitlán auf dem Hauptplatz Zócalo.

 

Wo heutzutage Straßen verlaufen, gab es früher nur Kanäle, denn der Tenochtitlán wurde auf einer Insel gegründet, die sich damals noch inmitten des Texcoco-Sees befand. Heute ist der See weit zurückgegangen. An das „mexikanische Venedig“ erinnert nur noch der sumpfige Untergrund, wegen dem schon so manches bedeutende Gebäude abzusinken drohte, wie auch die Catedral Metropolitana.

Nachtleben in Mexiko-City

Ganz schön was los: Der Verkehr in Mexiko-City

Ganz schön was los: Der Verkehr in Mexiko-City

Am Abend, wenn für viele die Arbeit beendet ist, wird es voll auf den Straßen der Millionenstadt. Im nördlichen Zentrum geht es dann besonders musikalisch zu, denn hier geben Mariachis auf dem Plaza Garibaldi mexikanische Volkslieder zum Besten, während Einheimische und Urlauber gemütlich in den umliegenden Restaurants speisen.

 

Anderswo eifern Männer und Frauen bei einem ganz speziellen Spiel um die Wette. In Mexiko-Stadt trifft misst man seine Stärke gewöhnlicherweise nicht beim Armdrücken, sondern mit Stromstößen. Das geht so: Zwei Männer (oder auch Frauen) halten solange an je einem Elektrostab, bis sie es nicht mehr aushalten. Der Gewinner kann sich freuen seinen Macho-Titel verteidigt zu haben und erntet die Anerkennung der umstehen Zuschauer.

Das Transportsystem der Millionenstadt Mexiko-City - von Tulpen, Zwergen und grünen Käfern

Mit der Metro kommt man in Mexiko-City äußerst gut voran. Ein kompliziertes System brauchen Urlauber nicht zu fürchten, denn das Metro-Netz birgt einen tollen Vorteil. So sind die einzelnen Haltestellen für die Analphabeten mit zusätzlichen Symbolen gekennzeichnet – man fährt also einfach von der Tulpe zur Ananas oder vom Baum zum Zwerg.

 

Ein weiteres typisches Verkehrsmittel sind Taxis. Hier stechen vor allem die grünen Taxi-Käfer hervor, von denen immerhin 13.000 durch Mexikos Hauptstadt krabbeln. Mittlerweile sind die geliebten 'Vochos', wie sie die Capitalinos nennen, zwar vom „Aussterben“ bedroht, doch bis sie wirklich aus dem Straßenbild Mexiko-Citys verschwinden werden, wird wohl noch einige Zeit vergehen.

Fußball: Estadio Azteca

Im Estadio Azteca

Im Estadio Azteca

Die Mexikaner sind eine Fußball-Nation und jubeln begeistert ihren Mannschaften zu. Da darf ein Fußballtempel natürlich nicht fehlen. In Mexiko-Stadt steht mit dem Estadio Azteca das drittgrößte Fußballstadion der Welt. Offiziell besitzt es 105.000 bedachte Plätze, doch zu manch legendärem Spiel – hier ereignete sich 1986 das folgenreiche Handspiel Maradonas – saßen hier auch schon 115.000 Fußballbegeisterte.

 

Der Hausverein Club América füllt das Stadium immerhin mit beträchtlichen 65.000 Fans, wobei es bei den Spielen gegen den Erzfeind CD Guadalajara schnell wieder randvoll wird. Für Fußballfans, die ihren Urlaub in Mexiko-City verbringen, ist der Besuch eines Spiels im Azteken-Stadion ein Muss.

 

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